1. Startseite
  2. Politik

Nato schnürt neues Milliarden-Paket für Kiew im Ukraine-Krieg

Erstellt:

Von: Sebastian Richter

Kommentare

Die Nato-Mitgliedsstaaten unterstützen die Ukraine nicht nur mit Waffen, sondern auch mit Geld. Ein neues Finanzpaket könnte kommen. Das Geld war eigentlich für Afghanistan vorgesehen.

Frankfurt – Die Nato erwägt, ein großes Finanzpaket für die Ukraine zu schnüren. Das Geld dafür soll aus einem Finanztopf kommen, das ursprünglich für Sicherheitskräfte in Afghanistan vorgesehen war. Reste dieser Gelder könnten nun zur Unterstützung der Ukraine eingesetzt werden, wie das US-Magazin Politico mit Bezug auf anonyme westliche Beamte berichtet.

Ursprünglich war das Geld demnach für die Ausbildung und Ausrüstung der afghanischen Nationalarmee vorgesehen. Seit dem Fall Kabuls liegen die 3,4 Milliarden Dollar auf Eis. Kiew hat die Nato-Staaten um eine Umwidmung für den Kampf der Ukraine gegen die Invasoren aus Russland gebeten, berichten zwei der Beamte gegenüber Politico.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz. (Archivbild)
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa

Nato plant weitere Milliarden für die Ukraine

Die Entscheidung darüber, was mit den Milliarden im Fonds passieren soll, liegt bei den Geldgeberländern. Bisher wurde der Fonds eingefroren. In der letzten Zeit wurde an einem Mechanismus gearbeitet, mit dem das Geld entweder an die Mitgliedsstaaten zurücküberwiesen oder zu einem anderen Zweck verwendet werden kann. Laut politico erwägen einige Nato-Staaten nun, das Geld ganz oder zumindest teilweise an die Ukraine zu geben.

Neben Waffen bittet Kiew immer wieder um Geld aus dem Westen. Allerdings haben die Mitgliedsstaaten der Nato aktuell selbst unter einer hohen Inflation und steigenden Energiekosten zu kämpfen. Somit könnte der Afghanistanfonds als Überbrückung dienen, um die Nato-Staaten zu entlasten und Spannungen zwischen den Staaten zuvorzukommen.

Deutschland leistet großen Beitrag für Ukraine

Das Geld käme für die Ukraine zur rechten Zeit. Im Oktober sagte der ukrainische Wirtschaftsberater Alexander Rodnyansky gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, dass jeden Monat vier bis fünf Milliarden Dollar aus dem Ausland nötig seien, um den Haushalt zu stützen. Angesichts des heftigen Raketenbeschusses auf die Energie-Infrastruktur steigen die Kosten für den Wiederaufbau eher.

Einen großen Teil der Hilfe leistet bereits die Bundesrepublik. Das bestätigte auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg anfan Dezember. „Manchmal wird der Eindruck erweckt, Deutschland tue gar nichts. Es gibt wenige Länder im Bündnis, die mehr tun als Deutschland“, sagte Stoltenberg der Süddeutschen Zeitung mit Blick auf die deutsche Militärhilfe für die von Russland angegriffene Ukraine. (spr)

Auch interessant

Kommentare