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Giuliani lamentiert: Trump hätte sich selbst begnadigen sollen

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Von: Christian Stör

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Donald Trump und Rudy Giuliani
Donald Trump am Rednerpult, hinter im Rudy Giuliani. (Archivfoto) © Jim Watson / AFP

Der ehemalige Trump-Anwalt Rudy Giuliani fürchtet, dass der frühere US-Präsident im Zuge der Untersuchungen zum 6. Januar angeklagt wird.

Washington D.C. – Für Donald Trump läuft es derzeit nicht rund. Vor allem die Aussagen von Cassidy Hutchinson vor dem Ausschuss zur Untersuchung der Attacke auf das Kapitol liegen dem früheren US-Präsidenten schwer im Magen.

Hutchinson zufolge soll Trump sich vorab über mögliche Gewalt am 6. Januar 2021 im Klaren gewesen sein. Er habe gewusst, dass der Mob bewaffnet gewesen sei, sagte die 26-Jährige. Damit hatte die ehemalige Mitarbeiterin des Weißen Hauses die Frage nach rechtlichen Konsequenzen für Donald Trump aufgeworfen.

Rudy Giuliani: Donald Trump hätte sich selbst begnadigen sollen

Auch der in Ungnade gefallene Anwalt Rudy Giuliani, der beim Sturm auf das Kapitol eine Schlüsselrolle gespielt hat, sieht Donald Trump nun in großer Gefahr. Und er ärgert sich wohl ein wenig darüber, dass Trump vor Ende seiner Amtszeit die Möglichkeit hat verstreichen lassen, sich selbst vorausschauend zu begnadigen.

In seinem Podcast sagte Giuliani nun, dass Trump aufgrund der Untersuchungen des Sonderausschusses allem Anschein nach angeklagt werde. Also hätte Trump nach Giulianis Ansicht wohl sehr viel besser daran getan, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen – nicht aber, wohlgemerkt, „weil er ein Verbrechen begangen hat – verstehen Sie mich recht –, sondern weil diese Leute kriminell sind. Sie legen Menschen rein.“ Damit waren die Mitglieder des Untersuchungsausschusses gemeint.

Das würde vielleicht auch erklären, warum viele Personen aus Trumps Umfeld nach den Unruhen offenbar Begnadigungen für sich selbst beantragt hatten. Dazu gehörten nach Angaben des Sonderausschusses die republikanischen Abgeordneten Matt Gaetz, Marjorie Taylor-Greene und Mo Brooks. Unter Eid nannte Cassidy Hutchinson dann auch noch den Namen von Rudy Giuliani. Der hat ein solches Vorgehen bestritten.

Donald Trump dachte wohl über eine Selbstbegnadigung nach

Tatsächlich aber scheint Donald Trump in den Januartagen 2021 ernsthaft über eine Selbstbegnadigung nachgedacht zu haben. Wie es in einem Bericht der New York Times heißt, soll Trump mehrmals davon gesprochen haben, dass er erwäge, sich selbst zu begnadigen. Und er soll seine Berater gefragt haben, ob er dies wirklich tun solle und welche Auswirkungen dies rechtlich und politisch auf ihn haben würde.

Schon zuvor hatte Trump behauptet, dass er die Macht habe, sich selbst zu begnadigen. Offenbar war er damals davon überzeugt, dass seine Feinde ihn nach seinem Ausscheiden aus dem Amt strafrechtlich verfolgen würden. Nun sieht sich Trump wahrscheinlich in seiner Auffassung bestätigt. Rudy Giuliani jedenfalls stößt jetzt ins gleiche Horn. (cs)

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