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Ukraine-Krieg: Russische Truppen greifen erneut Region Kiew an

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Von: Helena Gries, Tobias Utz, Moritz Serif, Johanna Soll, Tim Vincent Dicke, Daniel Dillmann, Stefan Krieger, Christian Stör

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Die Ukraine nutzt Militärausrüstung aus Sowjetzeiten, eine Anpassung werde laut Nato Jahre dauern. Derweil gibt es neue Angriffe nahe Kiew. Der News-Ticker.

+++ 08.10 Uhr: Die UN-Vollversammlung hat in einer Resolution Russland aufgefordert, den Anschluss der teils besetzten Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson rückgängig zu machen. 143 der 193 Mitgliedsstaaten stimmten dafür. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet dies als historisch: „Die Welt hat das Wort ergriffen - der Annexionsversuch Russlands ist wertlos und wird niemals von freien Nationen anerkannt werden“, schrieb er auf Twitter. Auch US-Außenminister Antony Blinken bezeichnete das Votum als starkes Zeichen der internationalen Einigkeit.

News zum Ukraine-Krieg: Russische Angriffe auf kritische Infrastruktur in der Region Kiew

+++ 06.50 Uhr: Russische Truppen haben in der Nacht zum Donnerstag offenbar erneut die Region Kiew angegriffen. Das geht aus Berichten des Kyiv Independent hervor, die sich auf den Gouverneur des Gebiets Kiew, Oleksiy Kuleba, beziehen. Demnach haben russische Streitkräfte eine der Gemeinden im Gebiet Kiew mit Kamikaze-Drohnen angegriffen. Es seien Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in der Region Kiew getroffen worden.

Auch in der Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine soll es ukrainischen Angaben zufolge zu schwerem russischen Raketenbeschuss gekommen sein. „Ein fünfstöckiges Wohnhaus wurde getroffen, die beiden oberen Stockwerke wurden vollständig zerstört, der Rest liegt in Trümmern. Rettungskräfte arbeiten vor Ort“, sagt Bürgermeister Oleksandr Senkewitsch in den sozialen Medien.

Ein Mann trägt sein Fahrrad an einem Raketenkrater unter einer Fußgängerbrücke vorbei, nachdem am Montag, 10.10.2022, Raketenangriffe im Zentrum von Kiew stattgefunden haben.
Nachdem es am Montag (10. Oktober) bereits Explosionen in Kiew gegeben hat, haben russische Truppen die Hauptstadt der Ukraine erneut angegriffen. © Efrem Lukatsky/dpa

Ukraine-Krieg: Großbritannien liefert Luftabwehrraketen an Kiew

Update vom Donnerstag, 13. Oktober, 4.45 Uhr: Auch Großbritannien will der Ukraine Luftabwehrraketen zur Verteidigung gegen Russland liefern. „Die AMRAAM-Raketen (…) werden in den kommenden Wochen für den Einsatz mit den von den USA zugesagten NASAMS-Luftabwehrsystemen bereitgestellt“, erklärte das britische Verteidigungsministerium in der Nacht zum Donnerstag. Die Raketen würden dazu beitragen, die kritische Infrastruktur in der Ukraine zu schützen, hieß es.

Außerdem kündigte Großbritannien an, Drohnen zur Unterstützung der ukrainischen Nachrichtendienste sowie 18 Haubitzen - zusätzlich zu den bereits gelieferten 64 Geschützen – zu liefern. „Diese Waffen werden der Ukraine helfen, ihren Luftraum gegen Angriffe zu verteidigen und (…) ihre Raketenabwehr zu stärken“, sagte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace.

News zum Ukraine-Krieg: Kiew bekommt weitere Luftabwehrsysteme

+++ 22.28 Uhr: Frankreich hat der Ukraine im Krieg gegen Russland die Lieferung von Luftabwehrsystemen zugesagt. „Wir werden Radargeräte, (Luftabwehr-)Systeme und Raketen liefern“, um die Ukrainer „insbesondere vor Drohnenangriffen zu schützen“, sagte Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch im Interview mit dem Sender France 2. Macron bekräftigte zudem, Frankreich wolle der Ukraine weitere Caesar-Haubitzen zukommen lassen.

