Berlin

Nazi-Alarm im Villenviertel

  • Bernhard Honnigfort
    vonBernhard Honnigfort
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Ein Hauskauf macht den Berlinern Kummer: Der schwedische Unternehmer und Rechtsextremist Patrik Brinkmann soll in Zehlendorf eine Villa für 3,3 Millionen Euro gekauft haben.

Ein Hauskauf macht den Berlinern gerade etwas Kummer: Es geht um ein prächtiges Anwesen im noblen Stadtteil Zehlendorf. Eine Villa am Wasser, von schmiedeeisernen Zäunen umgeben, mit alten Bäumen auf großen Rasenflächen. Der Preis: angeblich 3,3 Millionen Euro.

Den soll im April 2007 der schwedische Unternehmer und Rechtsextremist Patrik Brinkmann entrichtet haben. Offiziell soll das Anwesen seiner russischen Ehefrau Svetlana gehören. Der 41-Jährige aus Südschweden gilt in Sicherheitskreisen als eine Führungsfigur des europäischen Rechtsextremismus. Vor vier Jahren habe er die "Kontinent Europa Stiftung" gegründet, die als Sammelbecken für rechtsradikale Intellektuelle in ganz Europa gilt.

In deutschen Sicherheitskreisen und in der Berliner Nachbarschaft wird jetzt, nachdem der Hauskauf öffentlich geworden ist, gerätselt: Was will der Schwede mit der Villa? "Da ist noch überhaupt nichts abzusehen", sagt ein Sprecher der Abteilung II Verfassungsschutz des Berliner Senats.

Brinkmann erklärte auf der Internet-Seite der Stiftung: "Meine Frau, meine Kinder und ich haben seit geraumer Zeit den Hauptwohnsitz in Berlin. Wir wollen in unserem Haus gemeinsam mit anderen Mietern wohnen und leben, jedoch kein Schulungszentrum gleich welcher Art eröffnen."

Ob das stimmt? "Es gibt derzeit keine Erkenntnisse", heißt es im Berliner Senat. Dennoch sei klar, dass Brinkmann eine Person sei, die "Wirkung entfalten will". Es gibt allerdings sehr deutliche Verknüpfungen des Schweden zur rechtsextremistischen Szene in Deutschland. Man braucht sich die Stiftungsseite im Internet nur genauer anzusehen.

Im Vorstand der Stiftung sitzt zudem Andreas Molau, ein Spitzenpolitiker der rechtsextremen Partei NPD. Er soll im vergangenen Frühjahr versucht haben als Bevollmächtigter eines Unternehmens aus dem schwedischen Jönköping im brandenburgischen Rauen ein Grundstück zu kaufen, auf dem ein Schulungszentrum eingerichtet werden sollte.

Jönköping ist übrigens der Ort, aus dem der Unternehmer Brinkmann stammt.

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