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Oberst Georg Klein, ehemals Kommandeur im Bundeswehrlager Kundus.
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Oberst Georg Klein, ehemals Kommandeur im Bundeswehrlager Kundus.

Bundeswehr

Neues von Oberst Klein

  • VonSteffen Hebestreit
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Georg Klein ist der berühmteste Oberst, über den die Bundeswehr im Augenblick verfügt. Verteidigungsminister de Maizière wird den 51-Jährigen, der vor fast genau drei Jahren durch einen fatalen Befehl bekannt wurde, zum Brigadegeneral befördern.

Georg Klein ist der berühmteste Oberst, über den die Bundeswehr im Augenblick verfügt. Berühmt bleibt er, doch nicht mehr lange Oberst: Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) wird den 51-Jährigen zum Brigadegeneral befördern. Klein soll 2013 Abteilungsleiter im neuen Bundesamt für Personalwesen der Bundeswehr werden. Seine künftige Besoldungsstufe B?6 schreibt die Beförderung vor. Klein steigt damit in die erlesene Schar der etwa 200?Bundeswehr-Generale auf.

Das Verteidigungsministerium wies am Mittwoch auf die besondere Qualifikation hin, die Klein für diesen Posten habe. Gegenwärtig sei er als Chef des Stabes in der Stammdienststelle der Bundeswehr bereits für Personalangelegenheiten tätig.

Ein fataler Befehl

Vor fast genau drei Jahren ist der gebürtige Rheinländer durch einen fatalen Befehl bekanntgeworden. In der Nacht zum 4. September 2009 ordnete er als Befehlshaber des Feldlagers in Kundus an, dass Kampfjets zwei entführte Tanklaster bombardieren, die auf einer Sandbank im Bett des Kundus-Flusses feststeckten.

Durch die Bomben wurden aber nicht nur die Lastwagen zerstört, sondern eine ganze Reihe von Zivilisten getötet, die sich bei den Fahrzeugen befanden. Ihre genaue Zahl ist unklar, sie soll zwischen 70 und 142 liegen. Genauer ließ es sich später nicht mehr feststellen.

Kleins Karriere wurde wenig beeinträchtigt

Mit seinem fatalen Befehl zerstörte Klein, der als ebenso erfahren wie besonnen galt, den Ruf, den die Bundeswehr in Afghanistan und in der Nato genoss. Schließlich hatte Isaf-Kommandeur Stanley McChrystal zuvor angeordnet, Luftangriffe nur im Notfall durchzuführen, um Zivilisten nicht unnötig zu gefährden. Die Untersuchung zeigte, dass ein solcher Notfall nicht bestand und Klein bewusst gegen die Einsatzregeln verstoßen hatte.

Im Zuge der Bombennacht musste Franz Josef Jung als Verteidigungsminister zurücktreten, Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert wurden von Jungs Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg entlassen. Kleins Karriere wurde indes von dem Vorfall wenig beeinträchtigt. Die Staatsanwaltschaft stellte Ermittlungen gegen ihn ein, die Bundeswehr ging trotz seiner falschen Angaben nicht disziplinarrechtlich gegen ihn vor und das Oberlandesgericht Düsseldorf lehnte einen Zivilprozess gegen Klein ab. Der Oberst versieht seither Innendienst. Viele Bundeswehrangehörige betrachten ihn als Helden.

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