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Tino Chrupalla (2.v.l.), AfD-Bundestagsabgeordnete, Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, und Sebastian Wippel (r), AfD-Landtagsabgeordneter und Oberbürgermeisterkandidat für Görlitz.

Tino Chrupalla

Der neue starke Mann in der AfD

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Tino Chrupalla könnte Parteichef werden. Für Aufmerksamkeit sorgte Chrupalla, als er sich vor wenigen Wochen mit Ex-Trump-Berater Stephen Bannon traf.

Strahlende Sieger sind selten geworden in der AfD nach der Europawahl. In Sachsen aber ist die blaue Welle noch nicht gebrochen. Die AfD könnte auch bei der Landtagswahl im September stärkste Partei im Freistaat werden. Görlitz ist die Hochburg im Herzland. Es ist der Wahlkreis von Tino Chrupalla. Der Name fällt jetzt immer häufiger, wenn es um die Neuaufstellung der Parteispitze zum Jahresende geht. Als Siegertyp gilt Chrupalla, seit er bei den Bundestagswahl 2017 dem heutigen sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) das Direktmandat in Görlitz abnahm.

Mehrere Mitglieder des Bundes- und Landesvorstands sagen jetzt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): Der 44-jährige Malermeister aus Gablenz bei Bad Muskau soll beim Bundesparteitag Ende November als Parteichef kandidieren. Auch diese Art Aufmerksamkeit genießt Chrupalla sichtlich. Kommentieren möchte er seinen möglichen Aufstieg hingegen nicht.

Das Szenario sieht so aus: AfD-Senior Alexander Gauland (78) möchte den Parteivorsitz abgeben und sich bis 2021 auf die Fraktionsspitze konzentrieren. Co-Parteichef Jörg Meuthen will weitermachen und könnte das vermutlich auch – obwohl er durch Spendenaffäre und mäßiges Europawahl-Ergebnis geschwächt ist.

Chrupalla wäre ein Kandidat aus dem Osten, der auch für West-Delegierte wählbar wäre: Als kleiner Selbstständiger aus Sachsen kann er sowohl den sozial-nationalen als auch den marktliberalen Kurs der gespaltenen Partei glaubwürdig vertreten. Zudem kann er sowohl mit Radikalen wie mit Bürgerlichen: Er hat keine Berührungsängste zum radikalen „Flügel“ um den Thüringer Björn Höcke und den Brandenburger Andreas Kalbitz, gehört aber nicht direkt dazu.

Auch Gauland unterstützt Chrupalla als seinen Nachfolger. Dem Senior gelten seine früheren politischen Ziehsöhne Höcke und Kalbitz inzwischen wegen ihrer radikalen Agenda als ungeeignet für die vorderste Reihe der Partei. Anfang des Jahres verfasste Chrupalla ein Rundschreiben an die Mitglieder seines Kreisverbands, in dem er „Mäßigung im Ausdruck“ forderte. „Botschaften, die ganze Menschengruppen verunglimpfen“, seien zu unterlassen. „In der Sache weichen wir keinen Millimeter, aber wir müssen stets sachlich und vernünftig argumentieren und unsere Worte sorgfältig abwägen.“

Treffen mit Bannon

Als Bundestags-Fraktionsvize hat sich der Sachse in Berlin bei seinen Chefs Gauland und Weidel unentbehrlich gemacht. Als 2018 Chaos in den Fraktionsfinanzen herrschte, übernahm Chrupalla das Aufräumen.

Für Aufmerksamkeit sorgte Chrupalla, als er sich vor wenigen Wochen mit Ex-Trump-Berater Stephen Bannon traf. Chrupalla nannte das Gespräch mit dem ehemaligen Berater des US-Präsidenten „sehr aufschlussreich und interessant“. Er sagte, Bannon habe ihn kontaktiert. Er habe sich „sehr für Sachsen interessiert“. Bannon wolle sich auch im sächsischen Wahlkampf engagieren, sagte Chrupalla. Vielleicht aber hat der Amerikaner auch eine guten Riecher gehabt, wer in der AfD demnächst wichtig wird.

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