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Nahost-Konflikt

Während Waffenruhe mit Hamas: Messerattacke auf zwei Israelis in Jerusalem

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  • Tim Vincent Dicke
    Tim Vincent Dicke
  • Tobias Utz
    Tobias Utz
  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
  • Mirko Schmid

Trotz Waffenruhe ist die Lage in Nahost weiterhin angespannt. In Jerusalem werden zwei Israelis mit einem Messer attackiert und verletzt.

Update vom Montag, 24.05.2021, 17.40 Uhr: Inmitten der gespannten Lage in Nahost sind in Jerusalem am Montag zwei junge Israelis niedergestochen worden. Die beiden hätten Stichwunden im Oberkörper erlitten, teilte ein Sprecher des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom am Montag mit. Polizisten hätten den Angreifer erschossen, hieß es von der Polizei. Angaben zur Identität des Täters, der mit einem Messer bewaffnet war, machte sie nicht.

Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge an einer Stadtbahn-Haltestelle nahe dem nationalen Hauptquartier der Polizei. Aus der Hadassah-Klinik hieß es, es seien zwei Männer zwischen 21 und 23 Jahren eingeliefert worden, einer von ihnen sei Soldat. Die beiden Verletzten schwebten demnach nicht in Lebensgefahr.

Sicherheitskräfte am Tatort nach dem Messerangriff in Jerusalem.

Die Internet-Zeitung „Times of Israel“ meldete unter Berufung auf offizielle Aussagen der israelischen Streitkräfte IDF, dass es sich bei der Messerattacke offenbar um einen Terroranschlag gehandelt haben soll.

Drohungen trotz Waffenruhe – Israel schickt scharfe Worte nach Gaza

+++ 13.30 Uhr: Israel äußert sich besorgt, dass Hilfslieferungen in den blockierten Küstenstreifen wie nach dem letzten Gaza-Krieg 2014 für eine Aufrüstung der Hamas missbraucht werden könnten. Israelische Minister bekräftigten, man werde künftig auf jeden Angriff aus dem Palästinensergebiet deutlich härter reagieren als zuvor.

Finanzminister sagte dem Radiosender 103FM: „Für jeden Angriff auf den Süden muss es gezielte Tötungen von Hamas-Führern geben und Feuer auf Hamas-Ziele.“ Israel habe bisher aus Sorge vor einem Krieg immer vermieden, den ersten Schritt zu unternehmen. Dies werde sich nun ändern, sagte Katz.

Waffenruhe zwischen Hamas und Israel - Tempelberg wieder für Juden geöffnet

+++ 10.20 Uhr: Nach rund drei Wochen Zutrittsverbot ist der Tempelberg in Jerusalem am Sonntag wieder für jüdische Besucherinnen und Besucher geöffnet worden. Die heilige Stätte war wegen schwerer Konfrontationen von Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften während des muslimischen Fastenmonats Ramadan für die jüdische Bevölkerung geschlossen worden. Die Zusammenstöße gelten als einer der Auslöser für den jüngsten Gaza-Konflikt. Dieser begann am 10. Mai, als Mitglieder der im Gazastreifen herrschenden Hamas Raketen auf Jerusalem abfeuerten. Nach elftägigen Kämpfen endete der blutige Waffengang in der Nacht zum Freitag mit einer Waffenruhe.

Ein Hochzeitskleid liegt zwischen den Trümmern von zerstörten Gebäuden. Unter Vermittlung Ägyptens haben sich Israel und die im Gazastreifen herrschende Hamas nach elf Tagen militärischen Schlagabtauschs am 21.05.2021 auf eine Waffenruhe verständigt.

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber im Judentum heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen.

