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Mehrere Staffeln B-2-Doppeldecker aus dem Ersten Weltkrieg im Formationsflug (undatiertes Archivfoto). Flugzeuge hatten erst im Zweiten Weltkrieg eine entscheidende Wirkung. Im "Großen Krieg" dienten die Maschinen vor allem zur Aufklärung und Leitung des Artilleriefeuers. Über den Schützengräben gab es aber auch Luftkämpfe. Mit Zeppelinen und Flugzeugen wurden Luftangriffe auf Städte geflogen, darunter London.

Der große Krieg

Neue Waffen

Die Materialschlachten des Ersten Weltkriegs brachten der industriellen Entwicklung und insbesondere der Rüstungsindustrie einen ordentlichen Schub. Erstmals

Die Materialschlachten des Ersten Weltkriegs brachten der industriellen Entwicklung und insbesondere der Rüstungsindustrie einen ordentlichen Schub. Erstmals wurden Panzer, Flugzeugbomber und Giftgas eingesetzt. Herkömmliche und neue Technik standen in einem wunderlichen Kontrast: Einerseits gab es an der Front berittene Spähtrupps, Meldehunde und sogar Brieftauben, andererseits kommunizierten alliierte Soldaten erstmals mit drahtlosen Telefonen, gegen Kriegsende nutzten englische und US-Piloten bereits den Sprechfunk.

Fast alle führenden Nationen setzten Luftschiffe im Dienst der Marine ein, die Deutschen bedienten sich der Zeppeline auch für Aufklärungsflüge über Land und zum Abwurf von Bomben. Die ersten Jagdflugzeuge wurden eingesetzt. Die Franzosen montierten Abweisbleche an die Propeller, so dass sie mit Maschinengewehren hindurch feuern konnten. Die Deutschen konterten mit dem ersten serienmäßigen Jagdflugzeug, der Fokker-E III. Gegen Kriegsende verfügte die deutsche Luftwaffe über 5000 Flugzeuge und 60 000 Mann.

Die Briten setzten in der Somme-Schlacht im September 1916 die ersten Panzer ein, die sie bewusst verfälschend Tanks nannten. Viele deutsche Soldaten flohen panisch aus den Gräben. Die 49 Gefährte des Typs Mark I waren allerdings technisch unausgereift, schon auf dem Hinweg fielen 17 aus. Doch die Alliierten rüsteten nach und schickten im November 1917 bei Cambrai 375 britische Tanks gegen die Deutschen. Die Panzer des Ersten Weltkriegs waren anfällig für Flammenwerfer und Geschützfeuer. Die schnellsten Modelle brachten es damals auf eine Spitzengeschwindigkeit von zwölf Stundenkilometern. Gräben und Granatenlöcher konnten sie kaum überwinden. Doch sie bahnten einen Weg durch die Stacheldrahtverhaue zwischen den Schützengräben. Die Deutschen setzten erst 1918 eigene Panzer ein, bis Kriegsende waren es 20 Sturmpanzerwagen vom Typ A7 V.

Das größte Grauen verbreitete der - nach der Haager Landkriegsordnung verbotene - Einsatz von Giftgas. Deutsche töteten am 22. April 1915 im belgischen Ypern 5000 Menschen durch Chlorgas. Im Februar 1916 setzten Franzosen Phosgen ein, das die meisten Gastoten forderte, später verätzte Senfgas den Soldaten Augen, Atmungsorgane, Haut und führte ebenfalls zum Tod.

Die Zahl der Toten des Ersten Weltkriegs war lange umstritten. Inzwischen geht man von weit mehr als neun Millionen Kriegstoten aus. 20 Millionen Soldaten wurden verwundet, in den Heimatländern sah man mehr und mehr Kriegskrüppel mit fehlenden Gliedmaßen und oft nur notdürftig angepassten Prothesen. "Allein im Juli und August des Sommers 1918 wurden im deutschen Westheer in jeder Stunde durchschnittlich 168 Männer verletzt", heißt es in der Ausstellung über den Krieg im Deutschen Historischen Museum Berlin. uta

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