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Nato-Geheimbericht: Russland wird „taktische Erfolge“ nicht ausnutzen können

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Von: Jan Oeftger

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Die Nato hat in einem Geheimbericht erklärt, dass sie Russland keine großen Gewinne im Ukraine-Krieg zutraut.
Die Nato hat in einem Geheimbericht erklärt, dass sie Russland keine großen Gewinne im Ukraine-Krieg zutraut. © Alex Chan Tsz Yuk/imago

Die Nato geht einem Geheimbericht zufolge davon aus, dass Russland im Ukraine-Krieg keine großen Gebietsgewinne erzielen kann.

Kiew – Der Ukraine-Krieg dauert nun schon über ein halbes Jahr an. Dabei gelingt es Russland nicht, größere Gebiete einzunehmen. Die Russen schafften es nicht, die Hauptstadt Kiew zu besetzen. Andere Gebiete konnte die Ukraine in der Zwischenzeit wieder zurückerobern. Die Nato hat einen Geheimbericht verfasst, der dem Nachrichtenportal Business Insider vorliegt. Darin räumt das Militärbündnis Russland auch in Zukunft keine großen Erfolgsaussichten ein.

Analysten des Nato-Nachrichtendienstzentrums Joint 2 schreiben in dem Bericht vom 22. August: „Russland wird vermutlich in der Lage bleiben, kleinere Gebietsgewinne zu erzielen, aber ist nicht fähig, taktische Erfolge auszunutzen.“ An der Front in der Ostukraine gebe es weiterhin eine „erbitterte Artillerieschlacht“. Zuletzt mussten die russischen Streitkräfte einige Verluste verkraften. Die Nato-Experten gehen in Zukunft von kleinen Gewinnen Russlands aus. „Keine der beiden Kriegsparteien hat signifikante Gebietsgewinne erzielt, auch wenn Russland in den kommenden zwei Wochen womöglich kleine Gebiete im Donbass durch Artilleriefeuer, Luftattacken und den Einsatz von Infanteriekompanien einnehmen wird.“

Ukraine-News: „Signifikante offensive Operationen“ der Nato zufolge für Russland nicht möglich

„Vereinzelte Kalibr-Angriffe, womöglich mit dem Ziel Kiew“ vom Schwarzen Meer ausgehend, hält die Nato dem Geheimbericht zufolge für möglich. Kalibr sind Lenkwaffen der russischen Marine. „Um einen erfolgreichen Durchbruch auf irgendeiner Achse zu erzielen“, habe Russland jedoch nicht genügend Kräfte. Besonders im Süden der Ukraine halten die Experten des Nato-Geheimdienstes „signifikante offensive Operationen“ nicht für möglich. Vielmehr müsse Russland darauf setzen, eigene Kommunikationswege, Munitionslager und Luftwaffenstützpunkte zu verteidigen. Die russischen Luftwaffenstützpunkte hatte die Ukraine auf der Krim zuletzt angegriffen.

„Während diese Attacken taktisch und symbolisch bemerkenswert sind, müsste die Ukraine ihnen eine Offensive folgen lassen, um eine signifikante operationelle Wirkung zu erzielen“, heißt es im Geheimbericht der Nato. Dennoch habe man die russische Luftwaffe damit schwächen können. Als Reaktion auf die ukrainischen Angriffe habe Russland zehn Kampfflugzeuge von der Krim abgezogen. (Jan Oeftger)

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