Am Freitag war es auch nach der Waffenruhe auf dem Tempelberg zu neuen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Palästinensischen Rettungskräften zufolge wurden 15 Menschen durch Gummigeschosse der Polizei verletzt. Nach Angaben der israelischen Polizei waren Polizisten zuvor aus einer Menge von Hunderten jungen Menschen mit Steinen und einem Brandsatz beworfen worden. Nach Angaben der israelischen Polizei wurden in der Nacht zum Sonntag 33 Palästinenser festgenommen, die bei den Ausschreitungen in Ost-Jerusalem beteiligt gewesen seien. Bereits am Samstag kam es zu mehreren Festnahmen.

Ein israelischer Soldat in der Altstadt von Jerusalem. Im Hintergrund ist der Felsendom auf dem Tempelberg zu sehen. (Archivfoto)

Update von Sonntag, 23.05.2021, 06.30 Uhr: Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas hält offenbar weiter an. Der UN-Sicherheitsrat hat sich deshalb nun für eine schnelle, humanitäre Hilfsaktion starkgemacht. Am Samstag (22.05.2021) hieß es in einer Mitteilung, dass insbesondere die Menschen im Gazastreifen unmittelbare Unterstützung benötigen würden. Der Nothilfefonds der Vereinten Nationen gab insgesamt 18,5 Millionen Dollar für humanitäre Maßnahmen frei. Laut Angaben der UN wurden in Gaza tausende Wohnungen zerstört. Tausende Einwohnerinnen und Einwohner sind derzeit obdachlos. Rund 800.000 Menschen haben aktuell keinen geregelten Zugang zu Wasser.

An einem israelischen Grenzübergang trafen am Samstag bereits die ersten Hilfstransporte ein. Diese bestanden unter anderem aus Medikamenten, Benzin und Lebensmitteln. Lokale Behörden koordinierten die Verteilung von Decken, Zelten und Matratzen.

Eine Aufnahme aus Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen.

+++ 15:53 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich im Rahmen ihres Vatikanbesuchs mit Papst Franziskus getroffen. Neben dem Oberhaupt der katholischen Kirche besprach sich von der Leyen auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem päpstlichen Außenbeauftragten Erzbischof Paul Richard Gallagher. Wie bereits zu Wochenbeginn von Kardinal Parolin angekündigt, ging es in den Gesprächen auch um eine Lösung im Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palästina.

Der Vatikan sei zwar kein Vermittler „im technischen Sinne“, wolle aber mit beiden Parteien Gespräche aufnehmen und sich für eine Zwei-Staaten-Lösung zur Befriedung der Lage einsetzen. Den aktuellen Waffenstillstand zwischen dem israelischen Militär und der Hamas begrüßte Papst Franziskus ausdrücklich. Nun sei die Zeit für „Wege des Dialogs und des Friedens“ gekommen. Alle Gläubigen riefdas Kirchenoberhaupt dazu auf, für das „Heilige Land“ zu beten.

Papst Franziskus und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wollen sich für eine Zwei-Staaten-Lösung im Konflikt zwischen Israel und Palästina einsetzen.

Israel und Gaza: US-Präsident Biden fordert Zwei-Staaten-Lösung

Update vom Samstag, 22.05.2021, 04:50 Uhr: Angesichts der jüngsten Eskalation im Nahen Osten hat US-Präsident Joe Biden die Notwendigkeit einer Zwei-Staaten-Lösung betont. Die Zwei-Staaten-Lösung sei die „einzige“ Antwort im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, sagte Biden am Freitag in Washington. Der US-Präsident forderte gleichzeitig ein Ende der Gewalt zwischen den beiden Volksgruppen in Jerusalem. Verantwortlich für die Zusammenstöße in der Stadt in den vergangenen Wochen seien „Extremisten“ auf beiden Seiten.

Biden kündigte an, er werde sich für einen von der internationalen Gemeinschaft finanzierten „Wiederaufbau“ nach den Zerstörungen durch israelische Bombenangriffe im Gazastreifen einsetzen. Dabei müsse verhindert werden, dass sich die radikalislamische Hamas-Organisation erneut bewaffne.

