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Unter Druck: Top-General warnt vor Putins Reaktion auf Rückeroberungen

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Von: Anika Zuschke

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Wladimir Putin, Präsident von Russland, beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO).
Für Russland sieht es um Ukraine-Krieg derzeit schlecht aus – deswegen mahnt ein Top-General, vorsichtig zu sein. © Sergei Bobylev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Der russische Präsident Putin wird von den Rückeroberungen der Ukraine zunehmend in eine Ecke gedrängt. Ein Top-General mahnt deswegen jetzt zur Vorsicht.

Moskau – Russlands Präsident Wladimir Putin steht zunehmend unter Druck, denn der Ukraine-Krieg läuft derzeit alles andere als rund für den Kreml-Herrscher. Die Ukraine erobert im Osten des Landes langsam, aber stetig ihre Heimat zurück – und im Kreml sorgen die militärischen Erfolge für Panik. Doch genau diese Unruhe bereitet einem hochrangigen US-Militärführer Sorgen. Da Putin weiterhin enorme Rückschläge einstecken muss, rief General Mark Milley zur Vorsicht auf. Denn bei dieser Kriegsführung wisse man einfach nicht, was als Nächstes passieren könne.

News im Ukraine-Krieg: Top-General warnt vor Reaktion Putins auf die Rückeroberungen

Der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs der Streitkräfte der USA, General Milley, stattete einem Militärstützpunkt im polnischen Warschau am Sonntag, 18. September 2022, einen Besuch ab. Der Stützpunkt hilft der Ukraine in ihrem Kampf gegen die russische Invasion. Aus Sicherheitsgründen wurden Pressestellen jedoch darum gebeten, den Namen der spezifischen Basis nicht zu nennen.

Nach seinem Besuch äußerte Top-General Milley laut der Nachrichtenagentur Reuters: „Der Krieg läuft derzeit nicht besonders gut für Russland“, und fuhr fort: „Also obliegt es uns allen, einen hohen Grad an Bereitschaft und Alarmbereitschaft aufrechtzuerhalten.“ Bei der Kriegsführung könne man laut Milley einfach nicht mit einem hohen Maß an Sicherheit sagen, was als Nächstes passieren wird.

Atomwaffen im Ukraine-Krieg? Biden spricht vehemente Warnung gegen Putin aus

Mit den sich häufenden Rückschlägen im Ukraine-Krieg kommt derzeit vermehrt die Sorge auf, dass ein in die Ecke gedrängtes Russland zu Atomwaffen greifen könnte. Anlass für diese Bedenken gab auch der Präsident der USA, Joe Biden, der Wladimir Putin vor wenigen Tagen eindringlich vor dem Einsatz von taktischen Atom- oder Chemiewaffen warnte.

„Machen Sie das nicht, machen Sie das nicht, machen Sie das nicht“, sagte Biden in einem Interview-Ausschnitt mit dem Fernsehsender CBS. „Es würde das Gesicht des Krieges verändern, wie nichts anderes seit dem Zweiten Weltkrieg“, so der Präsident der Vereinigten Staaten. Russland würde sich damit mehr zum Außenseiter machen als jemals zuvor.

Der Nachrichtenseite Newsweek zufolge reagierte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit einem Verweis auf Russlands Nukleardoktrin. Diese besagt, dass das Land Atomwaffen angesichts „einer Aggression gegen Russland oder seinen Verbündeten mit dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen“ oder „wenn die Existenz des Staates bedroht ist“ einsetzen darf.

Ukraine-Krieg: Russen pochen vermehrt auf die Zerstörung ukrainischer Infrastruktur

Anlass zur Sorge bereiten mit Blick auf die Verluste Russlands derzeit auch Aussagen im staatlichen russischen Fernsehen. Auf dem Fernsehkanal Rossija 1 erschien laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ein Experte, der erklärte, wie Russland trotz der Rückschläge in der Ukraine noch siegen könne. Ihm zufolge müsse man dafür die „gesamte zivile Infrastruktur der Ukraine“ vernichten.

Der Ansatz dieser Fernsehrunde lautet: Wenn Millionen ukrainische Familien in einer dunklen, kalten Wohnung ohne Wasser und anderweitige Versorgung säßen, würden sie die Dominanz der Russen irgendwann hinnehmen. Dass die gezielte Zerstörung ziviler Infrastruktur ein Kriegsverbrechen darstellt, scheint man bei Rossija 1 bereits hingenommen zu haben. „Schon jetzt werden wir Russen doch dargestellt als eine einzige Horde von Barbaren“, sagte Putin-Propagandist Alexey Anpilogov dazu laut dem RND.

Im russischen staatlichen Fernsehen will man den Leuten in Zukunft also offenbar geben, was sie angeblich sowieso schon erwarten. Auch der russische Kriegskorrespondent Vladlen Tatarsky riet seinem Land im Staatsfernsehen dazu, sich zu Folter und Gräueltaten offen zu bekennen: „Wir sollten unseren Feinden sagen: Ja – so sind wir! Fürchtet uns, Leute!“ (Anika Zuschke)

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