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„Schicksal“: Erdogan für Aussage heftik kritisiert

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Von: Niklas Kirk

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Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan bei Pressekonferenz
Der türkische Präsident Erdogan steht für seine Aussagen zum Minen-Unglück in der Kritik. © Handout / Press Office of the Presidency of Turkey / AFP

Nachdem in einem Bergwerk über 40 Arbeiter ums Leben gekommen sind, wird der türkische Präsident für seine Aussagen harsch kritisiert.

Frankfurt – Nach dem Grubenunglück am vergangenen Freitag (14. Oktober) in der Türkei sind 41 Opfer beerdigt worden. Fünf Bergleute befinden sich noch immer in kritischem Zustand, sagte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Sonntag (16. Oktober). Währenddessen gehen die Löscharbeiten in der Mine weiter, wie der staatliche Nachrichtensender TRT berichtete.

In der Kritik steht unterdessen der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (AKP). Wie BBC berichtet, ließ sich Erdogan dazu hinreißen, den Unfall als „Plan des Schicksals“, zu bezeichnen und fügte hinzu, dass die Menschen sich bewusst sein sollten, dass solche Unfälle immer passieren werden. Er fügte jedoch hinzu, dass keine „Mängel oder unnötigen Risiken“ für die Arbeiter in dem konkreten Fall bestanden hätten, wie Euronews berichtet.

Erdogan äußerte sich bereits in ähnlicher Weise zum Soma-Unglück im Jahr 2014. Bei dem bisher tödlichsten Grubenunglück in der Türkei kamen 301 Menschen bei einer Explosion ums Leben.

Minen-Unglück in der Türkei – harsche Kritik an Erdogan von Opposition und einem Gewerkschaftsvorsitz

Die türkische Bevölkerung sieht darin einen Versuch der Regierung, unzureichende Kontrollen und Sicherheitslücken herunterzuspielen. Von einem Unfall möchte auch der Vorsitzende der Gewerkschaft der Kammern türkischer Ingenieure und Architekten, Emin Koramaz nicht sprechen. Er bekräftigt via Twitter den Vorwurf, die Regierung habe fahrlässig gehandelt. Laut ihm wurden Bergleute „Hunderte von Metern unter die Erde geschickt wurden, ohne die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, ohne Inspektion und ohne sichere Bedingungen zu schaffen“.

Kritik kam ebenso vom Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu (CHP), der laut BBC die Frage stellte, „in welchem Land man eigentlich lebe“, mit dem Verweis auf die Vielzahl von Unglücken in türkischen Minen.

Minen-Unglück in der Türkei - Offizielle Ursache noch nicht bestätigt

Die offizielle Ursache für das Unglück ist noch nicht bekannt. Zuständige Behörden teilten mit, dass die türkische Staatsanwaltschaft eine Untersuchung der Explosionsursache eingeleitet hat. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Explosion möglicherweise durch Methan verursacht wurde, das in dem staatlichen Kohlebergwerk zusammen mit anderen Stoffen für ein explosives Gemisch gesorgt hätte.

Diese Vermutung deckt sich mit Zeugenaussagen, die seit mehreren Tagen den Geruch von austretendem Gas in der Nähe der Mine bemerkt hätten. (nki)

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