1. Startseite
  2. Politik

Neuer Stil im Weißen Haus

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Damir Fras

Kommentare

US-Präsident Obama (li.) mit Chuck Hagel.
US-Präsident Obama (li.) mit Chuck Hagel. © REUTERS

Verteidigungsminister Chuck Hagel, einziger Republikaner im US-Kabinett, muss gehen: Präsident Obama glaubt offenbar nicht mehr, dass der 68-Jährige der richtige Mann für den Kampf gegen die Terrormiliz IS im Irak und in Syrien ist. Das ist aber nur ein Grund für den Abgang.

Knapp drei Wochen nach der verheerenden Niederlage der Demokraten bei den Kongresswahlen will US-Präsident Barack Obama beweisen, dass er noch regieren will. Beleg für den neuen Stil im Weißen Haus ist die Entlassung von Verteidigungsminister Chuck Hagel, die Obama am Montag überraschend bekannt gab. Hagel, einziger Republikaner im US-Kabinett, muss gehen: Der Präsident glaubt offenbar nicht mehr, dass der 68-Jährige der richtige Mann für den Kampf gegen die Terrormiliz IS im Irak und in Syrien ist.

Hagel, der erst vor nicht einmal zwei Jahren ins Amt kam, habe bereits vor einigen Tagen von Obamas Wunsch erfahren, hieß es in US-Medien. Die inoffizielle Entlassung Hagels könnte nach Auffassung von Militärbeobachtern in Washington darauf hindeuten, dass es zu einer Strategieänderung im Krieg gegen den IS kommen könnte.

US-Flugzeuge bombardieren zwar die Stellungen der Terrormiliz im Irak und in Syrien. Durchschlagende Erfolge bleiben bisher aber aus. Strittig ist auch das Ausmaß der US-Hilfe für syrische Rebellen, die gegen den IS und zeitgleich gegen den syrischen Diktator Baschar al-Assad kämpfen. Während Verteidigungsminister Hagel erst vor kurzem erklärt hatte, es werde keine Strategieänderung geben, entsandte Obama 1500 weitere Militärberater in den Irak. Fast 3000 US-Soldaten sind nun dort.

Lange Aufgabenliste

Die unterschiedlichen Auffassungen über den Krieg gegen den „Islamischen Staat“ sind aber nur ein Grund für den Abgang Hagels. Der Vietnam-Veteran, der zu Bush-Zeiten als einer der wenigen Republikaner gegen den Irak-Einmarsch gestimmt hatte, kann sich seit Beginn seiner Amtszeit im Militärapparat nicht durchzusetzen. Auch war seine Aufgabenliste lang: Hagel sollte den Krieg in Afghanistan beenden und einen Krieg gegen IS führen. Er sollte Experten nach Westafrika in den Kampf gegen Ebola schicken und stark sparen.

Als Nachfolger werden Michele Flournoy, eine frühere Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, und Ashton Carter, ehemals stellvertretender Verteidigungsminister, gehandelt. Als Kandidat gilt auch der demokratische Senator Jack Reed.

Auch interessant

Kommentare