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Bildnummer: 60340846  Datum: 09.08.2013  Copyright: imago/blickwinkel
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Klimawandel

Der neue deutsche Wald

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Exoten machen sich breit in Deutschland. Einwanderer wie das Indische Springkraut oder der Riesen-Bärenklau vermehren sich stark. Das verändert die heimische Flora

Palmen im deutschen Buchenwald? Eine ungewohnte Vorstellung. Im Tessin, einer milden Region im Süden der Schweiz, gibt es sie schon. Die ursprünglich als Gartenpflanze eingeführte Palme, die eigentlich aus Ostasien stammt und zehn bis 15 Meter hoch wird, verdrängt dort zunehmend heimische Bäume. Sie besiedelt Waldlichtungen und Waldränder, wo die Jungbäume oft Dickichte bilden. Folge: Durch die Beschattung kommen die Keimlinge oder Schösslinge anderer Bäume nicht mehr hoch.

Viele Experten bringen die schnelle Verbreitung der exotischen Art im Tessin mit dem Klimawandel in Verbindung. Naturschützer raten dringend, keine Samen von Gartenpalmen in die Natur zu bringen, verwilderte Jungpflanzen sofort auszureißen und neue Wuchs-Orte in den Wäldern den zuständigen Naturschutzfachstellen der Kantone zu melden.

Ob das Erfolg hat, ist fraglich. Exotische Pflanzen dürften künftig auch in Deutschland vermehrt auftreten. Denn mit dem Klimawandel wächst die Tendenz, dass sich mediterrane und subtropische Pflanzen ausbreiten und heimische Arten verdrängen. In Deutschland gibt es nach einer Untersuchung der Universität Konstanz bereits 450 dieser „Neophyten“.

Am bekanntesten sind Pflanzen wie das Indische Springkraut, das besonders an Bachläufen andere Pflanzen verdrängt, oder der Riesen-Bärenklau, der bei Menschen bei Berührung verbrennungsartige Verletzungen erzeugt. Nicht alle dieser eingewanderten Arten verdrängen die einheimischen Pflanzen, einige der potenziell problematischen Arten haben sich bisher kaum verbreitet. Doch das könnte sich ändern, wenn die Winter milder und die Sommer heißer werden, wie die Klimaforscher es voraussagen.

Werden keine drastischen Klimaschutz-Maßnahmen ergriffen, könnte hierzulande in 60 bis 70 Jahren ähnliche Klimaverhältnisse herrschen wie in Spanien oder Italien. Die großen Klimazonen verschieben sich nach Erkenntnissen des UN-Klimarats IPCC Richtung Nord- beziehungsweise Süd-Pol, sodass das heutige Mittelmeer-Klima allmählich auf die Höhe von Deutschland rückt. Die Pflanzen reagieren längst auf die bereits jetzt deutlich wärmeren Temperaturen – hierzulande sind es im Schnitt plus 1,4 Grad seit Beginn der Messungen 1881.

Sie treiben früher aus und werfen ihre Blätter meist erst später im Jahr ab. In Deutschland beginnen die Vegetationsphasen zum Beispiel der Wald- und Obstbäume heute im Schnitt um acht Tage früher als als noch Ende der 1980er Jahre. Das Schneeglöckchen beginnt in Hessen 3,4 Tage früher zu blühen, die Haselnuss 5,5 Tage, in Hamburg hat sich die Forsythienblüte gegenüber 1945 sogar um volle vier Wochen verfrüht.

Forschergruppen haben festgestellt, dass sich die Verbreitungsgebiete zahlreicher Pflanzen- und Tierarten im Schnitt um etwa 17 Kilometer pro Jahrzehnt in Richtung Pole beziehungsweise in Gebirgen um rund elf Meter aufwärts verschieben, um die gewohnte Klimazone quasi „einzuholen“. Der Biologieprofessor Ingolf Kühn vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle warnt allerdings, dass das nicht immer so einfach funktioniert. „Kritisch am Klimawandel heute ist die Geschwindigkeit, mit der er sich vollzieht.“ Während manche Tierarten mit dem Tempo der Veränderungen mithalten können, ist das vor allem bei Bäumen und krautartigen Pflanzen nicht der Fall.

Viele Naturschützer warnen vor den Neophyten

Was heißt das für den „deutschen Wald“, der zum Kulturgut der Nation gehört wie in kaum einem anderen Land? Wird er sich in den nächsten Jahrzehnten stark verändern? „Durchaus“, sagt der Forstwissenschaftler Christopher Reyer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, „der Wald wird ganz anders aussehen als heute.“

Allerdings nicht nur, weil die Förster auf den Klimawandel reagieren müssen, sondern weil die hiesigen Forste ohnehin „umgebaut“ werden müssen. Nämlich weg von den „Baumfabriken“ mit schnellwachsenden Fichte- und Kiefer-Monokulturen, die etwa nach dem Zweiten Weltkrieg hochgezogen worden waren. Und hin zu generell stabileren Mischwäldern, die nicht nur Stürme und Schädlingsattacken besser überstehen, sondern auch höhere Temperaturen und Trockenheit besser vertragen.

Vor allem die Wald-Fichte, hierzulande mit Abstand der Holzlieferant Nummer eins für die Möbel-, Bau- und Papierindustrie, dürfte eine Verliererin des Klimawandels werden. Diese Baumart ist an kühl-feuchte Standorte angepasst, die es im zukünftigen Treibhausklima seltener geben wird. Dafür könnten andere, wärmeliebende Baumarten profitieren, zum Beispiel die Walnuss, deren Verbreitungsgebiet sich nach Norden ausdehnt. Sie findet in immer größeren Teilen Deutschlands die milden klimatischen Bedingungen, die sie benötigt.

Zudem wird in der Forstwirtschaft diskutiert, künftig die in Nordamerika beheimatete Douglasie („Douglastanne“) noch breiter als „Ersatz“ für die Fichten und die in Südosteuropa verbreitete Flaumeiche statt der mitteleuropäischen Eiche anzupflanzen. Das ist allerdings nicht unumstritten. Viele Naturschützer warnen vor den „Neophyten“ im Wald. Sie rechnen mit einem höheren Schädlingsbefall, wenn immer mehr Douglasien gepflanzt werden.

Sorgen, dass es anno 2050 oder 2080 „den deutschen Wald“ nicht mehr geben wird, müsse man sich nicht machen, sagt Experte Reyer. Allerdings: „Es steigen die Herausforderungen für die Forstwirtschaft.“ Die Förster müssten nicht nur vorausschauend Baumarten auswählen, die an den Standort und das sich erwärmende Klima angepasst sind, und einen guten, möglichst naturnahen Waldbau betreiben.

Sie müssen auch mit den Folgen des veränderten Klimas umgehen, die sich zum Beispiel in mehr Trockenstress für die Bäume äußern – so wie zuletzt im Sommer 2015, in dem es vor allem in Südhessen, Nordbayern und Sachsen extrem wenig regnete. Waldbrände und Attacken von Schadinsekten wie Borkenkäfer und Buchdrucker, die die Bäume, zum Absterben bringen können, werden häufiger werden.

Und das bedeutet schlicht, dass der Forst weniger Rendite durch Holzverkauf bringen wird. „Wer den Wald erhalten will, muss bereit sein, mehr Geld dafür aufzuwenden“, meint Reyer. Und wer wollte schon ein Deutschland ohne Wald.

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