Joe Biden will sich für den Wiederaufbau im Gazastreifen einsetzen.

Ausschreitungen auf dem Tempelberg - Politiker fordert tödliche Schüsse

+++ 20.42 Uhr: Israels Polizeisprecher Micky Rosenfeld spricht von „hunderten Menschen“, die Steine und Benzinbomben auf Polizeibeamte geworfen haben sollen. Dies habe zur Reaktion gehabt, dass die Polizei „reagierte“ und damit begann, „die Randalierer auseinander zu treiben“. Unterdessen beklagt die palästinensische Führung einen „Sturm der israelischen Besatzungskräfte auf die Al-Aksa-Moschee nach dem Freitagsgebet und ihren Angriff auf Gläubige“.

+++ 17.45 Uhr: Itamar Ben-Gvir, einer der Anführer der nationalistischen israelischen Partei Otzma Jehudit, fordert nach weiteren Ausschreitungen auf dem Tempelberg Schüsse mit scharfer Munition auf Palästinenser. Den Minister für Öffentliche Sicherheit Amir Ohana fordert Ben-Gvir auf, der israelischen Polizei zu erlauben, statt mit Gummigeschossen mit tödlicher Gewalt gegen die Demonstrierenden vorzugehen: „Die Regierung hat unsere Polizei kastriert und ihr die Möglichkeit genommen, zu reagieren“, so der Co-Vorsitzende der Rechtsaußen-Partei.

In den USA, behauptet Ben-Gvir, würden „Terroristen“ für „Provokationen, wie wir sie heute in Ost-Jerusalem gesehen haben, in den Kopf geschossen werden.“ Sein Appell: „Es ist an der Zeit, der Polizei zu erlauben, das Feuer zu eröffnen. Ich fordere Minister Ohana auf, der Polizei zu erlauben, tödliche Schüsse zu verteilen.“ Infolge von Schüssen mit Gummigeschossen sollen nach Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond zwanzig Palästinenser zum Teil schwer verletzt worden sein. Darüber hinaus seien neun Menschen verhaftet worden.

Waffenruhe im Nahost-Konflikt - Doch wieder Ausschreitungen auf dem Tempelberg

+++ 13.30 Uhr: Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es am Freitag wieder zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen. Palästinenser hätten Steine auf israelische Sicherheitskräfte geworfen, die daraufhin mit Gegenmaßnahmen begonnen hätten, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld der Nachrichtenagentur AFP. Die heftigen Zusammenstöße nach dem Freitagsgebet dauerten nach Berichten von AFP-Korrespondenten an.

+++ 10.30 Uhr: Russland hat die Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinensern im Gazastreifen nach elf Tagen schwerer Gefechte begrüßt und zugleich direkte Verhandlungen gefordert. Nur über Gespräche zwischen den beiden Parteien könne ein erneuter Konflikt verhindert werden, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Freitag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. „Internationale und regionale Bemühungen sollten sich nun darauf konzentrieren, Bedingungen für die Wiederaufnahme direkter politischer Verhandlungen zu schaffen.“

Tausende feiern Waffenruhe im Nahost-Konflikt - Hamas erklärt sich zum Sieger über Israel

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat die Einigung auf eine Waffenruhe zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen unterdessen begrüßt. „Nun gilt es, sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen, Vertrauen wieder aufzubauen, Lösungen für (den) Nahostkonflikt zu finden“, erklärte Maas nach Angaben des Auswärtigen Amts beim Onlinedienst Twitter am Freitag (21.05.2021). Der Minister dankte Ägypten für die Vermittlung zwischen den Konfliktparteien.

