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„Hilf mir“: Putin-Propagandistin vor laufender Kamera angeschossen

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Von: Helena Gries

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Ukrainische Soldaten blicken während der Kämpfe zwischen ukrainischen und russischen Truppen auf aufsteigende Rauchwolken in der Nähe der Stadt Soledar im Donbass.
Der Donbass ist im Ukraine-Konflikt weiterhin schwer umkämpft. Bei einem Angriff ist eine russische Kriegsberichterstatterin in Soledar verletzt worden – vor laufender Kamera. (Symbolfoto) © Libkos/dpa

Medienberichten zufolge ist eine russische Kriegsberichterstatterin bei einem Angriff in Soledar schwer verletzt worden. Während des Beschusses lief ihre Kamera mit.

Donezk/Moskau – Der Donbass ist im Ukraine-Konflikt weiterhin schwer umkämpft. Mitteilungen der russischen Militärführung und der Söldnergruppe „Wagner“ zufolge sei Soledar längst von russischen Truppen eingenommen. Russlands Präsident Wladimir Putin will offenbar einen „Pyrrhussieg“ - ein Sieg, mit hohen Opferzahlen. Medienberichten zufolge ist nun auch eine russische Kriegsberichterstatterin Angriffen im Ukraine-Krieg zum Opfer gefallen.

Anastasia Jelsukowa, Kriegsberichterstatterin der russischen Online-Nachrichtenseite Readovka, ist demnach in Soledar im Osten der Ukraine verletzt worden. In einem Gebiet, von dem Russland behauptet, es unter voller Kontrolle zu haben.

Ukraine-Krieg: Russische Propagandistin in Soledar angeschossen

Zum Zeitpunkt des Angriffs habe sich die 19-jährige Jelsukowa mit einer Gruppe russischer Propagandisten in Soledar aufgehalten, um nach eigenen Angaben Gebäude zu filmen und Kommentare von den Kämpfern aufzunehmen. Dabei sei die Gruppe in einen massiven Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine geraten. Das berichtet das russische Magazin Readovka auf seinem Telegram- Kanal.

Da während des Angriffs die Kamera der russischen Propagandistin weiter lief, wurde aufgenommen, wie sie verletzt wurde. In dem Video ist Jelsukowa zu sehen, wie sie in die Kamera starrt und sagt: „Direkt neben uns findet eine Schießerei statt.“ Plötzlich wird die Aufnahme von etwas unterbrochen, Jelsukowa bricht in hysterische Schreie aus und schreit: „Hilf mir!“ Das geht aus Berichten russischer Staatsmedien hervor.

Den Berichten zufolge erlitt Jelsukowa eine Knieverletzung, nachdem sie von Granatsplittern getroffen worden war. Sie wurde von Mitgliedern der Wagner-Gruppe erstversorgt, bevor sie mit dem Hubschrauber evakuiert und einer Knieoperation unterzogen wurde. „Unsere Militärkorrespondentin ist in Kampflaune und will so schnell wie möglich wieder an die Arbeit,“, heißt es in der Erklärung von Readovka bei Telegram. Für ihren Umgang mit der Verletzung wird Jelsukowa vom Chef der „Wagner“-Söldner Jewgeni Prigoschin als Heldin gefeiert. (hg)

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