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„Putin wird seinen nächsten Geburtstag nicht erleben“

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Von: Nail Akkoyun

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Russland sieht sich im Ukraine-Krieg mit immer mehr Problemen konfrontiert. Putins Macht könnte damit schwinden, meint ein Ex-Duma-Abgeordneter.

Moskau – Heftige Kämpfe in offiziell bereits annektierten Gebieten, wachsende Anspannung im eigenen Land – für den Kreml läuft die „militärische Spezialoperation“ in der Ukraine mehr schlecht als recht. Auch ob eine mögliche Eroberung von Soledar eine Wende bringen kann, ist unklar.

Indes sprießen gerade im Westen Gerüchte über die Zukunft von Wladimir Putin. Neben Rätselraten um den Gesundheitszustand des russischen Präsidenten sorgen auch die Rückschläge im Ukraine-Krieg für Spekulationen um dessen Macht. Nun hat der im Exil lebende Oppositionelle Ilja Ponomarjow gemutmaßt, dass Putin seinen nächsten Geburtstag – den 7. Oktober – nicht mehr erleben wird.

„Putins Macht beruht auf seiner Position als Alphamännchen, als die Person, die unbesiegbar ist. 2022 war das Jahr, in dem diese Position zu schwinden begann. Meine Prognose bleibt, dass er seinen nächsten Geburtstag nicht mehr erleben wird“, sagte Ponomarjow im Gespräch mit Newsweek.

Der russische Präsident Wladimir Putin während eines Kongresses in Moskau am 29. November 2022.
Der russische Präsident Wladimir Putin während eines Kongresses in Moskau am 29. November 2022. © Mikhail Metzel/AFP

Ukraine-Krieg: Putin-Kritiker erwartet Meuterei im Kreml

Ponomarjow stimmte im Jahr 2014 als einziger Abgeordneter der russischen Staatsduma gegen die Annexion der Krim. Zwei Jahre später wurde ihm das Mandat entzogen, der Politiker wanderte in die Ukraine aus. Dort steht er inzwischen an der Spitze einer Oppositionsbewegung. Er hat die Russen schon mehrfach zum Sturz Putins aufgerufen.

Der Wahl-Ukrainer geht davon aus, dass sich Putins innerer Kreis weiter gegen ihn wenden wird. „Mein persönlicher Traum ist es natürlich, Putin in Den Haag zu sehen, aber ich glaube nicht, dass er es schaffen wird“, sagte der Oppositionelle. Ihm zufolge wird das russische Staatsoberhaupt gar nicht erst die haben, sich vor dem Internationalen Gerichtshof zu verantworten – da es vorher sowieso getötet werde.

Russland mit Problemen im Ukraine-Krieg: Bewegt sich Putin auf dünnem Eis?

„Diejenigen, die ihn umgeben, werden ihm nicht erlauben, nach Den Haag zu gehen, weil seine Aussagen für sie sehr schädlich sein könnten“, sagte Ponomarjow. Kombiniere man das mit all den Problemen Russlands und dem angeblich schwindenden Vertrauen in Putin, sei die Lösung für einige Protagonisten Moskau eindeutig: Mord an Putin.

Die von verschiedenen Organisationen, Medien und Ermittler:innen gesammelten Beweise veranlassten US-Botschafterin Beth van Schaack bereits im März 2022 dazu, Russland der „systematischen Kriegsverbrechen“ zu beschuldigen. Die Vorstellung, dass Wladimir Putin für diese freiwillig – selbst im Falle eines ukrainischen Triumphs – einstehen würde, scheint jedoch äußerst unrealistisch. (nak)

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