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Atomwaffen-Einsatz? USA würden „jede russische Streitkraft ausschalten“

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Von: Tim Vincent Dicke

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Bei einem russischen Atomwaffen-Einsatz im Ukraine-Krieg würden USA und Nato drastisch reagieren, warnt der frühere CIA-Direktor David Petraeus.

Washington D.C. – Nach den Annexionen vier ukrainischer Gebiete sowie der russischen Niederlage in Lyman wächst im Westen die Sorge vor einem Atomwaffen-Einsatz. Geht Kreml-Chef Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt wirklich so weit? Und wie würde der Westen reagieren? Die Antworten auf diese Fragen sind ungeklärt.

Laut dem früheren CIA-Direktor David Petraeus würden die Vereinigten Staaten mit einer massiven Militäraktion auf eine nukleare Eskalation reagieren. Die USA und ihre Verbündeten würden Russlands Truppen in der Ukraine vernichten und die russische Schwarzmeerflotte versenken, warnte der pensionierte Vier-Sterne-General.

Ukraine-Krieg: Ex-CIA-Chef mit deutlicher Warnung an Russland

Gemeinsam mit den Streitkräften der Nato gebe es dann einen US-angeführten Schlag gegen Wladimir Putin, der „jede russische konventionelle Streitkraft ausschalten würde, die wir auf dem Schlachtfeld in der Ukraine und auch auf der Krim sehen und identifizieren können, sowie jedes Schiff im Schwarzen Meer“, sagte Petraeus am Sonntag (2. Oktober) in einem Interview mit dem Nachrichtensender ABC News. Mit dem nationalen Sicherheitsberater Jake Sullivan, der im Kabinett von Joe Biden arbeitet, habe er jedoch noch nicht über das Thema gesprochen.

Der Lenkwaffenzerstörer USS Gravely (DDG 107) der Arleigh Burke-Klasse löst sich nach einer Nachschubübung auf See vom Flugzeugträger USS Harry S. Truman (CVN 75) der Nimitz-Klasse.
Greifen die USA bei einem möglichen Atomschlag in der Ukraine ein? (Archivbild) © Seaman Gabriela Chambers/dpa

Putin hatte dem Westen in einer TV-Ansprache, in der er auch die Teilmobilmachung für den Krieg gegen die Ukraine ankündigte, unverhohlen mit Atomwaffen gedroht. „Die Bürger Russlands können sicher sein, dass die territoriale Integrität unseres Heimatlandes, unsere Unabhängigkeit und unsere Freiheit – ich betone das noch einmal – mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gewährleistet werden“, sagte der russische Präsident. „Dies ist kein Bluff.“

Atomwaffen-Einsatz „kann nicht unbeantwortet bleiben“

Der als „Putins Bluthund“ bekannte Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow ging sogar noch ein Stück weiter. Nach der russischen Niederlage in Lyman wetterte der Machthaber im Messengerdienst Telegram: „Meiner Meinung nach sollten noch drastischere Maßnahmen ergriffen werden, bis hin zur Verhängung des Kriegsrechts in den Grenzgebieten und dem Einsatz von Atomwaffen mit geringer Sprengkraft.“ Mit einer Reaktion der Nato rechne er nicht, erklärte Kadyrow.

Ex-CIA-Chef Petraeus geht im Falle eines Atomschlags zwar nicht vom Nato-Bündnisfall aus – schließlich ist die Ukraine kein Mitglied des transatlantischen Verteidigungsbündnisses. Dennoch wäre eine „Reaktion der USA und der Nato“ angebracht. Sollte Russland die atomare Eskalationsschwelle überschreiten, wäre das so entsetzlich, „dass es eine Antwort geben muss – es kann nicht unbeantwortet bleiben.“ (tvd)

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