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Bereits 6440 Menschen bei Anti-Kriegs-Protesten in Russland festgenommen

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Von: Vincent Büssow, Sophia Lother

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Immer mehr Menschen in Russland demonstrieren gegen die Invasion in der Ukraine. Die Polizei nimmt Hunderte Menschen fest.

Update vom Dienstag, 01.03.2022, 07.25 Uhr: Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine stößt auch in weiten Teilen der russischen Bevölkerung auf große Ablehnung, zumal er gegen das Brudervolk geführt wird. So wurden seit Beginn der Anti-Kriegs-Demonstrationen bereits 6440 Menschen in Russland festgenommen. Wie das Bürgerrechtsportal Owd-Info in der Nacht zu Dienstag (01.03.2022) mitteilte, habe es rund die hälfe – 3126 – der Festnahmen in Moskau gegeben. In St. Petersburg seien 2084 Menschen festgenommen worden.

Demnach waren es in Jekaterinburg, Krasnodar und Nischni Nowgorod jeweils mehr als 100. Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine hatte es Demonstrationen und Proteste in 103 russischen Städten gegeben. Laut Owd-Info wurden allein bei den Protesten am Montag 413 Menschen in 13 Städten festgenommen.

Ukraine-Konflikt - Proteste in Moskau
Die Polizei nimmt eine Demonstrantin während einer Aktion gegen Russlands Invasion in die Ukraine fest. © Denis Kaminev/dpa

+++ 23.00 Uhr: Wieder haben zahlreiche Menschen in Russland gegen den Krieg in der Ukraine protestiert. Bei den Demonstrationen wurden am Montag (28.02.2022) erneut Hunderte Menschen festgenommen. 208 wurden bei Protesten in Moskau, 181 in St. Petersburg festgenommen, wie das Bürgerrechtsportal Owd-Info am Abend mitteilte. Landesweit habe es mindestens 413 Festnahmen in 13 Städten gegeben.

Das Entsetzen über den Krieg gegen die Ukraine treibt in Russland viele Menschen zu Protesten auf die Straße. Allerdings gehen die russischen Sicherheitskräfte überaus brutal gegen Demonstrierende vor. Die russischen Behörden warnen eindringlich vor einer Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen. Unter dem Vorwand der Sicherheit vor Ansteckung in der Corona-Pandemie werden Demonstrationen nicht erlaubt.

Kriegsproteste in Russland: Hacker verbreiten Anti-Putin-Mitteilung

+++ 16.40 Uhr: Die Gegnerinnen und Gegner des Ukraine-Kriegs haben nun die Propagandamaschine des Kreml ins Visier genommen. Die staatseigene Nachrichtenagentur Tass sowie weitere Nachrichtenportale aus Russland wurden am Montag (28.02.2022) gehackt, wie das US-Nachrichtenportal The Daily Beast meldete. Statt pro-russischen Informationen erwartete Leserinnen und Leser dort eine Anti-Kriegs-Nachricht.

„Liebe Bürgerinnen und Bürger. Wir bitten Sie dringend, diesen Wahnsinn zu stoppen, schicken Sie Ihre Söhne und Ehemänner nicht in den sicheren Tod. Putin lässt uns lügen und bringt uns in Gefahr“, las die Nachricht der Hacker auf Tass. Außerdem warnten die Gegnerinnen und Gegner des Ukraine-Kriegs davor, dass sie „in ein paar Jahren wie in Nordkorea leben“ werden. Gezeichnet wurde Mitteilung mit „Journalisten aus Russland“, wobei zusätzlich ein Anonymous-Symbol zu sehen war. Inzwischen wurde die Website offline genommen.

