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Trump Jr. gibt zu: „Wir haben unsere verrückten Leute“

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Von: Teresa Toth, Daniel Dillmann

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Das „Americafest“ gilt als wichtiger Wegweiser für den Rechtspopulismus in den USA. Donald Trump tritt dieses Jahr nicht auf. Dafür aber sein Sohn. Der Newsticker.

Update von Montag, 19. Dezember, 10.15 Uhr: Donald Trump Jr. hat den Betreibern sozialer Medien schwere Vorwürfe gemacht. Bei seiner Rede auf dem „Americafest“ in Phoenix sagte der Sohn des ehemaligen Präsidenten: „Wir haben gesehen, wie sie versucht haben, mich zu canceln [mundtot zu machen, Anm. d. Red.]. Ich war schockiert.“ Beweise für seine Behauptungen brachte Trump Jr. nicht hervor.

Donald Trump Jr. und Marjorie Taylor Greene zusammen auf einer Veranstaltung in New York.
Donald Trump Jr. und Marjorie Taylor Greene zusammen auf einer Veranstaltung in New York. © IMAGO/Nancy Kaszerman

In derselben Rede behauptete Donald Trump Jr., soziale Medien würden vor allem „verrückte Leute“ aus den Reihen der Republikaner fördern. Wen er damit meinte, das ließ er offen auf einer Veranstaltung, auf der neben ihm Leute wie Mike Lindell sprachen und Marjorie Taylor Greene zu Gast war. Lindell ist CEO von MyPillow gilt als einer der härtesten Vertreter abstruser Verschwörungstheorien in den USA. Greene ist Kongressabgeordnete und bekennt sich offen zu der Gruppierung „QAnon“. Beide sind in den sozialen Medien wie Twitter und Youtube aktiv. In einer Sache aber zeigte sich Donald Trumps Sohn einsichtig: „Wir haben alle unsere verrückten Leute.“

Herbe Niederlage

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Laura Ingraham kritisiert die Kandidaten der Republikaner

+++ 15.57 Uhr: Neben Tucker Carlson sprach auch die Fox News-Moderatorin Laura Ingraham während des viertägigen „Americafests“in Phoenix. In ihrer Rede bewertete sie frühere Präsidentschaftskandidaten – das letzte Mal, dass ein „akzeptabler“ und „Mainstream“-Republikaner die Präsidentschaft gewonnen habe, sei George W. Bush im Jahr 2004 gewesen.

Dass Politiker wie John McCain, der Kandidat der Republikaner für die Präsidentschaftswahl 2008 war, und Mitt Romney, der sich 2012 für die Wahl aufstellen ließ, die Wahlen verloren, würde laut Ingraham zeigen, dass die Menschen „diese Art von Republikanischer Partei nicht wollen“ – obwohl sie laut ihr „mainstream“ seien. Als Ingraham Romneys Namen erwähnte, reagierte das Publikum mit Buhrufen.

Twitter-Nutzer kritisierten Ingrahams Äußerungen. Einer sagte, sie „betont, dass McCain und Romney verloren haben, weil es ins Narrativ passt, dass Nicht-MAGA-Republikaner nicht gewinnen können“. Ein anderer Nutzer fügte hinzu: „Der König der MAGA-Republikaner, Donald Trump, hat die letzte Präsidentschaftswahl auch verloren.“ Ein weiterer stellte fest, dass es erstaunlich sei, „wie leicht und sorglos diese Republikaner ihre eigenen Leute den Wölfen zum Fraß vorwerfen.“

Tucker Carlson beteuert Sympathie für Donald Trump, vermeidet aber ein Bekenntnis

+++ 13.02 Uhr: Der Fox-News-Moderator Tucker Carlson hat eine Rede beim Americafest gehalten, in der er Politiker:innen als „seltsam“ bezeichnete. „Ich meine, ernsthaft. Du lebst dafür, dass Leute, die du noch nie getroffen hast, deinen Namen schreien. Was für ein Perverser bist du?“, sagte Carlson am Sonntag (18. Dezember). Menschen, die sich nach Bewunderung von Fremden sehen, seien „emotional beschädigt“. Er betonte weiter, dass er keinen Politiker:innen trauen würde. „Ich kenne sie zu gut.“

Auf Social Media spotteten viele über Carlsons Worte. „Redet er über sich selbst?“, fragte ein Nutzer. Ein anderer schrieb: „Ironie, dein Name ist Tucker Carlson“. Carlson beteuerte zudem seine Sympathie für Donald Trump. „Ich liebe Donald Trump wirklich, als Typ“, sagte er. „Ich kenne Trump seit 20 Jahren und ich habe mich immer gut mit ihm verstanden. Er ist einer der lustigsten Menschen, mit denen ich je in meinem Leben gesprochen habe.“ Die Frage, ob Carlson Trump oder dessen Rivale bei den Republikanern, Ron DeSantis, bei der kommenden US-Wahl unterstützen würde, beantwortete Carlson nicht.

