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Putin vor Sturz? Berüchtigter Mafiaboss spricht von „Machtwechsel“ in Russland

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Von: Tobias Utz

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Wie steht es um Putins Zukunft? Laut einem Mafiaboss hängt am Schicksal des russischen Präsidenten auch der Frieden in der Gesellschaft.

Moskau – Insbesondere eine Thematik bestimmt die Gerüchteküche im Ukraine-Krieg: Hat Wladimir Putin noch eine politische Zukunft in Russland oder nicht? Immer wieder ist von aufstrebenden Unterstützern des Präsidenten die Rede. „Putins Koch“, Jewgeni Prigoschin, und „Putins Bluthund“, Ramsan Kadyrow, werden mehrfach genannt.

Der prominente Kremlkritiker Michail Chodorowski warnte jüngst vor allem vor Prigoschin, der im Jahr 2014 die berüchtigte Söldnergruppe „Wagner“ gründete: „Er bereitet sich auch auf ein Leben nach Putin vor. Und er baut eine Beziehung zu Kadyrow auf“, sagte er jüngst dem Nachrichtenportal Politico. Prigoschin stehe aktuell noch unter Putins Kontrolle, spiele aber – ähnlich wie Kadyrow – ein „doppeltes Spiel“.

Putin vor Sturz? Mafiaboss warnt vor „Machtwechsel“

Das Nachrichtenportal Meduza berichtete zudem, dass die beiden immer mehr Unterstützer im Kreml erhalten. Möglicherweise handelt es sich dabei auch im Nutznießer, die ebenfalls eigene Ziele verfolgen. Demnach sollen die aufstrebenden Persönlichkeiten Alexey Dyumin, Gouverneur von Tula, und Dmitry Mironov, ehemaliger Leiter der Region Jaroslawl und Assistent Putins, Kadyrov und Prigoschin im Stillen unterstützen.

Wladimir Putin
Wladimir Putin ist auf einer Leinwand, die auf dem Roten Platz in Moskau steht, zu sehen. © Alexander Nemenow / AFP

Ein in Russland prominenter Mafiaboss warnt nun ebenfalls vor den Umsturzversuchen. Ein „Machtwechsel“ zugunsten der Söldnertruppe „Wagner“ sei sehr gefährlich für die Gesellschaft. In einem Videoaufruf, der derzeit in sozialen Netzwerken kursiert, appellierte Grima Moskowski an die Bevölkerung, vorsichtig zu sein, wen sie unterstützt. „Jetzt bilden sich in Russland zwei Banden. Eine Bande ist die von Wagner und die andere die von Kadyrow. Jetzt gibt es einen Machtwechsel in Russland“, zitiert das Nachrichtenportal Newsweek Moskowski: „Wer ist ein Schurke und wer wird an die Macht kommen?“

Moskowski geht sogar noch weiter: „Glauben Sie mir, stellen Sie sich vor, wer die Wagners sind. Alles ehemalige Sträflinge, die 20, 15, 18, 19 Jahre alt waren, die für Vergewaltigungen, die Verbreitung von Mord und alle Arten von Gewalt verantwortlich sind. Und jetzt sind sie frei und wollen essen, sie wollen Geld verdienen und sich wohlfühlen. Und zu wem werden sie gehen? Sie werden zu euch, den einfachen Russen, gehen“, fährt er fort.

Prigoschin wird immer mächtiger

Von „Putins Koch“ zur „Stimme des Volkes“?

Gestützt wird Moskowskis Warnung von einer Einschätzung des Thinktanks „Institute for the Study of War“. Darin hieß es Ende Oktober, dass „Putins Koch“ „eine Bedrohung für Putins Herrschaft“ darstelle. (tu mit dpa/AFP)

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