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Donald Trump macht den Wendehals - und spricht vom russischen „Holocaust“ in der Ukraine

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Von: Daniel Dillmann

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Donald Trump ändert seine Meinung zum Ukraine-Krieg um etwa 180 Grad.
Donald Trump ändert seine Meinung zum Ukraine-Krieg um etwa 180 Grad. © Chandan Khanna/afp

Donald Trump ändert seine Meinung über die Ukraine. Was vor kurzem noch ein unwichtiger Konflikt war, ist in den Worten des Ex-Präsidenten nun ein „Holocaust“.

USA – Die Lage im Ukraine-Konflikt* bleibt unübersichtlich. Weder die Zahl der zivilen Opfer noch die Menge an gefallenen Soldaten kann zum jetzigen Zeitpunkt verifiziert werden. Die Angaben aus der Ukraine unterliegen wie die aus Russland* immer dem Verdacht, dass hier nicht die Wahrheit preisgegeben wird, sondern strategische Überlegungen den Veröffentlichungen zugrunde liegen.

Doch Donald Trump, einst Präsident der USA* und nun Rentner in Mar-a-Lago, stört sich daran offenbar nicht. Zu Beginn des Ukraine-Kriegs hatte Trump in Russlands Präsidenten Wladimir Putin* noch einen besonders cleveren Staatsführer gesehen. Und Schuld an der Eskalation sei ja ohnehin Joe Biden*, Trumps Nachfolger im Weißen Haus. Die Sache gehe die Vereinigten Staaten aber gar nichts an, Biden solle sich lieber um die „Invasion aus Mexiko“ kümmern anstatt um einen Krieg „tausende Kilometer entfernt.“

Donald Trump und die Ukraine: Gegenwind von den Republikanern

Für diese Aussagen hatte Donald Trump unerwartet viel Gegenwind auch aus den Reihen seiner eigenen, der Republikanischen Partei erhalten. Mutmaßlich führte das zu einem Umdenken und schließlich zu ganz anderen Tönen des Ex-Präsidenten. Im Interview mit Fox News nannte Trump den Angriff Russlands auf die Ukraine* „einen Holocaust“. Seinen Männerfreund Wladimir Putin forderte er auf, die Angriffe einzustellen. „Russland muss aufhören, die Leute umzubringen“, so Trump gegenüber Moderatorin Maria Bartiromo. „Das ist eine schreckliche Sache, die dort passiert. Wir erleben es ja alle live im Fernsehen.“

Daneben erinnerte sich Donald Trump auch an sein berühmt-berüchtigtes Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj* im Jahr 2019, dessen Folge das erste von zwei Amtsenthebungsverfahren gegen Trump* war. Selenskyj hält sich weiterhin in Kiew* auf, wo ein Anschlag tschetschenischer Söldner auf ihn abgewehrt werden konnte. Trump sagte, er sei damals „sehr beeindruckt“ von Selenskyj gewesen. Warum er damals aber zögerte, der Ukraine die dringend benötigten Militärhilfen in der Höhe von 250 Millionen US-Dollar zu überweisen, diese Frage stellte ihm seine Vertraute auf Fox News aber nicht.

Ukraine: Der Krieg hat für Donald Trump etwas Gutes

Doch bei all den schlechten Nachrichten hat der Krieg in der Ukraine für Donald Trump auch etwas Gutes. Für ihn seien die Gräuel, die sich aktuell in der Ukraine abspielen, auch eine Form der Rechtfertigung. „Ich fühle mich in meiner Politik bestätigt“, so Trump, angesprochen auf die Entscheidung von Bundeskanzler Olaf Scholz, den finanziellen Beitrag Deutschlands zur Nato deutlich zu erhöhen. Tatsächlich hatte Trump das während seiner Amtszeit von der Bundesrepublik. Das hatten allerdings vor Trump auch Barack Obama, Bill Clinton und George W. Bush getan.

Für Donald Trump spielt das keine Rolle. Er ist und bleib sich sicher: „Vergessen Sie nicht, wäre ich kein Präsident gewesen, dann gäbe es heute keine Nato*.“ (Daniel Dillmann) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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