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Ministerpräsident Netanjahu sieht nach Abbas' Aussagen die internationale Gemeinschaft in der Pflicht.

Israel

Netanjahu empört über Abbas' Aussagen zum Holocaust

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirft dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas "schlimmen Antisemitismus" vor. Dieser meint, die Juden seien selbst Schuld am Holocaust gewesen.

Israel hat empört auf Aussagen von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zur Schuld der Juden am Holocaust reagiert. „Abu Masen (Abbas) wiederholt die verabscheuenswürdigsten antisemitischen Slogans“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Mittwoch. „In einem Gipfel von Unwissenheit und Frechheit behauptet er, dass die europäischen Juden nicht verfolgt und ermordet wurden, weil sie Juden waren, sondern weil sie Kredite mit Zinsen vergeben haben.“

Abbas hat in einer phasenweise antisemitischen Rede dem jüdischen Volk die Schuld am Holocaust gegeben, der Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis. Der Holocaust sei nicht durch Antisemitismus ausgelöst worden, sondern durch das „soziale Verhalten“ der Juden, wie das Verleihen von Geld, sagte Abbas nach Angaben der Nachrichtenagentur Wafa in Ramallah. Adolf Hitler habe die Einwanderung von Juden ins historische Palästina durch einen Deal zwischen dem deutschen Wirtschaftsministerium und der Anglo-Palestine Bank unterstützt, sagte Abbas in der Rede vor dem Palästinensischen Nationalrat. Dadurch hätten Juden bei der Einwanderung all ihr Vermögen durch die Bank mitnehmen können.

„Von Kopf bis Fuß von Antisemitismus durchtränkt“

Der Vorsitzende der Siedlerpartei „Jüdisches Heim“, Bildungsminister Naftali Bennett, warf Abbas laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ (Mittwoch) vor, „von Kopf bis Fuß von Antisemitismus durchtränkt“ zu sein. Der palästinensische Präsident führe damit die Tradition antisemitischer palästinensischer Führer weiter und erfülle die nächste Generation „mit dem Gift des Antisemitismus“. Abbas werde, wenn überhaupt, als Holocaustleugner, Rassist und Aufwiegler in die Geschichte eingehen, so auch Parlamentssprecher Juli Edelstein laut dem Bericht.

Der US-Botschafter in Israel, David Friedman, bezeichnete Abbas‘ Rede in einem Twitterbeitrag von Dienstagabend als „neuen Tiefpunkt“. Wer glaube, Israel sei Schuld daran, dass es keinen Frieden gebe, müsse seine Position überdenken. Auch der US-Sondergesandte Jason Greenblatt verurteilte die Ausführungen des Palästinensers scharf. Frieden könne nicht auf derartigem Fundament gebaut werden.

„Ich rufe die internationale Gemeinschaft dazu auf, den schlimmen Antisemitismus von Abu Masen zu verurteilen“, sagte Netanjahu. Es sei an der Zeit, dass dieser Antisemitismus von der Erdoberfläche verschwinde. (dpa/kna)

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