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Britischer Generalstabschef: Putin versagt im Ukraine-Krieg auf allen Ebenen

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Von: Anika Zuschke

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Der britische Generalstabschef Tony Radakin wirft Präsident Wladimir Putin Versagen „bei all seinen militärstrategischen Zielen“ vor.
Der britische Generalstabschef Tony Radakin wirft Präsident Wladimir Putin Versagen „bei all seinen militärstrategischen Zielen“ vor. © MIKHAIL KLIMENTYEV/afp

Die aktuelle Entwicklung im Ukraine-Krieg macht Hoffnung. Selenskyj kann vermehrt Rückeroberungen verkünden – und Putin versagt laut Experte auf allen Ebenen.

Moskau/Kiew – Der Ukraine-Krieg wütet seit nunmehr sieben Monaten – doch scheint Russland mit zunehmenden Rückeroberungen ukrainischer Gebiete immer mehr vom Jäger zum Gejagten zu werden. In einem Gespräch mit dem britischen Nachrichtensender BBC verkündete der britische Generalstabschef Tony Radakin nun, dass Russlands Präsident Wladimir Putin „bei all seinen militärstrategischen Zielen versagt“ – und der Druck auf den Kreml-Herrscher mit Blick auf die Gegenangriffe ukrainischer Streitkräfte zunimmt.

News im Ukraine-Krieg: Selenskyj konnte 8.000 Quadratkilometer zurückerobern – und Putin versagt

Die News aus dem Ukraine-Krieg haben in der vergangenen Woche Hoffnung gemacht, denn zuletzt dominierten Rückeroberungen ukrainischer Gebiete die Entwicklung des Krieges. Der Ukraine zufolge hätten ihre Truppen inzwischen bereits 8.000 Quadratkilometer zurückgewonnen, wie die Huffington Post berichtet. Diese Zahl müsste aus dem Westen aber noch verifiziert werden.

„Putin versagt bei all seinen militärstrategischen Zielen. Er wollte die Ukraine unterwerfen, aber das wird nicht passieren“, äußerte Generalstabschef Tony Radakin am Sonntag, 18. September 2022, im Gespräch mit dem Sender BBC.

„Putin versagt bei all seinen militärstrategischen Zielen“ im Ukraine-Krieg

„Er wollte die Kontrolle über die Hauptstadt übernehmen; wir haben gesehen, dass das früh gescheitert ist. Wir haben gesehen, dass er die Nato schwächen wollte. Die Nato ist jetzt viel stärker, und Finnland und Schweden sind beigetreten“, führt Radakin aus und fügt hinzu: „Er will die internationale Entschlossenheit brechen. Nun, diese hat sich in der Zeit tatsächlich verstärkt, und er steht unter Druck. Seine [Putins] Probleme werden größer.“

Denn dem britischen Generalstabschef nach verfügt Wladimir Putin nicht über genügend Streitkräfte oder Ausrüstung, um seine militärischen Ziele zu erreichen – insbesondere, da das ukrainische Militär stärker würde. „Wir sehen großartige ukrainische Streitkräfte, die mutig waren, für ihr Land kämpfen und die internationale Unterstützung annehmen, die wir alle leisten“, sagte Radakin der BBC. Auch der britische Geheimdienst zweifelte laut der Zeitung Independent daran, ob Russlands Fronttruppen über ausreichende Reserven oder Moral verfügen, um Angriffen ukrainischer Streitkräfte standzuhalten.

Putin versagt im Ukraine-Krieg – doch Radakin warnt davor, vorsichtig zu bleiben

Trotzdem lenkte der Brite Radakin ein und warnte davor, den Vormarsch der Ukraine als „Wendepunkt“ im Krieg zu sehen. Zwar sei es bedeutsam, was derzeit in der Ukraine passiere. Es sei „wirklich bedeutsam für die ukrainische Moral und bedeutsam für die Auswirkungen, die es auf die russischen Streitkräfte hat“.

„Aber die Leute müssen vorsichtig sein“, so der Chef des britischen Verteidigungsstabs. Denn ihm zufolge ist „das wahrscheinliche Ergebnis all dessen“, dass der Krieg noch lange andauern wird. Zur Einordnung: Wie das Handelsblatt berichtet, hält Moskau immer noch rund 125.000 Quadratkilometer besetzt – also etwa ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebietes inklusive der Halbinsel Krim.

Generalstabschef Radakin wirft Präsident Putin „strategisches Versagen“ im Ukraine-Krieg vor

Aufgrund der zunehmenden Rückeroberungen der Ukraine würden vielen Menschen laut Radakin vorschnell zu dem Schluss kommen, „dass entweder Präsident Putin schwach ist und seine Machtbasis untergraben werden könnte, oder dass die Ukraine etwas an Boden gewonnen hat.“ „Aber das führt nicht automatisch zu leichten Siegen an anderen Stellen“, schließt der Brite im Gespräch mit der BBC.

Doch in Bezug auf Putins Handlungen bleibt der britische Generalstabschef knallhart: „Wir haben ganz am Anfang gesagt, dass dies ein strategischer Fehler von Präsident Putin war, und strategische Fehler führen zu strategischen Konsequenzen. Und in diesem Fall ist es strategisches Versagen.“ (Anika Zuschke)

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