+++ 21.37 Uhr: Der ukrainische Präsident äußerte sich auch zur deutschen Unterstützung: „Ich habe Deutschland immer sehr positiv bewertet, weil ich die Unterstützung der Gesellschaft von Anfang an gespürt habe, seit dem Beginn dieser illegitimen Besatzung.“ Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) habe gesehen, „dass man dem russischen Präsidenten nicht trauen kann und dass die Ukraine vollkommen im Recht ist“. Die Ukraine habe allerdings „lange an den deutschen Türen und Fenstern geklopft, damit wir gehört werden“.

News zum Ukraine-Krieg: Anpassung der Ausrüstung dauert noch viele Jahre

+++ 20.51 Uhr: Bislang nutzt die von Russland angegriffene Ukraine überwiegend Ausrüstung, die noch in der Zeit der früheren Sowjetunion entwickelt wurde. Das erschwert es dem Westen derzeit, Nachschub an Waffen und Munition für die Verteidigung gegen Russland zur Verfügung zu stellen.

Die geplante Anpassung der ukrainischen Streitkräfte an Nato-Standards wird nach Einschätzung des Militärbündnisses noch viele Jahre dauern. Für das Ziel der vollständigen Interoperabilität gebe es eine Zehnjahresperspektive, sagte ein Nato-Vertreter am Mittwoch am Rande eines Verteidigungsministertreffens in Brüssel. Es gehe dabei um den Umstieg auf westliche, Nato-kompatible Ausrüstung, aber auch um die Militärdoktrin und Themen wie Taktik und Ausbildung.

+++ 20.18 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat am Mittwoch weitere russische Raketen- und Luftangriffe auf Wohnhäuser und Objekte der zivilen Infrastruktur registriert. Im abendlichen Lagebericht aus Kiew war die Rede von drei Raketenangriffen und vier Fällen von Beschuss durch Flugzeuge. Zehnmal seien Mehrfachraketenwerfer eingesetzt worden. Von den zehn getroffenen Zielen lagen die meisten in den frontnahen Gebieten Saporischschja und Mykolajiw im Süden.

Außerdem setze die russische Armee weiter Kampfdrohnen iranischer Bauart ein, von denen zehn abgeschossen worden seien. Die ukrainischen Militärangaben waren nicht unabhängig überprüfbar. Aus dem zentralukrainischen Gebiet Winnyzja meldete die Zivilverwaltung, dass zwei solcher Drohnen abgefangen worden seien. Landesweit wurden viele Einrichtungen der Stromversorgung und zivile Objekte von russischen Raketen getroffen. Auch mitten in der Hauptstadt Kiew schlugen Geschosse ein.

+++ 19.43 Uhr: Die NATO hat keine Hinweise, die darauf hindeuten, dass Belarus aktiv am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine teilnehmen würde. Das gab das Militärbündnis am Rande eines Verteidigungsministertreffens in Brüssel bekannt. Ich glaube nicht, dass wir daran zweifeln sollten, dass Lukaschenko versteht, dass die volle Wucht der Sanktionen, die gegen Russland verhängt wurden, auch gegen Belarus angewandt werde, wenn die belarussischen Streitkräfte dieselbe Art von Operationen gegen die Ukraine durchführen würden“, sagte ein Vertreter.

+++ 18.47 Uhr: Russland hat laut Nato-Kreisen einen erheblichen Teil seiner präzisionsgelenkten Munition verbraucht. Die russische Industrie könnte nicht alle Munitionsarten und Waffensysteme für Raketen herstellen, berichtet ntv. Laut dem Nachrichtenportal könne es noch Monate dauern, bis die Mobilisierung von 300.000 Soldaten abgeschlossen sei.

News zum Ukraine-Krieg: AKW Saporischja erneut abgeschnitten von Strom

+++ 18.33 Uhr: Das umkämpfte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist innerhalb weniger Tage erneut von der externen Stromversorgung abgeschnitten worden. Die derzeit stillgelegten Reaktoren und die nuklearen Brennstofflager in dem russisch besetzten AKW mussten vorübergehend wieder mit Notstrom aus Dieselgeneratoren gekühlt werden, wie Beobachter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vor Ort berichteten.

Bis zum Nachmittag war der Ausfall wieder behoben. „Dieser wiederholte Netzausfall im AKW Saporischschja ist eine zutiefst beunruhigende Entwicklung“, schrieb IAEA-Chef Rafael Grossi auf Twitter. Laut IAEA verfügt das größte Atomkraftwerk Europas über Dieselvorräte, um die Kühlsysteme etwa 10 Tage lang auch ohne externen Strom zu betreiben und einen Atomunfall zu verhindern.

