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Mit neuer Energie

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Washington und Athen wollen enger zusammenarbeiten – auch militärisch.

Während die Spannungen zwischen den USA und der Türkei zunehmen, gewinnt Griechenland als strategischer Partner für Washington wachsende Bedeutung. Am Wochenende unterschrieb US-Außenminister Mike Pompeo in Athen ein neues Abkommen über militärische Zusammenarbeit. Unter anderem mit dem Hafen der Stadt Alexandroupolis im Nordosten Griechenlands haben die Amerikaner viel vor. Nicht nur die Schiffe der US Navy werden hier künftig anlegen, Alexandroupolis soll auch zu einer wichtigen Energie-Drehscheibe werden und den Balkan unabhängiger von russischem Erdgas machen.

Alexandroupolis symbolisiert einen Paradigmenwechsel der US-Politik im östlichen Mittelmeer. Seit Anfang der 1950er Jahre stand in dieser Weltgegend die Partnerschaft mit der Türkei im Mittelpunkt des amerikanischen Interesses. Das beginnt sich zu ändern, seit der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan die Nähe des Kremlchefs Wladimir Putin sucht. Erst bestellte Erdogan russische Luftabwehrsysteme. Weil Washington deshalb die Lieferung von US-amerikanischen F-35-Tarnkappenflugzeuge an die Türkei stoppte, prüft Erdogan nun auch die Beschaffung russischer Kampfjets.

Je mehr Erdogan auf Distanz zu den USA und zur Nato geht, desto wichtiger wird für die Amerikaner Griechenland. Einen „Pfeiler der Stabilität und der Sicherheit“ bilde das Land in der Region, lobte Außenminister Pompeo am Samstag, als er von Premier Kyriakos Mitsotakis empfangen wurde. „Wir öffnen ein neues Kapitel in unserer Geschichte“, sagte Mitsotakis. Pompeo bestätigte: „Unsere Beziehungen waren wirklich noch nie so stark wie heute.“

Terminal für Erdgas geplant

Anschließend unterzeichnete Pompeo mit seinem griechischen Amtskollegen Nikos Dendias ein neues Militärabkommen. Neben dem großen Marine- und Luftwaffenstützpunkt Souda auf Kreta können die USA künftig auch die Militärflughäfen von Larissa und Stefanovikio bei Volos in Mittelgriechenland nutzen.

Ein griechisches Firmenkonsortium plant nun im Hafen von Alexandroupolis ein großes Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG). Zwei Pipelines sollen Alexandroupolis mit der Adria im Westen und Bulgarien im Norden verbinden.

Die USA sind weltweit einer der größten Exporteure von LNG. Sie könnten über Alexandroupolis Russland als bisher wichtigsten Gasversorger der Balkanländer zurückdrängen. „Griechenland wächst in die Rolle einer regionalen Energie-Drehscheibe hinein und wird damit zu einem Garanten der Energiesicherheit und Diversifikation für Europa“, schwärmte US-Botschafter Geoffrey Pyatt.

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