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„Holen wir es uns zurück!“ Donald Trump will wieder US-Truppen nach Afghanistan schicken

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Von: Daniel Dillmann

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Donald Trump in Washington Township, Michigan.
Donald Trump in Washington Township, Michigan. © Scott Olson/AFP

Wie im Vorbeigehen schlägt Donald Trump bei einer Wahlkampfrede vor, wieder in Afghanistan einzumarschieren.

Washington Township (Michigan) – Auf einer Veranstaltung namens „Save America Rally“ hat Donald Trump* ganz offen in Erwägung gezogen, die Armee der USA* wieder nach Afghanistan* zu schicken. Die Reaktion der Trump-Fans: Jubel und Applaus.

In seiner Rede in der Kleinstadt Washington Township im Bundesstaat Michigan hatte Donald Trump über sein Lieblingsthema gesprochen: US-Präsident Joe Biden*. Der hätte in der Außenpolitik einen Fehler an den anderen gehängt. Das gelte vor allem in Afghanistan, seit dem Abzug der USA von den Taliban* regiert. Militärisches Gerät im Wert von 85 Milliarden US-Dollar hätte die Armee bei ihrem Abzug zurückgelassen, so Donald Trump. Es sei „das dümmste Ding, das ich je gesehen habe“, weshalb Trump vorschlug: „Vielleicht sollten wir einfach zurückgehen und es uns zurückholen.“

Donald Trump trifft in Michigan auf jubelnde Menge

Die Menge jubelte, Trump sprach weiter über Brillen, Biden und Maschinengewehre, die in Afghanistan liegen geblieben seien. Insgesamt dauerte die Rede etwas weniger als zwei Stunden. Darin nicht zur Sprache kam hingegen die Tatsache, dass es Trump selbst war, der am 08. November 2020, also nur fünf Tage nach seiner Wahlniederlage gegen Biden, den Befehl unterschrieben hatte, die US-Truppen vollständig aus Afghanistan abzuziehen.

Zuvor war es seine Administration, die den Abzug der US-Truppen mit den Taliban verhandelt hatte. Dafür hatte Trump die islamistischen Gotteskrieger so extra in die USA nach Camp David eingeladen*, auch wenn aus dem gemeinsamen Ausflug dann doch nichts wurde.

Donald Trump: Anhängerin glaubt an Space Force und den großen Wahlbetrug

Statt mit derlei Details beschäftigte sich Donald Trump, den der Auftaktredner in Washington Township als den „aktuellen Präsidenten der USA“ bezeichnete, lieber mit dem angeblichen Wahlbetrug, der ihn den Sieg bei der Wahl 2020 gekostet habe. Eine seiner Zuschauerin hatte vor der Veranstaltung dafür sogar Beweise erwähnt. Die lägen angeblich Space Force, also den von Trump ins Leben gerufenen Weltraumstreitkräfte, vor.

Dabei handelt es sich laut der Trump-Anhängerin „um so etwas wie die Armee, also Militär eben“. Space Force hätte alles vorliegen. „Wir werden bald eine Notfallübertragung im Fernsehen sehen, das Militär wird das Kriegsrecht ausrufen und wir werden Videos schauen, acht Stunden lang, die ganze Welt wird es sehen. Wir werden aufgezeichnete Tribunale sehen und Geständnisse und die ganze Welt wird erwachen.“ Bis dahin wird es aber sicher noch die eine oder andere Veranstaltung mit Donald Trump geben. (dil)

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