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Rückschlag für Schweden im Nato-Streit: Türkei sagt Treffen ab

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Von: Vincent Büssow

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Der Nato-Beitritt von Schweden scheint immer weiter in die Ferne zu rücken. Jetzt gibt es neue Spannungen mit der Türkei.

Ankara/Stockholm – In dem Streit um den Nato-Beitritt von Schweden mit der Türkei hat es einen bedeutenden Rückschlag gegeben. Der schwedische Außenminister wurde von seinem Besuch in Ankara in der kommenden Woche ausgeladen. Grund dafür ist die Genehmigung einer Demonstration von Rechtsextremisten vor der türkischen Botschaft in Stockholm.

Die für den 27. Januar geplante Visite von Verteidigungsminister Pal Jonson habe ihre „Wichtigkeit und Bedeutung verloren“ und sei deshalb gestrichen worden, erklärte am Samstag (21. Januar) dessen türkischer Amtskollege Hulusi Akar.

Erdogan beim G20-Gipfel in Indonesien. Aufnahme vom 16. November 2022.
Die Regierung der Türkei um Präsident Erdogan blockiert weiter den Beitritt von Schweden in die Nato. (Archivbild) © Christoph Soeder/dpa

Streit um Nato-Beitritt von Schweden: Türkei ist erzürnt

Jonson hatte sich während des Besuchs dafür einsetzen wollen, dass die Regierung um Präsident Recep Tayyip Erdogan ihren Widerstand gegen einen Nato-Beitritt Schwedens aufgibt. Ankara ist jedoch erzürnt darüber, dass die von dem Rechtsextremisten Rasmus Paludan für diesen Samstag geplante Demonstration vor der Botschaft der Türkei in Stockholm genehmigt wurde. Paludan hat angekündigt, während des Protests einen Koran verbrennen zu wollen.

Paludan, Chef der islam- und einwanderungsfeindlichen Partei Stram Kurs (Strammer Kurs), hat bereits mehrfach bei Versammlungen in schwedischen Städten den Koran verbrennen lassen. Dies löste auch wiederholt Zusammenstöße zwischen Gegendemonstranten und der Polizei aus.

Nato-Streit zwischen Schweden und der Türkei: Ärger um Demos in Stockholm

Die Türkei und Ungarn sind die einzigen beiden Nato-Staaten, die bislang nicht den Weg für Schwedens Beitritt zur Nato freigemacht haben. Als Voraussetzung für seine Zustimmung zum schwedischen Beitrittsantrag verlangt Ankara von Stockholm unter anderem eine härtere Gangart gegen kurdische Aktivisten, welche die türkische Regierung als „Terroristen“ betrachtet.

Erst vor kurzem hatte Ankara einen Besuch des schwedischen Parlamentspräsidenten abgesagt, nachdem eine aufgehängte Erdogan-Puppe in Stockholm für Ärger gesorgt hatte. (vbu mit afp)

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