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Atomschlag gegen die Nato? Russischer TV-Experte fordert Wladimir Putin zum Handeln auf

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Von: Andreas Apetz

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Der russische Präsident Wladimir Putin
Der russische Präsident Wladimir Putin. (Archivfoto) © SNA/Imago Images

Im Ukraine-Krieg muss Russland starke Verluste einstecken. Als Reaktion darauf fordert ein TV-Experte die Einrichtung eines nuklearen Planungszentrums.

Moskau – Ein Moderator des russischen Staatsfernsehens forderte Präsident Wladimir Putin am Donnerstag (15. September) dazu auf, einen Plan für einen Atomangriff gegen die Nato auszuarbeiten. In einem Video, das von BBC-Moderator Francis Scarr auf Twitter gepostet wurde, sprach der russische TV-Experte Igor Korotchenko im Moskauer Staatsfernsehen Kanal 1 über die wachsende Bedrohung für Russland durch die Nato.

Der russische Staat sei einer „nuklearen Erpressung“ ausgesetzt, da die USA taktische Atomwaffen auf einer Reihe von Nato-Luftwaffenstützpunkten stationiert habe. Ziel sei, damit das „russische Territorium zu treffen“.

Ukraine-Krieg: TV-Experte fordert Putin zu Atomwaffen-Übung auf

Russland müsse sich gegen diesen Einsatz verteidigen. „Offensichtlich ist die Zeit gekommen, dass wir [...] Übungen abhalten müssen, in denen russische taktische Atomwaffen eingesetzt werden.“ Es müssten Vorbereitungen getroffen werden, damit man im Falle eines Atomangriffs durch die Nato „nicht herumrennen und überlegen muss, wie wir reagieren sollen“, so TV-Experte Korotchenko.

Dafür schlug er ein eigenes nukleares Planungszentrum im russischen Sicherheitsrates vor. Darin sollen Notfallpläne und Vorgehensweisen für den Ernstfall ausgearbeitet werden. Außerdem müsste Russland sich überlegen, „welche kritischen Infrastruktureinrichtungen der Nato, welche Einheiten und Hauptquartiere Ziele eines russischen Atomangriffs sein können“. Diese Überlegungen seien notwendig, da man schon bald ein „nukleares Ultimatum der Nato“ erwarten könne, fügte Korotchenko hinzu.

Die russische Diplomatin und Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Zakharova deutete in der vergangenen Woche ebenfalls den Einsatz von Atomwaffen an. Darüber berichtet das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek. Mit den großen Waffenlieferungen der USA an die Ukraine sei eine „rote Linie“ überschritten worden. „Wir behalten uns das Recht vor, unser Territorium zu verteidigen“, sagte Zakharova. Im Falle eines Gegenangriffs sei man gezwungen, „angemessen zu reagieren“.

Russland in Bedrängnis: Politiker drohen mit nuklaren Waffen

Korotchenkos und Zakharovas Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die ukrainischen Streitkräfte vermehrt die Kontrolle über die von Russland besetzten Gebiete zurückerlangen. In einem Bericht des britischen Verteidigungsministeriums vom Donnerstag (15. September) heißt es: „Die ukrainischen Streitkräfte festigen weiterhin ihre Kontrolle über die neu befreiten Gebiete der Oblast Charkiw. Die russischen Streitkräfte haben sich weitgehend aus dem Gebiet westlich des Flusses Oskil zurückgezogen.“

Seit der Ukraine-Krieg begonnen hat, spielt Russland mit seiner Rolle als Atommacht. Immer wieder kommt es zu zweideutigen Aussagen und Drohungen. In Bezug auf die Rückeroberung der Krim drohte Russlands ehemaliger Präsident Medwedew mit dem „jüngsten Gericht“. Häufig werden Russlands Drohungen als leere Worte abgetan. John Bolton, Ex-Sicherheitsberater USA unter Donald Trump, hält einen Nuklearkrieg mit Russland jedoch für wahrscheinlicher als je zuvor. (aa)

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