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US-Wahl 2024: Christen wehren sich gegen Trump-Kandidatur

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Von: Lukas Zigo

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US-Christen distanzieren sich von Donald Trump und den christlich-nationalistischen Führern. 14.000 unterschreiben Petition gegen Trump-Kandidatur 2024.

Mar-a-Lago – Seit Donald J. Trump am Dienstagabend (15. November 2022) seine Kandidatur bekannt gegeben hatte, schlägt ihm ein starker Gegenwind aus ungewohnter Richtung entgegen. Neben der innerparteilichen Konkurrenzsituation mit Floridas Senator Ron DeSantis haben tausende von Menschen eine von einer christlichen Organisation gestartete Petition unterzeichnet, die Trumps Kandidatur für das Weiße Haus 2024 verurteilt.

Trump war am in der vergangenen Woche der erste Kandidat, der nach dem enttäuschenden Abschneiden der GOP (Grand Old Party/Republikanische Partei) bei den Zwischenwahlen 2022 offiziell seine Kampagne für 2024 startete. Viele Republikaner gaben dem ehemaligen Präsidenten die Schuld daran, dass zahlreiche von Trump unterstütze Kandidaten ihre Wahlen verloren hatten.

Ex-US-Präsident Trump in Mar-a-Lago
Donald Trump, ehemaliger US-Präsident, spricht in seinem Anwesen Mar-a-Lago. Der frühere US-Präsident Trump will bei der Präsidentenwahl 2024 erneut für die Republikaner antreten. © Andrew Harnik/dpa

Dies geschieht zu einer Zeit, in der Trump mit einer Reihe von strafrechtlichen Ermittlungen konfrontiert ist. Darunter eine Untersuchung von Geheimdokumenten, die in seinem Haus in Florida beschlagnahmt wurden. Darüber hinaus läuft noch die Untersuchung seines Versuches, sich nach seiner Wahlniederlage 2020 an der Macht zu halten.

USA: Petition gegen Trump Kandidatur mit mehr als 14.000 Unterschriften

Am Morgen nach Trumps Ankündigung letzte Woche startete Faithful America eine Petition, die inzwischen mehr als 14.000 Unterschriften gesammelt hat. In der Petition heißt es, dass Trump seine jüngste Präsidentschaftskampagne mit einer Rede ankündigte, die „mit Angstmacherei und Lügen gespickt“ war und deutlich machte, dass er „beabsichtigt, die faschistischen Taktiken zu intensivieren“, die zu dem „christlich-nationalistischen“ Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 führten.

„Wir wissen noch nicht viel darüber, wie die Wahl 2024 ablaufen wird, aber eines ist sicher: Eine weitere Trump-Präsidentschaft wäre eine Katastrophe für unser Land“, heißt es weiter. „Mehrere machthungrige Pastoren und christlich-nationalistische Führer wie Mike Huckabee, Mark Burns und Eric Metaxas stehen bereits Schlage, um sich auf seine Seite zu stellen, und geben fälschlicherweise vor, für alle Christen zu sprechen.“

USA – Direktor von Faithful America warnt vor Trump: „weitere vier Jahre des Faschismus“

Die Petition fordert Christen auf, „ihre Stimme zu erheben“ und „deutlich zu machen, dass Donald Trump unsere Werte nicht teilt und niemals unsere Stimmen bekommen wird“. Reverend (zu Deutsch: Pastor) Nathan Empasall, der geschäftsführende Direktor von Faithful America, sagte, Trump habe die Religion in seinen letzten beiden Präsidentschaftskampagnen wiederholt als „Waffe“ eingesetzt.

„Der aufrührerische Ex-Präsident hat die Religion in seinen letzten beiden Kampagnen wiederholt als ‚Waffe‘ eingesetzt, und 2024 wird es nicht anders sein. Weder das Land noch die Kirche können sich weitere vier Jahre des Faschismus, des Rassismus, der Fehlinformation oder des Egos dieses Scharlatans leisten“, sagte Empsall in einer Erklärung gegenüber des US-Nachrichtenportals Newsweek.

Faithful America hat Anfang des Monats auch eine Petition gestartet, in der Republikaner, darunter die Abgeordnete Marjorie Taylor Greene aus Georgia, eine Verbündete von Trump, als „falsche Propheten“ verurteilt werden.

US-Christen: Führer der christlich-nationalistischen Bewegung „behaupten, für Jesus zu sprechen“

In dieser Petition, die mehr als 15.000 Unterschriften erhalten hat, heißt es: „Die Führer der christlich-nationalistischen Bewegung kommen im Schafspelz zu uns und behaupten, für Jesus zu sprechen, erweisen sich aber letztlich als gefräßige Wölfe, die die Sprache der Religion manipulieren und sich nur um sich selbst kümmern, indem sie die Rechte von Nicht-Christen, Frauen, Migrantenfamilien, Wählern und der LGBTQ-Gemeinschaft auffressen.“

Sie fügt hinzu, dass die Mehrheit der Christen im ganzen Land „es satthaben, zu sehen, wie falsche Propheten wie Marjorie Taylor Greene, Franklin Graham, Doug Mastriano, J.D. Vance und Michael Flynn das Evangelium für ihre kulturelle Agenda des Hasses, der Macht und der Spaltung verdrehen.“ (lz)

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