Zeitgleich hat sich die radikalislamische Organisation Hamas zum Sieger des elf Tage dauernden bewaffneten Konflikts erklärt. „Das ist die Euphorie des Siegers“, sagte Khalil al-Hayya, ein Führer der Islamisten, laut der Zeitung „Times of Israel“ vor tausend feiernden Palästinensern in Gaza-Stadt. Laut der Zeitung sollen sich auch vor dem Haus von Mohammed Deif, der die Kassam Brigaden, den bewaffneten Arm der Hamas, leitet, versammelt haben und den Sieg über Israel mit Sprechchören gefeiert haben.

Nahost: Waffenruhe im Gaza-Konflikt hält bislang

Update vom Freitag, 21.05.2021, 04:40 Uhr: Im Gazastreifen gingen Tausende Menschen erstmals seit Beginn der Kämpfe wieder ohne größere Angst auf die Straßen. Die vereinbarte Waffenruhe im Gaza-Konflikt militanten Palästinensern und Israel ist am frühen Freitagmorgen (21.05.2021) zunächst eingehalten worden. Auch zwei Stunden nach dem Beginn der Feuerpause um 02.00 Uhr (01.00 Uhr MESZ) wurden keine neuen Raketenangriffe auf Israel aus dem Küstenstreifen gemeldet. Die israelische Armee stellte ihre Angriffe ebenfalls ein. Beide Seiten warnten, sollte sich die Gegenseite nicht an die von Ägypten eingefädelte Vereinbarung halten, sei sie hinfällig.

Waffenruhe im Gaza-Konflikt beschlossen – Hamas stimmt zu

+++ 21.40 Uhr: Das israelische Kabinett hat einstimmig einen Vorschlag Ägyptens über eine Waffenruhe gebilligt. Dies berichteten israelische Medien am Donnerstagabend. Demnach solle das Feuer im Gaza-Konflikt am Freitag um 02.00 Uhr Ortszeit eingestellt werden. Die radikal-islamische Hamas bestätigte israelische Medienberichte über eine Feuerpause.

+++ 19.25 Uhr: Eine Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gazastreifen steht ägyptischen Sicherheitskreisen zufolge unmittelbar bevor. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu werde seinem Kabinett noch heute den Plan für eine Waffenruhe vorlegen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. „Ägypten garantiert ein Ende der Raketenangriffe aus Gaza nach Israels Ankündigung, das Feuer von seiner Seite aus einzustellen“, hieß es. Eine Bestätigung der Konfliktparteien gab es dafür zunächst nicht.

Ägypten vermittelt im aktuellen Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern und hatte etwa auch im Gaza-Krieg 2014 mit auf eine Waffenruhe hingewirkt. In den vergangenen Tagen hatte Israel das Angebot zur Vermittlung durch den einst verfeindeten Nachbarstaat allerdings noch abgelehnt.

Nahost-Konflikt: Israel setzt Luftangriffe auf Gaza fort - Hamas antwortet mit Raketen

+++ 16.00 Uhr: Israel startete eine weitere Welle von Luftangriffen über den Gazastreifen am frühen Donnerstag, die mindestens einen Palästinenser tötete sowie weitere verwundete. Die Hamas feuerte mehrere Raketen auf den südlichen Teil Israels. Trotz anhaltender Gewalt kommen Berichte auf, dass eine mögliche Waffenruhe in Sicht sei.

Premierminister Benjamin Netanjahu hat sich gegen die Forderungen aus den USA gewehrt, die Gaza-Offensive zu beenden, und scheint entschlossen, der Hamas in einem Krieg maximalen Schaden zuzufügen. Israelische Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht erneut den Gazastreifen, während der Raketenbeschuss der Hamas nach einer mehrstündigen Kampfpause am frühen Morgen bis in den Nachmittag hinein auf Gemeinden im Süden Israels zielte. Dennoch erwarten Teilnehmende der Verhandlungen um eine Waffenruhe innerhalb der nächsten 24 Stunden eine Verkündung.

