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So könnte Russland eine taktische Atomwaffe in der Ukraine einsetzen

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Von: Vivian Werg

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Eine in Abwesenheit Putins geführte Diskussion, wann und wie Russland eine taktische Nuklearwaffe verwenden könnte, hat die Regierung von Biden und die westlichen Hauptstädte alarmiert.
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem PR-Termin mit dem Militär. © Mikhail Klimentyev/ dpa

Russland droht immer wieder mit dem Einsatz von Atomwaffen: Doch welche Auswirkungen hätte dies?

Moskau – Wladimir Putins Drohungen, im Ukraine-Krieg nukleare Waffen einzusetzen, verwundern die internationale Gemeinschaft kaum noch. Zu viele widersprüchliche Signale kamen bereits aus Moskau. Nun hat allerdings ein Gespräch im Kreml Spekulationen angeheizt, dass Russland in der Planung eines Atomwaffen-Einsatz weit fortgeschritten sein könnte.

Wie die New York Times berichtet, fand kürzlich eine in Abwesenheit Putins geführte Diskussion, wann und wie Russland eine taktische Nuklearwaffe verwenden könnte in Moskau statt. Die US-Regierung zeigte sich nun ob dieser Nachricht. alarmiert.

Ukraine-Krieg: Einsatz von Atomwaffen durch Russland nicht ausgeschlossen

Gegenüber dem Nachrichtenportal Newsweek sagte James Acton, Co-Direktor des „Nuclear Policy Program bei der Carnegie Endowment for International Peace“, dass es nicht unmöglich sei, dass Russland in Zukunft auf Atomwaffen zurückgreife. Er halte den Einsatz von Atomwaffen durch die russische Regierung kurzfristig für sehr unwahrscheinlich – liefen die Dinge jedoch schlecht für das Land, dann allerdings für möglich. Dennoch warnte er vor Spekulationen, was der erste russische Einsatz von Nuklearwaffen mit sich bringen könnte. Es gebe viele Unsicherheiten, so Acton weiter.

In der Reihenfolge der Eskalationsstufen wären dies:

Gegenüber Newsweek sagte Acton weiter, dass er nicht behaupte zu wissen, was von dem genannten am wahrscheinlichsten sei. Es wären sogar noch gravierende Optionen möglich, wie etwa Angriffe auf Kiew oder sogar die Vereinigten Staaten – für einen Ersteinsatz aber eher unwahrscheinlich.

In jedem Fall wäre das Ziel, selbst bei einem Einsatz auf dem Schlachtfeld, nicht einen taktischen Vorteil zu erzielen, sondern die Ukraine und insbesondere ihre Partner in Angst und Schrecken zu versetzen, damit sie nachgeben oder Zugeständnisse machen. Russland verfolge eine Abschreckungsdoktrin der Eskalation bis zur Deeskalation, so Acton im Interview.

Einsatz von Atomwaffen in der Ukraine: So könnten sie eingesetzt werden

Das „United States Institute of Peace“ erklärte im vergangenen Monat, dass eine Option für Russland darin bestehen könnte, öffentlich eine Atomwaffe näher an die Ukraine zu verlegen oder eine taktische Atomwaffe vor der Küste als „Demonstrationsschlag“ zu zünden.

Schätzungen des Pentagons zufolge, soll Russland über bis zu 2000 taktische Atomwaffen verfügen, die eine geringere Sprengkraft und Reichweite haben als die Sprengköpfe auf ballistischen Interkontinentalraketen. Sie wurden noch nie in einem Gefecht eingesetzt, aber könnten auf verschiedenste Weise benutzt werden. Unter anderem durch Raketen oder Artilleriegeschosse. Dies könnte es Moskau ermöglichen, die Situation zu „deeskalieren“ und Putin verhelfen, seine Streitkräfte in der Ukraine zu halten, um den Sieg zu erklären.

Einige Analysten haben einen Angriff über dem Schwarzen Meer vorhergesagt, doch Patricia Lewis, Forschungsdirektorin für internationale Sicherheit bei der Londoner Denkfabrik „Chatham House“, hält es für unwahrscheinlich. Dies würde Russlands eigene Flotte gefährden, sagte sie gegenüber Newsweek. Ihre Sichtweise der Dinge erläuterte sie dem Nachrichtenportal wie folgt:

G7 warnt: Im Falle eines Einsatzes von Atomwaffen mussMoskau mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen

Laut Pavel Podvig, ein in Genf ansässiger Analyst und Leiter des Forschungsprojekts „Russians Nuclear Forces“, seien die Streitkräfte in der Ukraine verstreut und mobil, sodass es keine geeigneten militärischen Ziele gibt. Ein Atomschlag als Demonstration wäre denkbar, aber dann würde sich die Frage stellen, wofür? Solange die Botschaft nicht da ist, dass man bereit sei, einen Angriff auf Städte und die Zivilbevölkerung folgen zu lassen, wäre diese Demonstration wirkungslos, so Podvig.

Am Freitag (4. November) warnten die Länder der G7, dass Moskau im Falle eines Einsatzes chemischer, biologischer oder nuklearer Waffen mit schwerwiegenden Konsequenzen zu rechnen habe. Allerdings sei für Podvig, schwer vorstellbar, dass Putin seine Generäle zusammenruft und ihnen befielt, zehn- bis hunderttausende Menschen zu töten. (Vivian Werg)

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