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Serie über knienden Football-Star

„Proud Boys“ bedrohen Netflix-Macher - Colin Kapernicks Story soll nicht verfilmt werden

  • vonMirko Schmid
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Die rechsextremen „Proud Boys“ sollen das Produktionsteam einer Netflix-Serie über Colin Kaepernick bedroht haben. Kaepernick ist Football-Star und Vorreiter der Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter. 

  • Der ehemalige NFL-Star Colin Kaepernick begründete die Geste des Hinkniens gegen Polizeigewalt und Rechtsextremismus.
  • Nun sollen seine frühen Jahre von Netflix unter dem Titel „Colin in Black & White“ verfilmt werden, Rechtsextreme drohen mit Protestaktionen.
  • Die Drohungen stammen laut Medienberichten aus den Reihen der „Proud Boys“.

Los Gatos - Netflix arbeitet an einer Serie (Colin in Black & White“) über den ehemaligen NFL-Superstar Colin Kaepernick. Der Quarterback wurde einer über die Welt des Sports hinausreichenden Öffentlichkeit bekannt, als er als erster Sportstar während des Abspielens der US-Nationalhymne vor einem Spiel seines damaligen Teams der San Francisco 49ers kniete, um seinen Protest gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt auszudrücken.

Colin Kaepernick begründete Geste des Hinkniens gegen Polizeigewalt und Rassismus

Diese Geste vom 14. August 2016 brachte Kaepernick einerseits viel Anerkennung und Respekt aus Bürgerrechtskreisen ein, Amnesty International zeichnete ihn beispielsweise im April 2018 mit dem Titel des Botschafters des Gewissens aus. Schnell folgten die „Black Lives Matter“-Bewegung und viele andere Sportlerinnen und Sportler seinem Beispiel und knieten ebenfalls. Auf der anderen Seite sah sich der Sportler von diesem Tag an vehementen rassistischen Anfeindungen ausgesetzt und fand nach Vertragsende in San Fransico bis heute keinen weiteren Arbeitgeber in der NFL, deren Commissioner Roger Goodell erst im Juni 2020 einräumte, dass die Liga in ihrem Umgang mit Rassismus „falsch gelegen“ habe.

Colin Kaepernick (Mitte) begründete die Geste des Hinkniens gegen Polizeigewalt und Rassismus. Jetzt verfilmt Netflix seine Karriereänfänge.

Donald Trump, zum Zeitpunkt des erstmaligen Hinkniens von Kaepernick frisch gekürter Präsidentschaftskandidat der Republikaner, ließ sich im September 2017, inzwischen als Präsident, zu der Aussage hinreißen: Würdet ihr es nicht lieben, wenn einer dieser NFL-Teambesitzer, wenn jemand unserer Flagge keinen Respekt erweist, sagen würde: Holt diesen Hurensohn sofort vom Feld. Raus! Er ist gefeuert. Er ist gefeuert.“ Mit dieser Aussage heizte der inzwischen vom US-amerikanischen Wahlvolk aus dem Weißen Haus vertriebene Politiker die Stimmung im Land weiter an, Kaepernick bekräftigt bis heute, dass er auch ob dieser Aussage keinen Vertrag mehr in der NFL bekommen habe, da sich die Teambesitzer vor der Ungnade Trumps fürchteten.

Netflix verfilmt Kaepernicks Jugend, Rechtsextremisten um „Proud Boys“ drohen mit Protestaktionen

Nun verfilmt Netflix Colin Kaepernicks Karriereanfänge im Higschool-Sport und seine Entwicklung zum Bürgerrechtler, der ehemalige NFL-Quarterback gibt in der Produktion selbst den Erzähler aus dem Off. Offenbar fassen rechtsextreme Kreise in den USA die Serienproduktion als Affront auf, zuletzt soll es Drohungen und Protestankündigungen gegenüber dem Produktionsteam der geplanten Mini-Serie gegeben haben.

Wie es in verschiedenen US-Medien heißt, sollen diese Drohungen aus den Kreisen der „Proud Boys“ stammen, welche sich öffentlich verpflichtet hatten, für den damaligen Präsidenten Donald Trump auf dessen „Anweisung“ hin bereitzustehen. Fünf von ihnen müssen sich derzeit für ihre Beteiligung am Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 vor Gerichten verantworten. Aus Kreisen des Produktionsteams heißt es, dass mit Demonstrationen rechtsextremer Gruppierungen am Set gerechnet wird, nachdem „Proud Boys“-Vertreter diese angekündigt hatten.

Auseinandersetzungen zwischen Black Lives Matter und Rechtsextremen führten wiederholt zu Toten

Jene Proteste wiederum könnten zu Gegenprotesten und gewalttätigen Auseinandersetzungen führen, wie es sie zuletzt landesweit vielmals zwischen Bürgerrechtsgruppen und Anhängerinnen und Anhängern der „Black Lives Matter“-Bewegung auf der einen Seite und rechtsextremen Gruppierungen wie den „Proud Boys“ und den „Oath Keepers“ auf der anderen Seite gegeben hatte. Im Laufe dieser Auseinandersetzungen kam es Ende August 2020 in Kenosha zu tödlichen Schüssen aus den Reihen der Rechtsextremen.

Der zu diesem Zeitpunkt 17-jährige Kyle Rittenhouse, ein glühender Trump-Anhänger wurde anschließend angeklagt, ihm wurde der Mord an zwei Menschen zur Last gelegt. Donald Trump hatte Rittenhouse anschließend verteidigt und ihm bescheinigt, dass er „wahrscheinlich getötet worden wäre“, hätte er nicht geschossen. Nach dem Tod von George Floyd kam es bundesweit zu mindestens 12 Todesfällen durch Auseinandersetzungen während den darauf folgenden Protesten. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © THEARON W. HENDERSON/afp

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