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Neuer Totimpfstoff in Großbritannien zugelassen

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Von: Pamela Dörhöfer

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Der Totimpfstoff könnte noch wirksamer sein als farbenfroher Maskenschutz (gesehen in Sheffield). Oli SCARFF/AFP
Der Totimpfstoff könnte noch wirksamer sein als farbenfroher Maskenschutz (gesehen in Sheffield). Oli SCARFF/AFP © AFP

Das Vakzin der Firma Valneva ist das erste Produkt dieser Machart eines europäischen Herstellers.

Der Corona-Totimpfstoff VLA2001 von Valneva hat in Großbritannien eine bedingte Zulassung erhalten; das gab das französisch-österreichische Pharmaunternehmen dieser Tage bekannt. Bereits im März hatte Bahrein dem Vakzin eine Notfallzulassung erteilt.

VLA2001 basiert auf einem inaktivierten Ganzvirus und hat mit dem Aluminiumsalz Alaun und dem neuartigen, bislang nur in einem Hepatitis-Impfstoff verwendeten Adjuvans CpG 1018 gleich zwei Wirkverstärker zugesetzt bekommen. Als klassischer Ganzvirus-Totimpfstoff ist VLA2001 der erste Impfstoff dieser Machart eines europäischen Herstellers, während die aus China stammenden Corona-Vakzine überwiegend auf diesem traditionellen Verfahren beruhen.

VLA2001 darf in Großbritannien fortan für die Grundimmunisierung (die ersten beiden Dosen) von Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren eingesetzt werden. Das Unternehmen geht aber davon aus, dass sein Impfstoff auch als Booster geeignet sei, „da sich gezeigt hat, dass wiederholte Auffrischungsimpfungen gut mit inaktivierten Impfstoffen gegen das ganze Virus funktionieren“, wie es in einer Mitteilung von Valneva heißt.

Theoretisch sollten Impfstoffe mit inaktivierten Ganzviren den Vorteil haben, dass neu auftretende Mutationen des Virus die Wirkung nicht allzu stark beeinträchtigen, da sie anders als mRNA- oder proteinbasierte Impfstoffe nicht nur auf ein bestimmtes Oberflächeneiweiß des Erregers zielen, in diesem Fall das Spike-Protein.

Beobachtungen aus Studien und in der Praxis vor allem mit den chinesischen Impfstoffen bestätigen das bisher indes nicht. Auch ergab eine im Januar publizierte Studie (mit den Blutproben von allerdings nur 30 Teilnehmenden), dass im Vergleich zum Wildtypus von Sars-CoV-2 bei einer Konfrontation mit Omikron die Menge der nach der Impfung mit Valneva gebildeten Antikörper um das 16,7-Fache reduziert war. Von schwerwiegenden Nebenwirkungen wird aus den Studien von Valneva bisher nicht berichtet.

Wann man sich auch in Deutschland mit dem Vakzin von Valneva impfen lassen kann, steht noch nicht fest. Die europäische Arzneimittelbehörde Ema prüft das Valneva-Vakzin derzeit noch in einem rollierenden Zulassungsverfahren, ebenso wie den inaktivierten Ganzvirus-Impfstoff Sinovac aus China, den Vektorvirus-Impfstoff des russischen Gamaleya-Instituts und den Proteinimpfstoff Vidprevtyn des französischen Pharmakonzerns Sanofi. Valneva teilte im März mit, dass das Unternehmen auf eine bedingte Marktzulassung in der EU noch im April hoffe.

Ebenfalls dieser Tage stellte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters Pfizer-Chef Albert Bourla bei einem Termin der „International Federation of Pharmaceutical Manufacturers & Association“ zudem in Aussicht, dass der US-amerikanische Pharmakonzern möglicherweise bis Herbst dieses Jahres einen auf die Omikron-Variante angepassten Impfstoff auf den Markt bringen könnte. Es handelt sich dabei um ein Update des gemeinsam mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten mRNA-Impfstoffs „Comirnaty“.

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