News zum Ukraine-Krieg: Kiew will Cherson zurückerobern

+++ 17.00 Uhr: Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch rechnet mit einer Rückeroberung des Gebiets Cherson in spätestens anderthalb Monaten. Das sagte Arestowytsch der Wochenzeitung Die Zeit. Wladimir Putin werde möglicherweise versuchen, die Ukraine zu einer Verlagerung der Truppen von Cherson weg nach Norden zu zwingen. Das werde ihm aber nicht gelingen, sagte Arestowytsch auf eine Frage, welche Lage er ein Jahr nach Kriegsbeginn Ende Februar erwarte. „Ich denke, im Februar kommenden Jahres könnte Putin taktische Atomwaffen einsetzen. Das ist sein letzter Joker.“

Angst hätten die Menschen in der Ukraine jedoch nicht. „Selbst wenn die Russen zehn bis zwanzig taktische Atomraketen einsetzen würden, dann würde das den Krieg nicht beenden.“ In einem solchen Fall hätten die Russen nicht genügend Leute auf dem Boden, die es für eine Eroberung brauchte, so Arestowytsch. Putin müsste Hunderte taktische Atomwaffen abfeuern. „Diese Menge würde aber eine Bedrohung für ganz Europa bedeuten, der Wind würde den Fallout auch über die Grenzen wehen.“ Sollten Nato-Staaten involviert werden, dann gebe es eine amerikanische Reaktion. „Die nächste Stufe wäre ein Atomkrieg, das Ende der Zivilisation. Ich glaube nicht, dass das Putins Wunsch wäre.“

News zum Ukraine-Krieg: Podolyak spricht von Völkermord

+++ 15.50 Uhr: Der ukrainische Präsidentenberater Mykhailo Podolyak hat den Westen aufgefordert, Russlands Handlungen in der Ukraine offiziell als Völkermord einzustufen. Die russischen Verbrechen lägen auf der Hand, so Podolyak auf Twitter: Angriffe auf die zivile Infrastruktur, Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen, Zwangsabschiebungen, getrennte Familien und die Zerstörung ukrainischer Literatur in Schulen.

News zum Ukraine-Krieg: 30 Prozent der Energieinfrastruktur seit Montag getroffen

+++ 14.40 Uhr: Die schweren russischen Luftangriffe haben nach Angaben aus Kiew seit Montag rund 30 Prozent der ukrainischen Energieinfrastruktur getroffen. Es sei das erste Mal seit Beginn des Krieges hermakEnde Februar, dass Russland die Energieinfrastruktur „auf dramatische Weise ins Visier genommen“ habe, sagte der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko dem US-Sender CNN. Als einen Grund für die Angriffe sah Haluschtschenko, dass ukrainische Stromexporte den europäischen Ländern helfen würden, weniger russisches Gas und Kohle nutzen zu müssen. Das ukrainische Energiesystem sei „immer noch stabil“. Er forderte andere Länder auf, „Luftabwehrsysteme bereitzustellen, die uns wirklich helfen könnten, unsere Infrastruktur zu schützen“.

News zum Ukraine-Krieg: Russischer Angriff auf einen Markt

+++ 13.15 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf die ostukrainische Stadt Awdijiwka sind angeblich sieben Menschen getötet und acht verletzt worden. „Die Russen haben den zentralen Markt angegriffen, auf dem sich zu dem Zeitpunkt viele Menschen aufhielten“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Gouverneur der Region Donezk, Pavlo Kyrylenko. Eine militärische Logik für einen solchen Angriff gebe es nicht.

News zum Ukraine-Krieg: Deutschland übergibt Flugabwehrsystem Iris-T an Kiew

+++ 11.15 Uhr: Kurz nach den neuen Raketenangriffen Russlands auf Dutzende ukrainische Städte hat Deutschland das Flugabwehrsystem Iris-T SLM an das Land übergeben. Dies gab der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow auf Twitter bekannt. „Eine neue Ära der Luftverteidigung“ habe nun begonnen. Ausdrücklich bedankte er sich bei Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) für ihre starke Unterstützung der Ukraine, die sich seit Februar gegen eine russische Invasion wehrt.

Deutschland will Kiew zunächst vier der jeweils 140 Millionen Euro teuren Systeme des bodengestützten Typs von Iris-T zur Verfügung stellen, die Finanzierung von drei weiteren ist gesichert. Das System besteht aus mehreren Komponenten: Radaranlage, Gefechtsstand und drei auf Lastwagen montierten Raketenwerfern.