Israel und Gaza: Außenminister Maas zu Besuch in Israel

+++ 11.30 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat bei seinem Besuch in Israel die Solidarität Deutschlands mit der israelischen Regierung und das Recht des Landes auf Selbstverteidigung gegen Angriffe der Hamas bekräftigt. „Ich bin heute hierhergekommen, um euch unsere Solidarität zu versichern“, sagte Maas am Donnerstag bei einem Treffen mit seinem israelischen Kollegen Gabi Aschkenasi in Tel Aviv. Israel habe das Recht, sich gegen die „massiven, inakzeptablen Angriffe“ aus dem Gazastreifen zu verteidigen.

„Für uns ist die Sicherheit Israels und genauso die Sicherheit aller Jüdinnen und Juden in Deutschland nicht verhandelbar, und darauf kann sich Israel immer verlassen“, betonte Maas. Die jüngste Gewalteskalation zwischen Israel und den militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen habe das Leid auf beiden Seiten befördert. „Das macht uns große Sorgen und deshalb unterstützen wir die internationalen Bemühungen um einen Waffenstillstand“, sagte Maas. Die Gewalt müsse schnell beendet werden.

Der Bundesaußenminister will sich in Israel auch mit Verteidigungsminister Benny Gantz und Staatspräsident Reuven Rivlin treffen. In Ramallah soll Maas nach Angaben des Auswärtiges Amts anschließend mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mohammed Schtajjeh zusammenkommen.

IsraelGaza-Streifen
Gegründet19481949
Bevölkerung9,053 Millionen (Stand 2019)2,048 Millionen (Stand 2020)
Hauptstadt/ZentrumJerusalemGaza (Stadt)

Israel und Gaza: Waffenruhe „bereits am Freitag“? Netanjahu dämpft Hoffnungen

+++ 08.55 Uhr: Die radikalislamische Hamas hat im andauernden Konflikt mit Israel die Möglichkeit einer baldigen Waffenruhe angedeutet. In „den nächsten zwei Tagen“ würde man wahrscheinlich eine Einigung erzielen, sagte Hamas-Führungsmitglied Mussa Abu Marzuk gegenüber israelischen Medien.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dämpfte im Anschluss jedoch die Hoffnung auf eine schnelle Waffenruhe. Man sei „entschlossen, die Operation fortzusetzen, bis ihr Ziel erreicht ist“, gab Netanjahu via Twitter bekannt. Laut dem US-amerikanischen Wallstreet Journal befindet sich das israelische Militär aber kurz vor dem Abschluss der selbstgesteckten Ziele. Die Zeitung zitiert ungenannte Vertreter, die eine Waffenruhe „bereits am Freitag“ erwarten.

Die Zahl der Toten stieg auch in den vergangenen 24 Stunden erneut an. Insgesamt sind in dem elf Tage dauernden Konflikt 227 Menschen auf palästinensischer Seite und zwölf Menschen auf israelische Seite gestorben.

Israel und Gaza: Bombenangriff auf Hamas-Tunnelsystem – Heiko Maas besucht Krisenregion

+++ 6.45 Uhr: Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht von Mittwoch (19.05.2021) auf Donnerstag (20.05.2021) erneut Teile des Tunnelsystems der Hamas im Gazastreifen bombardiert. Binnen 24 Stunden sind zahlreiche weitere Ziele der sogenannten Metro in dem Palästinensergebiet angegriffen worden. Darüber hinaus wurden im gesamten Küstengebiet Gebäude und andere Vorrichtungen beschossen: das Haus eines Kommandeurs in Chan Junis, eine Hamas-Waffenfabrik sowie mehrere Raketenabschussrampen. Das teilte die israelische Armee laut Informationen der dpa am Morgen mit.

