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Für CSU-Chef Horst Seehofer könnte es eng werden.

Landtagswahl in Bayern

Nervosität in Berlin

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Eine vernichtende Niederlage für die CSU hätte auch erhebliche Auswirkungen auf die Bundespolitik. Der Posten als Bundesinnenminister steht für Horst Seehofer auf dem Spiel.

Kommt es bei der bayerischen Landtagswahl zum erwarteten politischen Erdbeben – sprich: einer vernichtenden Niederlage für die CSU – hätte dies vermutlich Auswirkungen auf die große Koalition in Berlin.

Als beinahe sicher gilt, dass Horst Seehofer von den Parteifreunden für die Schlappe verantwortlich gemacht wird. Dies deutete sich beim jüngsten CSU-Parteitag schon an. Die Folge dürfte sein, dass er den Parteivorsitz verliert – entweder an Ministerpräsident Markus Söder oder an den Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt. Sie beäugen einander misstrauisch.

Ohne Parteivorsitz, so die verbreitete Einschätzung, wäre der 69-jährige Seehofer auch als Bundesinnenminister nicht mehr zu halten – zumal er für unberechenbar gehalten wird und mit Söder verfeindet ist. Nachfolger werden längst gehandelt: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann könnte ebenso übernehmen wie der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer. Dobrindt käme theoretisch genauso in Betracht. Dabei hat er seinen Generalistenjob als Landesgruppenchef lieb gewonnen. Viel hängt davon ab, wie der absehbare Machtkampf in der CSU ausgeht. Das lässt sich nur schwer kalkulieren.

Anzunehmen ist, dass die Nervosität in der Koalition auch jenseits der Personalie Seehofer wächst. Denn CDU, CSU und SPD werden zunehmend schwächer – bei Wahlen und in Umfragen. Nicht zuletzt unter den Sozialdemokraten dürfte die Debatte darüber, ob man nicht besser aus der Bundesregierung aussteigen sollte, nach dem Wahlsonntag erneut Fahrt aufnehmen.

Genaueres wird man allerdings erst zwei Wochen später wissen. Am 28. Oktober wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt. Auch dort sind – wie in Bayern – mehrere Koalitionsvarianten im Schwange. Vielleicht bleibt Volker Bouffier (CDU) Ministerpräsident. Vielleicht wird es sein Konkurrent Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD).

Erst vom 29. Oktober an dürften die Strategen beider Lager einen bundespolitischen Strich unter die Wahlrechnung machen.

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