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Midterms in den USA: Donald Trump verliert schon wieder in Georgia

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Von: Lukas Zigo, Christian Stör

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Georgia bleibt kein gutes Pflaster für Donald Trump. Sein Kandidat unterliegt bei der Vorwahl zu den Midterms gegen Amtsinhaber Brian Kemp.

Update vom Mittwoch, 25. Mai, 09.30 Uhr: Schlappe für Donald Trump bei den US-Vorwahlen in Georgia. Der von Trump unterstützte David Perdue unterlag in dem Südstaat klar dem konservativen Amtsinhaber Brian Kemp. Bei der parteiinternen Wahl kam Kemp auf 73,7 Prozent der Stimmen, Perdue nur auf 21,8 Prozent (Stand 25. Mai 2022/ 09.20 Uhr MESZ). Der frühere Senator Perdue hatte sich besonders eng an Trumps Seite gestellt. Er wiederholte regelmäßig die Vorwürfe des früheren Präsidenten vom angeblichen Wahlbetrug 2020, bei dem Trump die Präsidentschaft an Joe Biden verlor.

Vorwahl-Ergebnisse GeorgiaStand 25. Mai 2022 09.20 Uhr (99 Prozentige Wahrscheinlichkeit)
Kemp73,3 Prozent
Perdue21,8 Prozent
Taylor3,4 Prozent
Davis0,8 Prozent
Williams0,3 Prozent

Gouverneur Kemp dagegen hatte Trumps Wut auf sich gezogen, weil er sich damals weigerte, den Ausgang der Wahl in Georgia zugunsten des damaligen Präsidenten zu kippen. Trump hatte Kemp deswegen regelmäßig scharf kritisiert und sich hinter dessen Herausforderer Perdue gestellt.

Mike Pence bei einer Wahlkampfveranstaltung von Brian Kemp in Kennesaw.
Mike Pence bei einer Wahlkampfveranstaltung von Brian Kemp in Kennesaw. © Robin Rayne/Imago Images/dpa

Am Wahltag bekräftigte Trump seine Unterstützung für Perdue und seine Kritik an Kemp. Perdue sei „ein konservativer Kämpfer, der keine Angst vor der radikalen Linken“ habe, schreib der 75-jährige Ex-Präsident in einer Erklärung. Kemp dagegen habe Georgia „im Stich gelassen“ und „massiven Wahlbetrug“ zugelassen. „Kemp ist ein schwacher Gouverneur“, so Trump.

Erstmeldung vom Dienstag, 24. Mai, 16.54 Uhr: Atlanta – Donald Trump hat bei den Republikanern noch immer das große Sagen. So dachte man zumindest, als bei den parteiinternen Primaries vor den Midterms 2022 der von ihm unterstützte Autor J.D. Vance in Ohio deutlich vor dem ursprünglichen Favoriten Josh Mandel gewann. Ohnehin zeigt bisher die Kandidatenkür für die Zwischenwahlen in den USA einen deutlichen Rechtsruck der Grand Old Party. Donald Trump durfte sich zunächst also freuen.

Doch nun droht Trump bei den Vorwahlen in den USA eine schwere Schlappe. Am 24. Mai entscheiden die Republikaner nämlich in Georgia darüber, wen sie im November bei den Midterms ins Rennen um den Gouverneursposten schicken werden. Auch hier hat Donald Trump natürlich seine Stimme erhoben und einen Kandidaten lautstark im Vorwahlkampf unterstützt. Königsmacher Trump möchte gerne den ehemaligen Senator David Perdue auf dem Thron sehen.

Midterms 2022 in den USA: Donald Trump droht schwere Schlappe

Trumps Vorliebe ist keine Überraschung. Das hat aber vielleicht weniger mit Perdue selbst zu tun als vielmehr mit dessen Gegenspieler. Denn dabei handelt es um niemand anderen als Amtsinhaber Brian Kemp, der sich nach der Präsidentschaftswahl 2020 zusammen mit seinem Innenminister Brad Raffensperger standhaft geweigert hatte, das Wahlergebnis in Georgia zu Donald Trumps Gunsten zu manipulieren. Der wollte die beiden daraufhin am liebsten im Gefängnis sehen.

Raffensberger und Kemp genießen aber weiter ihre Freiheit. Und Kemp schickt sich nun sogar an, ein weiteres Mal für das Amt des Gouverneurs von Georgia zu kandidieren. Das will Trump mit aller Macht verhindern. Im Vorwahlkampf griff er Kemp frontal an, nannte ihn einen „Verräter“, „Überläufer“ und „Feigling“.

Mike Pence
Geboren7. Juni 1959
ParteiRepublikaner
ÄmterVizepräsident 2017 bis 2021
Gouverneur von Indiana 2013 bis 2017
Repräsentant 2001 bis 2013

Midterms 2022 in den USA: Mike Pence stellt sich gegen Donald Trump

Doch Trump hat die Rechnung ohne Mike Pence gemacht. Trumps frühere Vize hat sich auf die Seite von Trumps Intimfeind Brian Kemp geschlagen und seinem früheren Chef damit quasi offen den Kampf angesagt. Sollte Brian Kemp die Primary in Georgia gewinnen, so Pence bei einer Rede am Vorabend der Wahl, wäre dies eine besondere Botschaft fürs ganze Land: Es würde beweisen, dass „die Republikanische Partei die Partei der Zukunft ist“. Was gleichzeitig anzudeuten scheint, dass Pence den Sieg des Trump-Kandidaten eben nicht als förderlich für die Grand Old Party ansieht.

Ohnehin verzichtete Mike Pence darauf, Trump in seiner Rede auch nur einmal zu erwähnen. Auch auf die verbalen Attacken Trumps gegen Kemp ging Pence mit keinem Wort ein. Für Mike Pence spielt Donald Trump bei den Primaries in Georgia also keine Rolle. Sollte Brian Kemp, der in Umfragen deutlich vor Perdue liegt, tatsächlich in Georgia die Vorwahl der Republikaner gewinnen, wäre das auch ein Triumph für Mike Pence. Sein Einsatz gegen Donald Trump deutet auch darauf hin, dass sich Pence für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2024 positionieren will. (Christian Stör)

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