News zum Ukraine-Krieg: Russland wirbt Soldaten im Gefängnis an

+++ 10.50 Uhr: Nach der Rekrutierung von Gefangenen für russische Söldnertruppen wirbt nun auch die reguläre russische Armee laut Bürgerrechtlern und Medien Soldaten für den Ukrainekrieg im Gefängnis an. „Seit Ende September hat das Verteidigungsministerium mit der Anwerbung von Verurteilten begonnen“, teilte das Internetportal Waschnyje Istorii am Dienstag (11. Oktober) mit. Das kremlkritische Medium berichtete von Besuchen der Militärs in Strafkolonien im Gebiet Rjasan bei Moskau und in Stawropol im Nordkaukasus. Zuvor hatten bereits die Bürgerrechtler von Gulagu.net über Abwerbungsversuche im Gebiet Nischni Nowgorod berichtet.

News zum Ukraine-Krieg: Russland setzt iranische Kampfdrohnen ein

+++ 9.45 Uhr: Bei seinen massiven Raketenangriffen auf ukrainische Städte hat Russland nach britischen Informationen auch iranische Kampfdrohnen eingesetzt. Die unbemannten Flugkörper vom Typ Shahed seien langsam und flögen sehr niedrig, wodurch sie für die Flugabwehr leicht zu treffen seien, teilte das Verteidigungsministerium in London am Mittwoch mit. Allerdings bestehe eine „realistische Möglichkeit“, dass Russland mit dem Einsatz mehrerer Drohnen zugleich einigen Erfolg gehabt habe, hieß es unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse weiter.

Die russischen Truppen setzten die iranischen Drohnen, darunter sogenannte Kamikazedrohnen vom Typ Shahed-136, mindestens seit August ein, so das Ministerium. „Trotz einer gemeldeten Reichweite von 2500 Kilometern hat die Shahed-136 nur eine geringe explosive Nutzlast.“ Daher sei unwahrscheinlich, dass die Drohne den gewünschten Effekt erziele.

Da russische Kampfflugzeuge wegen der ukrainischen Flugabwehr nur eine begrenzte Wirkung erzielten, fehle den Russen weiterhin eine Waffe für Angriffe aus der Luft, die eine zuverlässige, nachhaltige und genaue Schlagfähigkeit biete. Dies sei eine der bedeutendsten Lücken im russischen Krieg gegen die Ukraine, hieß es in London.

News zum Ukraine-Krieg: Verdächtige nach Krim-Explosion festgenommen

+++ 09.00 Uhr: Nach der folgenschweren Bombenexplosion auf einer Brücke vom russischen Festland zu der von Russland annektierten Halbinsel Krim hat der russische Inlandsgeheimdienst FSB acht Verdächtige festgenommen. Unter den Festgenommenen seien fünf Russen, teilte der FSB am Mittwoch nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen mit.

Der FSB machte den Agenturen zufolge in seiner Erklärung den ukrainischen Militärgeheimdienst für den Anschlag verantwortlich und sprach von einem „terroristischen Angriff“. Der Sprengstoff für den Anschlag sei in Plastik-Filmrollen versteckt gewesen, die den ukrainischen Hafen Odessa im August verlassen und durch Bulgarien, Georgien und Armenien nach Russland gelangt seien.

News zum Ukraine-Krieg: Russland verlegt massenhaft Waffen auf Krim

+++ 08.15 Uhr: Russland verlagert aktuell offenbar massenhaft Waffen auf die illegal annektierte Halbinsel Krim. Das geht aus einer Analyse des US-Thinktanks „Institute for the Study of War“ (ISW) hervor. Dadurch wolle Wladimir Putin die Stellung der Truppen in der Region stärken, heißt es darin. Rund 500 Tonnen Munition und 13 Züge mit Waffen und Ausrüstung soll das militärische Paket beinhalten. Das belegen laut ISW-Angaben Bilder aus sozialen Netzwerken. Das Institut beruft sich dabei auf den ukrainisch-militärischen Hauptnachrichtendienst (GUR). Die Angaben sind nicht auf unabhängige Weise verifizierbar.