Russlands Präsident Putin
Hacker verbreiteten eine Mitteilung auf eine staatseigene Nachrichtenagentur, die gegen Putin, Russland und den Krieg protestierte. (Archivbild) © Alexei Nikolsky/dpa

Protest gegen Putins Krieg: Tausende Verhaftungen in Moskau

Erstmeldung vom Montag, 28.02.2022, 12.15 Uhr: Moskau – In zahlreichen Städten der Welt demonstrieren die Menschen gegen Russlands Angriffe auf die Ukraine. Doch wie ist der Rückhalt von Wladimir Putin im eigenen Land? Auch dort gehen trotz eines Verbots immer mehr Demonstrierende auf die Straße. Kreml-Kritiker Grigoriij Judin bezeichnete den russischen Angriff jüngst als „sinnlosesten aller Kriege unserer Geschichte“.

Die russische Regierung geht hart gegen Demonstrantinnen und Demonstranten vor. Tausende Menschen sollen bei Protesten in Russland, St. Petersburg und rund 40 weiteren Städten inzwischen festgenommen worden sein.

Ukraine-Krieg: Demonstrationen in Russland häufen sich – viele Menschen werden festgenommen

Das Portal OVD-Info führt auf seiner Webseite Daten über Festnahmen in Russland auf. Es bezeichnet sich als „ein unabhängiges Menschenrechtsmedienprojekt, das sich der politischen Verfolgung in Russland widmet“. Demnach seien seit dem 24. Januar 2022 über 5900 Menschen bei Anti-Kriegs-Protesten in Russland festgenommen worden. Alleine in der Hauptstadt Moskau befänden sich nach den letzten Demos am Sonntag (27.02.2022) derzeit über 1200 Menschen in Haft.

Die russischen Behörden warnen eindringlich vor einer Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen. Unter dem Vorwand der Sicherheit vor Ansteckung in der Corona-Pandemie* werden Demonstrationen nicht erlaubt. Die Medienaufsicht Roskomnadsor untersagte am Samstag (26.02.2022) einheimischen Medien die Charakterisierung des Großangriffs auf die Ukraine als „Angriff“, „Invasion“ oder „Kriegserklärung“.

Proteste gegen Russlands Angriffe auf die Ukraine: Polizeikräfte gehen in Moskau gegen einen Demonstranten vor.
Proteste gegen Russlands Angriffe auf die Ukraine: Polizeikräfte gehen in Moskau gegen einen Demonstranten vor. © Alexander Nemenov/AFP

Demonstrationen in Russland gegen Ukraine-Krieg: Proteste in zahlreichen Städten

In der zweitgrößten russischen Stadt St. Petersburg versammelten sich trotz Verbots rund 400 Menschen auf einem zentralen Platz, um ihre Ablehnung der von Präsident Wladimir Putin befohlenen russischen Invasion kundzutun. „Ich bin gegen den Krieg. Ich bin 1941 geboren, ich weiß, was das ist“, sagte die Rentnerin Valeria Andrejewa laut der Nachrichtenagentur AFP.

Der 35-jährige Ingenieur Wladimir Wolochonow hielt einen Strauß mit blauen und gelben Blumen in der Hand, den ukrainischen Nationalfarben. „Wir sind nur ein paar hundert oder tausend, keine Millionen. Das ist schade“, sagte er. „Ich bin nicht sicher, ob unsere Versammlung irgendetwas ändern wird, aber es ist wenigstens etwas.“ Auch in der Hauptstadt Moskau und rund 40 anderen Städten des Landes fanden Proteste gegen den russischen Angriffskrieg auf das Nachbarland statt.

Ukraine-Krieg: Russland räumt erstmals Tote und Verletzte ein

Vier Tage nach dem Einmarsch in die Ukraine räumte Russland am Sonntag erstmals Tote und Verletzte in den eigenen Reihen ein. Zahlen nannte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, allerdings nicht. „Die russischen Militärs beweisen Mut bei ihren Kampfeinsätzen (...) Leider gibt es Tote und Verletzte“, sagte der Ministeriumssprecher im staatlichen Fernsehen. Die russischen Verluste im Ukraine-Krieg seien aber „viel geringer“ als die auf ukrainischer Seite, fügte er laut AFP hinzu. (slo/vbu/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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