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Volksfestverbote für sexistisches Lied „Layla“: Justizminister Buschmann hat kein Verständnis

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Von: Tobias Utz, Tanja Kipke

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Der Ballermann-Hit „Layla“ dominiert aktuell die Charts. Wegen seines sexistischen Inhalts zieht die Stadt Würzburg nun Konsequenzen.

+++ 08.45 Uhr: Nach dem Würzburger Kiliani-Volksfest hat auch die Kirmes in Düsseldorf das Ballermann-Lied „Layla“ verboten. „Ich bin der Meinung, dass dieses Lied überall hingehört – nur nicht auf unseren Festplatz“, sagte Schützen-Chef Lothar Inden der dpa. Inden betonte, dass er das Lied im Vorfeld nicht gekannt habe, der Inhalt allerdings nicht den Gepflogenheiten des die Kirmes organisierenden Traditionsvereins entspreche. Zuvor hatte sich Justizminister Marco Buschmann zur Debatte geäußert (s. Update v. 08.00 Uhr).

Update vom Mittwoch, 13. Juli, 08.00 Uhr: Bundesjustizminister Marco Buschmann hat sich in den Streit um das sexistische Lied „Layla“ eingemischt. „Man muss Schlagertexte nicht mögen. Man kann sie sogar doof oder geschmacklos finden. Sie aber behördlich zu verbieten, finde ich, ist eins zu viel“, schrieb der FDP-Politiker auf Twitter.

Marco Buschmann äußert sich zu „Layla“-Verbot
Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) kann das „Layla“-Verbot auf dem Kiliani-Volksfest in Würzburg nicht nachvollziehen. © Karl-Josef Hildenbrand / dpa, Kay Nietfeld / dpa | Collage: Redaktion

Zu Beginn der Woche war bekanntgeworden, dass „Layla“ auf dem Würzburger Kiliani-Volksfest auf Drängen der Stadt nicht gespielt werden darf. Ein Stadtsprecher sagte dazu, dass man als Veranstalter des Volksfestes den Festzeltbetreiber gebeten habe, den Ballermann-Song nicht mehr zu spielen.

+++ 11.00 Uhr: Nachdem Würzburg den Schlager-Hit „Layla“ auf dem Kiliani-Volksfest verboten hat (s. Erstmeldung), gibt es schon die erste Kritik an der Entscheidung. Die jüngste Stadträtin Würzburgs, Rena Schimmer (Junge Union), wehrt sich gegen das Verbot, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.

„Für mich ist das subjektiv kein Sexismus, dementsprechend habe ich kein Problem damit“, sagt sie. Der Songtext sei durch die Kunstfreiheit gedeckt. Sie kritisiert auch, dass die Entscheidung nicht im Stadtrat besprochen wurde und stelle einen entsprechenden Antrag, um zu erfahren wie es dazu kam.

Würzburg: Stadt verbietet Ballermann-Hit „Layla“ auf Volksfest

Erstmeldung vom Montag, 11. Juli, 09.00 Uhr: Würzburg – „Ich hab‘ ´nen Puff und meine Puffmama heißt Layla“, lautet der Refrain des Schlager-Hits „Layla“, von DJ Robin & Schürze, der aktuell die Liste der deutschen Single-Charts anführt. Und das schon seit gut drei Wochen. Wegen des Liedtextes geriet der Song jedoch schon reichlich in die Kritik. „Sie ist schöner, jünger, geiler“, heißt es im Refrain weiter. Bundesweit entbrannte eine Debatte, da es in dem Text um eine Prostituierte geht. Musikwissenschaftler Markus Henrik bezeichnete den Song gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland als „hochgradig sexistisch“.

Ballermann-Hit sorgt für Sexismus-Debatte: Würzburg verbietet Song auf Volksfest

Am Ballermann, auf Festivals und auch auf Volksfesten dient der Song vor allem bei jungen Leuten als Stimmungshit und es wird kräftig mitgegrölt. Die Stadt Würzburg will da wohl nicht mitspielen und setzt ein Zeichen. Sie verbietet den Song kurzerhand auf dem städtischen Volksfest.

Einem Bericht der Mainpost zufolge hat Würzburg das Abspielen des Schlagers „Layla“ auf dem Kiliani-Volksfest in der Stadt verboten. „Es wird sichergestellt, dass das Lied künftig nicht mehr gespielt wird“, zitiert die Zeitung in ihrer Dienstagausgabe einen Sprecher der Stadt. Hintergrund sei der von Kritikern als sexistisch empfundene Liedtext.

Nicht nur Schlager-Song „Layla“ ist in Würzburg verboten

Die Stadt Würzburg hatte bereits mit den Volksfest-Betreibern eine Vereinbarung geschlossen, dass das umstrittene „Donaulied“ - dessen Text sich um eine Vergewaltigung dreht – nicht mehr gespielt werden darf. Die Vereinbarung umfasse alle Liedtexte, die rassistische oder sexistische Inhalte haben, berichtet die Zeitung. Nun dürfe auch „Layla“ auf dem Fest nicht mehr gespielt werden. (tkip/tu mit AFP/dpa)

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