News zum Ukraine-Krieg: Bevölkerung in Lwiw von Stromversorgung abgeschnitten

+++ 07.00 Uhr: Durch den schweren russischen Beschuss, der offensichtlich insbesondere auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine abzielte, sind in Lwiw im Westen des Landes mehrere Umspannwerke komplett zerstört worden. Viele Bewohner waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Nach Angaben der Ukraine hatten russische Truppen am Dienstag (11. Oktober) insgesamt 28 Raketen auf das Land abgefeuert. Wie Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet, konnten 20 von ihnen abgefangen werden.

Weiter sprach er auch von 15 Drohnen, „hauptsächlich iranische Angriffsdrohnen“. Fast alle seien laut Selenskyj abgeschossen worden. Der ukrainische Generalstab berichtete indes von Luftangriffen, russischen Marschflugkörpern und Mehrfachraketenwerfern. Es habe Angriffe auf mehr als zwei Dutzend Städte und Dörfer im ganzen Land gegeben. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow bedankte sich derweil für die Rüstungslieferungen aus den USA und Deutschland.

News zum Ukraine-Krieg: Laut Biden hat sich Putin mit dem Krieg verschätzt

Update vom Mittwoch, 12. Oktober, 4.45 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin hat sich mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Ansicht von US-Präsident Joe Biden verschätzt. „Ich denke, er ist ein rationaler Akteur, der sich erheblich verkalkuliert hat“, sagte Biden dem US-Sender. Putin sei fälschlicherweise davon ausgegangen, die Ukrainer würden sich einer russischen Invasion unterwerfen. „Ich glaube, er dachte, er würde mit offenen Armen empfangen werden“, sagte Biden. „Ich glaube, er hat sich einfach völlig verkalkuliert.“

Zur Frage, ob Putin seine Drohungen zum Einsatz von Atomwaffen wahr machen könnte, sagte Biden: „Ich glaube nicht, dass er das tun wird.“ Aber es sei „unverantwortlich“, dass das Staatsoberhaupt einer der größten Atommächte der Welt sage, er könnte eine taktische Atomwaffe in der Ukraine einsetzen. In der Folge könnten Fehler gemacht und Fehleinschätzungen getroffen werden. „Er kann nicht ungestraft über den Einsatz einer taktischen Nuklearwaffe sprechen, als ob das eine vernünftige Sache wäre.“

Erstmeldung vom Dienstag, 11. Oktober: Kiew – Russland hat den großflächigen Angriff ukrainischer Städte mit Raketen fortgesetzt. Mehrere Regionen der Ukraine meldeten am Dienstag (11. Oktober) Attacken. In Saporischschja soll unter anderem das Stadtzentrum getroffen worden sein. Das meldete die Regionalverwaltung über den Kurznachrichtendienst Telegram. Die Raketen sollen dabei eine Schule, ein Krankenhaus und mehrere Wohngebäude getroffen haben.

Die jüngsten Raketenangriffe scheinen auch auf einen Strategiewechsel Moskaus im Ukraine-Konflikt zu deuten. Die Attacken richten sich zunehmend gegen die Infrastruktur und die Zivilbevölkerung der Ukraine. Putins Ziel sei es, so Panik in der Bevölkerung zu provozieren und das Land durch Versorgungsschwierigkeiten beim Strom und Wasser ins Chaos zu stürzen. Das zumindest sagte der ukrainsiche Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache an sein Volk.

Ukraine News: Neuer General Russlands gilt als besonders skrupellos

Attacken auf die Infrastruktur und die Zivilbevölkerung Russlands im Ukraine-Krieg erinnern zunehmend an die Strategie, die Präsident Wladimir Putin bereits bei seinem Feldzug in Syrien angewendet hatte. Dort hatte die russische Armee auch Fassbomben eingesetzt. Die berüchtigten Bomben können laut Waffenexperten eine Zerstörung in einem Radius von bis zu 250 Metern anrichten. Bereits im Mai dieses Jahres sollen Spezialisten aus Syrien an die Front in die Ukraine geschickt worden sein, um auch dort den Einsatz von Fassbomben zu prüfen.

Gestützt werden die Befürchtungen, dass Russland auch im Ukraine-Krieg eine Syrien-Strategie anwendet, durch eine neue Personalie: Putin hatte vor Kurzem General Sergej Surowikin zum neuen Oberkommandeur der Militäroperation gemacht. Surowikin hatte sich im Syrien-Krieg einen Namen gemacht und gilt als besonders skrupellos, wenn es um das Bombardement der Zivilbevölkerung geht. (dil/tvd/mse/tu/cs mit dpa/AFP)

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