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Nawalny mit Nachricht aus dem Gefängnis: Weitere 15 Jahre Haft drohen

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Von: Kim Hornickel

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Alexej Nawalny
Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny sitzt bereits hinter Gittern © Alexander Zemlianichenko / AP/ dpa

Alexej Nawalny droht eine noch weitreichendere Strafe. Der Putin-Kritiker erklärt online, was ihm bevorsteht. Bestätigte Berichte gibt es bisher nicht.

Moskau – Dem russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny drohen nach eigener Aussage weitere 15 Jahre Haft. Nawalny schrieb am Dienstag (31. Mai) auf seiner Instagram-Seite, ihm drohten 15 Jahre Haft, weil er „den Hass auf Beamte und Oligarchen“ schüre. Dem Kremlkritiker wird in Russland der Vorwurf gemacht, eine extremistische Organisation zu leiten. Nawalny, der bereits seit seiner Rückkehr aus Deutschland, wo er sich nach einem Giftanschlag erholte, in Haft sitzt, drohen damit weitere Jahre Gefängnis.

Schon jetzt muss der Oppositionelle eine 9-jährige Haftstrafe absitzen, die erst vor wenigen Tagen rechtskräftig wurde. Der Vorwurf: Nawalny habe Geld für seine Anti-Korruptionsstiftung veruntreut. Dafür leistet der Politiker nun Jahre Haft in einem Strafgefangenenlager ab. Doch kaum ist die eine Haftstrafe gegen Nawalny beschlossen, holt die Regierung in Moskau zum nächsten Schlag aus.

Nawalny droht jahrelange Haft: Kremlkritiker meldet sich online zu Wort

Der Gefangene reagierte trotz des drohenden Urteils mit gewohnter Ironie. Nawalny lässt auf seinem Instagram Konto erklären: „Weitere 15 Jahre ein zuverlässiger, stabiler Bunker, in dem ich vor Überraschungen und Unglück eurer ‚Freiheit‘ geschützt bin.“ Und der Kremlgegner geht noch weiter. Online witzelte er über die jahrelangen Gefängnisstrafen, für die er vor allem Wladimir Putin verantwortlich macht: „Vielleicht hasst mich Putin nicht, sondern betet mich heimlich an? Deshalb will er, dass ich – genau wie er –in einem Bunker geschützt bin.“

Alexej Nawalny hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Präsident Putin und Oligarchen angelegt, indem er brisante Enthüllungsvideos veröffentlichte. Er deckte darin korrupte Machenschaften im russischen Staatsapparat auf. Seine Anti-Korruptions-Stiftung gilt in Russland als extremistisch. Viele seiner Unterstützer sitzen ebenfalls in Haft oder haben das Land verlassen. Die Justiz gilt in Russland als staatstreu und Menschenrechtler sprechen von einem Instrument der Willkür. (Kim Hornickel)

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