Donald Trumps Rivalen wittern ihre Chance

+++ 21.56 Uhr: Ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter Donald Trumps fällt ein vernichtendes Urteil über den ehemaligen Präsidenten. Laut John Bolton, ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater, gebe es „keinen Trumpismus“ innerhalb der Republikanischen Partei. Die Präsidentschaft Trumps sei nichts weiter als „eine vorübergehende Verirrung der amerikanischen Politik“ gewesen, so Bolton im US-Fernsehsender MSNBC.

+++ 20.07 Uhr: Noch vor dem Start des „Americafest“ hat Steve Bannon eine weitere Breitseite gegen Donald Trump abgefeuert. Der ehemalige Berater des Präsidenten pries Trumps größten Rivalen bei den Republikanern: Ron DeSantis. Der Gouverneur Floridas befinde sich in Sachen Impfpolitik mittlerweile „rechts von Trump“ - ein klares Lob aus dem Mund von Bannon.

Update, 19.01 Uhr: Wann Donald Trump Jr. die Bühne beim „Americafest“ betritt, haben die Veranstalter noch nicht bekannt gegeben. Das Spektakel ist auf drei Tage angesetzt. Sechs musikalische Darbietungen und mindestens 48 Rednerinnen und Redner sollen auftreten.

Donald Trump Jr. tritt beim „Americafest“ - Vater Donald bleibt zuhause

Erstmeldung: Phoenix, Arizona – Seinem Vater Donald Trump steht eine Woche des Grauens bevor. In Washington DC hält der Untersuchungsausschuss des Kongresses zu den Ereignissen am 06. Januar 2021 seine letzte öffentliche Sitzung ab. Das Gremium wird dann aller Voraussicht nach die Empfehlung ausgeben, gegen den ehemaligen Präsidenten zu ermitteln. Ebenfalls nächste Woche werden die Demokraten wohl die Steuererklärungen des Präsidenten offenlegen. Dagegen hatte sich Donald Trump seit seinem Einstieg ins politische Geschäft 2016 gewehrt.

Und dann war da ja noch seine „große Ankündigung“ in der vergangenen Woche. Donald Trump hatte seine Anhängerschaft mit kryptischen Worten zunächst aufgestachelt, nur um sie dann bitter zu enttäuschen. Statt politischer Entscheidungen oder neuen Partnern präsentierte der Ex-Präsident nur eine Kollektion digitaler Sammelkarten, die ab sofort zum Verkauf stehen. Kaum jemand aus seinem Unterstützerfeld nannte das eine gute Idee. Trumps ehemaliger Strategie- und später Sicherheitsberater, Steve Bannon, war entsetzt: „Ich kann das einfach nicht mehr“, sagte Bannon und ergänzte: „Wer auch immer die Idee hatte, sollte gefeuert werden.“

Donald Trump Jr. trifft konservative Elite in Phoenix

Nun trifft Bannon in den kommenden Tagen auf jemanden, der wissen könnte, von wem die Idee stammt: Donald Trump Jr. Der älteste Sohn des ehemaligen Präsidenten nimmt wie Bannon an der Veranstaltung „Americafest“ in Phoenix, Arizona, teil. Der Event besteht aus Auftritten konservativer Country-Musiker und jede Menge Rednerinnen und Redner aus dem Umfeld der Republikanischen Partei. Veranstaltet wird das Spektakel von „Turning Point USA“, eine rechtspopulistische Studentenorganisation mit engen Verbindungen zu Donald Trump.

Größen von Fox News wie Tucker Carlson, Greg Gutfield und Laura Ingraham sind dabei, ebenso die rechte Vordenkerin Candace Owens, Trumps ehemalige Pressesprecherin Kayleigh McEnany und MyPillow-CEO Mike Lindell. Das Ensemble komplettieren Politikerinnen und Politiker wie Matt Gaetz, Kari Lake und Josh Hawley. Außerdem wie erwähnt Donald Trump Jr. und Steve Bannon.

„Americafest“ in Phoenix - die bekanntesten Persönlichkeiten

NameBeruf
Donald Trump Jr.Sohn von Donald Trump
Tucker CarlsonModerator bei Fox News
Candace OwensRechtspopulistin, Autorin
Greg GutfieldModerator bei Fox News
Laura IngrahamModeratorin bei Fox News
Josh HawleySenator für den US-Bundesstaat Missouri
Kari LakePolitikerin der Republikaner
Matt GaetzKongressabgeordneter der Republikaner
Newt GingrichEhemaliger Präsidentschaftskandidat der Republikaner
Kayleigh McEnanyEx-Pressesprecherin Donald Trumps
Lauren BoebertKongressabgeordnete der Republikaner
Mike LindellGründer von MyPillow

Wird Donald Trumps Kampagne Thema bei „Turning Point USA“?

Kaum vorstellbar, dass die Veranstaltung ganz ohne Bemerkungen über Donald Trumps Sammelkarten-Fiasko auskommt. Mit Sicherheit dürfte seine Kampagne für die US-Wahl 2024 zur Sprache kommen. Inwieweit diese auf einer Veranstaltung von „Turning Point USA“ noch Zustimmung findet, dürfte für die Chancen Trumps auf eine Nominierung der Republikaner entscheidend sein. (dil/tt)

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