1. Startseite
  2. Politik

Nato-Kandidat Schweden geht auf Forderungen der Türkei ein

Erstellt:

Von: Daniel Dillmann

Kommentare

Schwedens Ministerpräsident reist zu Gesprächen über den Nato-Beitritt seines Landes in die Türkei.

Stockholm - In Schweden geht die Regierung auf Distanz zu kurdischen Gruppierungen. Das hat Schwedens Außenminister Tobias Billström kurz vor einer geplanten Reise des Ministerpräsidenten Ulf Kristersson in die Türkei bekannt gegeben. Der Regierungschef reist am Dienstag nach Ankara, um dort mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über den Nato-Beitritt Schwedens zu verhandeln.

Laut Billström wird Schweden die Unterstützung zweier kurdischer Gruppierungen beenden. Sowohl die Kurdenmiiz YPG als auch deren politischer Arm PYD solle von Stockholm keine Unterstützung mehr bekommen. Das sagte der Außenminister in einem Radiointerview mit dem schwedischen Rundfunksender SVT. Beide Organisationen seien mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden. Die PKK ist in Deutschland verboten und wird von der Europäischen Union als Terrororganisation eingestuft.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg spricht mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu über den Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg spricht mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu über den Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands. © IMAGO/Sha Dati

Nato-Beitritt von Schweden und Finnland - Türkei stellt Forderungen

Explizit nannte der schwedische Außenminister, dass dieser Schritt auch erfolge, um die Beziehungen zwischen seinem Land und der Türkei zu verbessern. Erdogan hatte zuvor in einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg betont, sein Land würde einem Beitritt von Schweden nur zustimmen, wenn die „notwendigen Schritte“ eingeleitet wurden. Stoltenberg wiederum hatte am Vortag bei einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu gefordert, „Finnland und Schweden als vollständige Mitglieder der Nato zu begrüßen“. Die Türkei wirft den Nato-Beitrittskandidaten Schweden und Finnland vor, kurdischen Kämpfern Unterschlupf zu gewähren, die aus Sicht der türkischen Regierung „Terroristen“ sind.

Eine erste Annäherung im Streit um den Nato-Beitritt von Schweden und Finnland mit der Türkei gab es bereits im Juni dieses Jahres. Beide Länder schlossen mit der Türkei ein Abkommen, das Auslieferungen und den Informationsaustausch zwischen den Ländern vereinfachen soll.

Zwei Länder blockieren Nato-Beitritt von Schweden und Finnland

Schweden und Finnland haben sich am 29. Juni 2022 um einen Beitritt zur Nato beworben. Beide Länder entschlossen sich im Angesicht des Ukraine-Kriegs zu diesem Schritt. 28 der 30 Mitgliedsstaaten des Verteidigungsbündnisses haben die Aufnahme bereits ratifiziert. Einzig die Türkei und Ungarn blockieren den Prozess. Einem Beitritt in die Nato muss jedes Mitgliedsland zustimmen. (dil/dpa/afp)

Auch interessant

Kommentare