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Nato entzieht acht russischen Diplomaten die Akkreditierung – Verdacht auf Geheimdiensttätigkeiten

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Von: Ares Abasi

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Nachdem die Nato russische Botschafter als Geheimdienst-Offiziere entlarvt, werden in der Folge Positionen gekürzt. Russland sieht das als Vertrauensbruch.

Brüssel – Die Nato hat acht Mitgliedern der russischen Mission beim Verteidigungsbündnis ihre Akkreditierung entzogen. Laut eines Nato-Beamten seien die Diplomaten illegale Geheimdienst-Offiziere. Die Entscheidung wurde wegen des Verdachts auf Tötungsdelikte und anderen aggressiven Tätigkeiten russischer Spione getroffen.  

Gleichzeitig beschloss die Allianz die Maximalgröße der russischen Vertretung zu halbieren, so der amerikanische Nachrichtensender CCN. Künftig sollen statt 20 nur noch 10 akkreditierte Positionen vertreten sein. Das bedeutet, dass zu den acht verwiesenen russischen Diplomaten, zwei weitere Positionen abgeschafft werden. „Die Politik der Nato gegenüber Russland bleibt konsistent“, sagte der NATO-Beamte. „Wir haben unsere Verteidigung und Abschreckung als Antwort auf die aggressiven russischen Tätigkeiten gestärkt, gleichzeitig sind wir jedoch offen für einen sinnvollen Dialog.“

Die Nato will bei ihrer Politik gegenüber Russland konsequent bleiben.
Die Nato will bei ihrer Politik gegenüber Russland konsequent bleiben. © Daniel Naupold/dpa

Nato Ausschluss russischer Botschafter: Außenminister hält die Entscheidung nicht für aufrichtig

Die Nato leitete 2018 ähnliche Schritte ein, als der Doppel-Agent Sergei Skripal und seine Tochter Yulia in Salisbury vergiftet wurden. Damals wurden 10 Positionen gekürzt, sodass 20 Sitze übrigblieben. Großbritannien schrieb laut Angaben des CCN den Angriff dem russischen Militär-Geheimdienst zu. Die gleiche Einheit wurde auch 2014 für die Explosion in einem tschechischen Waffenlager verantwortlich gemacht, bei der zwei Menschen starben.

Die russische Agentur für internationale Informationen, RIA Novosti, berichtete, dass der stellvertretende Außenminister Alexander Grushko die Entscheidung der Nato als Widerspruch zu früheren Statements sieht. „Gestern sprach die Nato-Führung von der Wichtigkeit einer Deeskalation der russischen Beziehungen. Sie wollten einen Botschafter nach Brüssel schicken und einen Dialog innerhalb des Nato-Russland-Rats führen. Wenn jemand an die Aufrichtigkeit dieses Statements geglaubt haben sollte – heute ist davon nichts mehr übrig“, sagte der Diplomat. (Ares Abasi)

Als sich im April russische Soldaten an der ukrainischen Grenze positionierten, beunruhigte das die NATO. Die NATO sicherte der Ukraine ihre Unterstützung zu.

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