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Nato: Das ist der neue Oberbefehlshaber des Militärbündnisses

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Von: Marvin Ziegele

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Der US-General Christopher Cavoli wird neuer Nato-Oberbefehlshaber.
Der US-General Christopher Cavoli wird neuer Nato-Oberbefehlshaber. © Imago Images

Tod Wolters gibt seinen Posten bei der Nato auf. Ihm folgt der US-General Christopher Cavoli. 

Brüssel – Der US-General Christopher Cavoli wird der neue Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Europa. Der Nordatlantikrat stimmte seiner Nominierung Anfang Mai in Brüssel zu. Cavoli übernimmt die Militärführung der Nato inmitten des Ukraine-Konflikts und der größten Spannungen mit Russland seit dem Kalten Krieg.

Im Sommer soll Cavoli dem bisherigen Militärchef Tod Wolters nachfolgen, wie die Nato weiter mitteilte. Wolters geht US-Medien zufolge in den Ruhestand. Cavoli führt in seiner neuen Funktion unter anderem die derzeit rund 100.000 US-Soldaten in Europa und überwacht die Waffenlieferungen an die Ukraine.

Nato: Christopher Cavoli wird neuer Oberbefehlshaber

Der Vier-Sterne-General wurde im Kalten Krieg in Würzburg geboren und spricht Russisch. Er ist Sohn eines US-italienischen Offiziers und wuchs auf Militärbasen auf. Cavoli selbst trat 1987 in die Armee ein und befehligte seit 2020 die US-Truppen für Europa und Afrika im Hauptquartier in Wiesbaden. Der Oberbefehlshaber (Supreme Allied Commander Europe, abgekürzt Saceur) ist in der Nato traditionell ein General der USA, während die Europäer mit dem Norweger Jens Stoltenberg den Generalsekretär stellen.

„Er hat einen ungewöhnlichen Karriereverlauf im Vergleich zu einem durchschnittlichen Vier-Sterne-Armeeoffizier, was meiner Meinung nach eigentlich eine gute und ermutigende Sache ist“, sagte Richard Hooker, ehemaliger Direktor für Europa und Russland im Nationalen Sicherheitsrat und Dekan des Nato Defense College in Rom gegenüber dem Nachrichtenportal Politico.

Neuer Nato-Oberbefehlshaber Cavoli steht vor großen Herausforderungen

Cavoli wird vor großen Herausforderungen stehen, da der Krieg in der Ukraine mit unverminderter Härte geführt wird. „Ich glaube nicht, dass es jemals einen solchen Moment gegeben hat, in dem ein neuer Befehlshaber sein Amt antrat und gleich am ersten Tag so viel zu tun hatte“, sagte Leah Scheunemann, die stellvertretende Direktorin der Transatlantischen Sicherheitsinitiative beim Atlantic Council gegenüber Politico.

Derzeit scheint eine Norderweiterung der Nato wahrscheinlich. Finnland und Schweden reagieren mit ihren Vorbereitungen für einen Nato-Beitritt auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Aufnahme in die Nato wäre für beide Länder nach jahrzehntelanger Bündnisneutralität eine Zäsur. Für den Beitritt Finnlands und Schwedens ist ein einstimmiges Votum der Nato sowie die Ratifizierung der Bündnis-Erweiterung durch die Parlamente der 30 bisherigen Mitgliedstaaten nötig. (marv)

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