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In acht Tranchen flossen insgesamt 132.000 Euro Wahlkampfspenden an Alice Weidel.

AfD im Wahlkampf

Neue Spur in der AfD-Spendenaffäre

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Die Wahlkampf-Unterstützung für Alice Weidel und Jörg Meuthen soll von Henning Conle, Milliardär und Erbe des LTU-Gründers, kommen.

Die AfD-Spendenaffären drehen sich im Kreis: Die Wahlkampf-Unterstützung für die heutige Bundestags-Fraktionschefin Alice Weidel und Parteichef Jörg Meuthen könnte von einem deutsch-schweizerischen Milliardär stammen. Recherchen von „Süddeutscher Zeitung“, WDR und NDR führen ins Umfeld von Henning Conle, Erbe des LTU-Gründers und Immobilienhändler.

Conle hat seit den 1990er Jahren einen Wohnsitz in der Schweiz, am edlen Zürichberg. Dort befindet sich auch die Apotheke des Eigentümers der Pharmahandelsfirma PWS GmbH. Von dieser PWS GmbH flossen im Sommer 2017 132 000 Euro in acht Tranchen an den AfD-Kreisverband Bodensee, Verwendungszweck „Wahlkampfspende Alice Weidel“.

Der Spender habe um diesen Gefallen gebeten, weil er einen Schaden für seine Geschäfte gefürchtet habe, wenn sein Name als AfD-Geldgeber bekannt werde, schildert der Anwalt des PWS-Eigentümers. Doch an die AfD und die Bundestagsverwaltung meldete PWS nicht einen Spender, sondern eine Liste von 14 Namen. Diese besteht anscheinend komplett aus Strohleuten. Jetzt räumt ein Anwalt des Apothekers ein, die 14 Namen auf der Liste seien nicht die der wahren Spender; es sei ein Fehler gewesen, diese Liste zu übersenden. Tatsächlich habe nur ein Einzelner gespendet.

Vergangene Woche hatten die Rechercheure die vertrauliche Liste angeblicher Spender im Fall Weidel einsehen können. Auf dieser stach der Name des Mannes aus dem belgischen Antwerpen hervor. Dieser soll gleich bei mehreren merkwürdigen Spenden zugunsten der AfD aufscheinen. Er arbeitet für eine Firma, die zum Conle-Firmenimperium gehört. Sein Name findet sich auch auf einer weiteren Spenderliste, die die Schweizer Werbeagentur Goal AG an die AfD übermittelte. Hier handelt es sich um Wahlkampf-Unterstützung für Meuthen im Landtagswahlkampf 2016.

Ähnlich war es im Fall des heutigen Europa-Kandidaten Guido Reil, auch hier gab es eine offenbar fingierte Liste voller angeblicher Spender. Dessen sechs Strohmannspender sollen vollständig in der Weidel-Liste enthalten sein.

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