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Nato übt in der Grenzregion zur Ukraine

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Von: Thomas Roser

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Seit 2011 gibt es Manöver in der Slowakei, erstmals erfolgen sie unter dem Eindruck des Krieges im Nachbarland.

Vom 1. bis zum 18. März wird die Nato in der Slowakei mit dem Großmanöver „Saber Strike – Säbelhieb“ den Ernstfall für das westliche Militärbündnis prüfen.

Das seit zwei Jahren geplante Manöver nahe der Ukraine, auf dem Truppenübungsgelände Lest bei Banska Bystrica, habe mit den „zunehmenden Spannungen“ zwischen der Ukraine und Russland „nichts zu tun“, hatte das slowakische Verteidigungsministerium noch Mitte Februar versichert. Nun ist aus die Spannungen ein Krieg geworden.

Tatsächlich kommt den Nato-Partnern das in sieben Staaten steigende Manöver mit 13 000 Soldaten aus 13 Staaten mehr als gelegen: Der „Säbelhieb“ soll Moskau nach der Ukraine-Invasion abschrecken.

Zur Stärkung der „Achillesferse“ des Nato-Bündnisses an der sogenannten „Suwalki-Lücke“ zwischen Polen und Litauen war die von der US-Armee koordinierte Manöverserie 2011 ins Leben gerufen worden: Der 100 Kilometer breite Korridor zwischen der russischen Enklave Kaliningrad und Weißrussland, der die Nato-Partner Polen mit Litauen verbindet, wäre bei einem russischen Angriff auf die baltischen Staaten nur schwer zu halten.

Am ersten Säbelhieb-Manöver 2011 hatten 1600 Soldaten aus den drei baltischen Staaten und den USA teilgenommen. Bei den letzten Übung im Jahr 2018 waren 18 000 Soldaten aus 20 Nationen dabei.

Die Skepsis weicht

Als „Demonstration feindlicher Absichten an den Grenzen zu Russland“ geißelte der russische stellvertretender Außenminister Wladimir Titow 2014 die alljährlichen Nato-Manöver, auf die Moskau mit Truppenübungen in Kaliningrad reagierte.

Auch in Deutschland stieß das Schaulaufen der Nato an seiner Ostflanke vor wenigen Jahren auf offene Skepsis. So kritisierte der damalige Außenminister und heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 2016 die Manöver als „lautes Säbelrasseln“: „Wer glaubt mit symbolischen Panzerparaden an der Ostgrenze des Bündnisses für mehr Sicherheit zu sorgen, der irrt.“

Doch nun ändert sich die Überzeugung mancher, die auf Entspannung gesetzt hatten. „Niemand weiß, wie weit Putin gehen könnte und wo er stoppen wird“, umschrieb der Grünen-Politiker Jürgen Trittin am Wochenende in einem Interview mit dem „Spiegel“ die Sorge, dass der Kremlchef „vor den Nato-Staaten nicht Halt macht“.

Die Nato-Staaten müssten sich gegenseitig „rückversichern“, so Trittin: „Das ist das Signal an Putin. Wenn Du Litauen angreifst, dann greifst Du deutsche Soldaten an. Wenn Du Rumänien angreifst, dann greifst Du US-Soldaten an. Wenn Du Estland angreifst, greifst du britische Soldaten an.“

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