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Klare Botschaft: Gegen Nazis

1. Mai

Neonazis wollen Tag der Arbeit umdeuten

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Ein breites Bündnis ruft zu Protesten gegen einen Neonaziaufmarsch in Halle auf. Die Polizei erwartet zahlreiche Teilnehmer. Auch andernorts wollen Rassisten auf die Straße gehen.

Der 1. Mai ist bekanntlich der Tag der Gewerkschaften. Doch wie schon in den letzten Jahren versuchen Neonazis auch diesmal, den "Tag der Arbeit" für sich zu beanspruchen. Der Landesverband "Die Rechte" Sachsen-Anhalt hat in Halle (Saale) einen Aufmarsch angemeldet. Das Bündnis "Halle gegen Rechts" ruft zu Gegenprotesten auf. Die Polizei rechnet laut "Mitteldeutsche Zeitung" mit Teilnehmerzahlen "in drei- bis vierstelliger Höhe".

Hinter dem Vorhaben der Neonazis steckt eine absurde Taktik. "In der inhaltlichen Fortsetzung und Sprache des Nationalsozialismus wollen Rechte am Ersten Mai Macht demonstrieren und öffentliche Räume einnehmen", schreibt das Bündnis "Halle gegen Rechts" und fügt an: "Sie sprechen zwar von Kapitalismus und Ausbeutung, meinen damit aber etwas anderes als die Gewerkschaften. Nazis führen Kapitalismus und Ausbeutung auf fremde Mächte zurück, die das Ziel haben das 'Deutsche Volk' zu kontrollieren."

Bereits in den letzten Jahren starteten die Rechten mehrere Versuche, die Deutungshoheit über den 1. Mai zu gewinnen - jeweils begleitet von massiven Protesten. Vor zwei Jahren trafen im thüringischen Saalfeld mehrere Hundert Neonazis und etwa 1000 Gegendemonstranten aufeinander. Letztes Jahr marschierten die Nazis durch das sächsische Plauen.

Im Vorfeld der Proteste in Halle hatte es allerdings Streitigkeiten um die Protestform gegeben. Unter dem Motto "Bahn frei für Toleranz!" ruft Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) Vereine und Initiativen dazu auf, sich in Halles Straßenbahnen zu präsentieren - bei freier Fahrt für die Teilnehmer. Unter linken Gegendemonstranten ist diese Protestform umstritten, einige lehnen sie als fragwürdig ab und wollen den Aufmarsch lieber blockieren.

AfD gibt sich als Schutzpatron des kleinen Mannes aus

Auch andernorts wollen Rassisten am 1. Mai auf die Straße gehen. In Dortmund ist ein ähnlicher Aufmarsch wie in Halle zu erwarten, auch dort hat der Landesverband "Die Rechte" eine Demo angekündigt. Am 14. Mai wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt, es geht den Rechten also wohl auch um ein paar Wählerstimmen. In Gera will die Neonazi-Partei "III. Weg" aufmarschieren, in Stralsund und Essen die NPD.

Auch die "Alternative für Deutschland" (AfD) plant diverse Kundgebungen - und gibt sich ebenso wie die Neonazis als Schutzpatron des kleinen Mannes aus. Unter dem Motto "Sozial ohne rot zu werden" ruft der AfD-Landesverband Thüringen um Björn Höcke zur Demo nach Erfurt. In Düsseldorf sagte die AfD ihre Kundgebung am 1. Mai hingegen ab: Nach dem Parteitag in Köln wolle man der Polizei einen solch großen Aufwand nicht erneut zumuten, hieß es aus Nordrhein-Westfalen.

s Bündnis „Halle gegen Rechts“ reagiert mit mehreren Gegenaktionen.

Die Polizei rechnet auf beiden Seiten mit Teilnehmerzahlen in drei- bis vierstelliger Höhe und warnt

– Quelle: http://www.mz-web.de/26780190 ©2017

s Bündnis „Halle gegen Rechts“ reagiert mit mehreren Gegenaktionen.

Die Polizei rechnet auf beiden Seiten mit Teilnehmerzahlen in drei- bis vierstelliger Höhe und warnt

– Quelle: http://www.mz-web.de/26780190 ©2017

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