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FR vom 13. September 2001

Das Netz geht in die Knie

Um den Ansturm nach den Terror-Anschlägen zu bewältigen, nehmen die Internet-Anbieter die Bilder von den Seiten. Von Günter Frech.

Als sich kurz nach 15 Uhr die Nachricht vom Anschlag in New York verbreitete, waren viele Menschen in ihren Büros und versuchten von dort aus, sich über das Internet zu informieren. Doch dieser Nachfrage konnte das Web kaum standhalten. "Das Netz ging in die Knie", sagt Gernot Kramper, stellvertretender Redaktionsleiter von stern.de, zum Ansturm auf das Internet nach den Terroranschlägen in New York und Washington. Die Nachrichtenportale verzeichneten Rekord-Zugriffszahlen. Um die "so noch nie da gewesene Nachfrage nach schnellen Nachrichten" zu befriedigen, wie N 24-Sprecher Thorsten Pütsch sagte, mussten bei Betreibern von nachrichtlichen Internet-Seiten die technischen Kapazitäten ausgeweitet werden.

Beim Nachrichtensender N 24 brach die Internetseite für einige Stunden total zusammen und stand erst am frühen Abend wieder zur Verfügung. "Wir hatten keine Chance, genügend Kapazitäten bereit zu halten; das 20-fache des herkömmlichen wäre nötig gewesen, um der Nachfrage gerecht zu werden", sagt Pütsch, der keine exakten Zugriffszahlen nennen mochte. Um lange Ladezeiten zu vermeiden, wurde die Nachrichtenseite abgespeckt und nur Text ins Internet gestellt.

Bei spiegel.de verzeichnete man bis Dienstag um Mitternacht etwa fünf Millionen Zugriffe auf den Internet-Ableger des Nachrichtenmagazins, wie Online-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron sagte. "Um schneller informieren zu können, haben wir die bewegten Bilder und Fotos rausgenommen." Von Mitternacht bis Mittwoch um 12 Uhr zählte man bereits 3,6 Millionen Zugriffe. Um diesen Ansturm zu bewältigen, mussten fünf zusätzliche Server in Betrieb genommen werden. Zum Vergleich: Normalerweise wird spiegel.de pro 24 Stunden etwa zwei Millionen Mal aufgerufen.

Auch bei tagesschau.de und heute.t-online.de machte man ähnliche Erfahrungen. Während der ersten halben Stunde nach dem Anschlag in den USA habe man "erhebliche Schwierigkeiten" gehabt, die aktuelle Seite in Betrieb zu halten, berichtet Max Johns von der Online-Redaktion des ZDF: "Dann waren wir durchgehend erreichbar". Etwa 80.000 Zugriffe pro Stunde wurden bei heute.t-online.de verzeichnet. Bei tagesthemen.de war zwar kein Totalausfall zu verzeichnen, doch "wegen Überlastung waren wir zeitweise nicht erreichbar", so Jörg Sadrozinscy von der ARD-Online-Redaktion.

Bei CNN.com-Europa und bei n-tv ein ähnliches Bild: "Abnormale Zugriffe", wie sich Sendersprecher Thomas Schulz ausdrückt, waren die Folge des Informationsbedürfnisses. Einen Rekord vermeldet CNN für sein europäisches Internet-Angebot: Neun Millionen Zugriffe.

Die Meldungen werden "in Echtzeit" ins Netz gestellt und da bleibt es nicht aus, dass auch unbestätigte Meldungen verbreitet werden, wie Gernot Kramper von stern.de sagt, doch: "im Prinzip wird alles auf Plausibilität überprüft". So habe man etwa die Meldung vom vermeintlichen Vergeltungsschlag der USA auf Kabul in der Nacht zum Mittwoch nicht verbreitet, "weil uns die Quellen nicht ausreichten". Beim Spiegel werden die Meldungen, "die wir ins Internet stellen, von unserer Dokumentation überprüft, das ist ein ähnliches Prozedere wie beim Heft", sagt Chefredakteur Blumencron. ARD und ZDF profitieren davon, dass ihre Online-Redaktionen an die Nachrichten-Redaktionen angebunden sind und damit auf deren "gesamtes Know-how zurückgreifen" können.

FR vom 13.09.01

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