Eine israelische Artillerie feuert von einer Position an der Grenze zwischen Israel und Gaza in der Nähe von Sderot in Richtung des Gazastreifens. |

Die israelische Armee veröffentlichte nach Meldungen zudem ein Video zum weit verzweigten unterirdischen Tunnelsystem der Hamas, welches Informationen der Streitkräfte zufolge über Jahre aufgebaut wurde. Es habe eine Länge von Hunderten Kilometern und werde unter anderem dafür benutzt, um innerhalb des Gazastreifens Kämpfer, Munition und Lebensmittel zu bewegen – sogar Fahrzeuge sollen sich durch die Tunnel fortbewegen. Beschossen wurden demnach wichtige Knotenpunkte sowie andere strategisch wichtige Orte des Netzes. Die „Metro“ liegt zu großen Teilen unter der Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens.

Israel und Gaza: Heiko Maas mit Besuchen in der Region – „Gespräche über Deeskalation“

Update vom Donnerstag, 20.05.2021, 6.15 Uhr: Die jüngste Eskalation im Nahost-Konflikt belastet zunehmend die Beziehungen zwischen den USA und Israel. Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte am Mittwoch (19.05.2021) bereits an, die bisherigen israelischen Raketenangriffe im Gazastreifen auch weiterhin fortzusetzen – US-Präsident Joe Biden hatte Netanjahu zuvor zur Deeskalation des Konfliktes aufgefordert. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) reist aller Voraussicht nach am Donnerstag (20.05.2021) zu einem Besuch in die Region. Vor Ort will er sich laut Berichten der AFP für die Entschärfung der Lage einsetzen.

Israel und Gaza: Bundesaußenminister Maas mit Besuchen in Jerusalem und Ramallah

Der Raketenbeschuss zwischen radikalen Palästinensern und der israelischen Armee dauert nun seit mehr als einer Woche an – bisher kam es auf beiden Seiten zu zahlreichen Opfern und Todesfällen. Im palästinensischen Gazastreifen wurden bis Mittwoch insgesamt 227 Menschen getötet – in Israel gab es zwölf Todesopfer, wie die jeweiligen Behörden mitteilten. Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen gab laut AFP am vergangenen Mittwoch darüber hinaus den Tod sieben weiterer Menschen durch die israelischen Luftangriffe bekannt. Unter den Opfern waren demnach eine Schwangere und ein Kleinkind. Die israelische Armee teilte ihrerseits mit, sie habe die Wohnhäuser von sechs Hamas-Anführern attackiert.

Zum dritten Mal binnen einer Woche wurde Israel am Mittwoch auch aus dem Libanon angegriffen – vier Raketen seien laut Angaben aus libanesischen Militärkreisen aus dem Dorf Seddikine im Bezirk Tyros abgefeuert worden. Die israelische Armee reagierte auf diesen Angriff wiederum mit Artilleriefeuer auf mehrere Ziele im Libanon.

+++ 15.20 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas plant vor dem Hintergrund der der gewaltsamen Eskalation des Nahost-Konflikts eine Reise nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete. „Mein Plan ist, dass ich heute Nacht nach Israel fliege und Gespräche in Jerusalem und in Ramallah führe“, sagte Maas in Berlin.

Israelische Medien hatten zuvor über den bevorstehenden Besuch von Maas berichtet. Maas schränkte ein, dass die Reise „noch nicht hundertprozentig“ feststehe. „Natürlich stimmen wir eine solche Reise mit denjenigen ab, zu denen wir fahren. Das ist noch nicht hundertprozentig abgeschlossen.“

+++ 14.20 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat der im Gazastreifen regierenden radikalislamischen Hamas mit weitergehenden militärischen Schritten gedroht. „Es gibt nur zwei Wege, mit ihnen umzugehen: Entweder man erobert sie - und das ist immer eine mögliche Option - oder man schreckt sie ab“, sagte Netanjahu am Mittwoch einer Gruppe ausländischer Botschafter in Tel Aviv. „Aber ich muss sagen, dass wir keine Option ausschließen“, fügte der Regierungschef hinzu.

Die israelischen Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen dienten der Abschreckung, sagte Netanjahu. Israel habe die Eskalation „nicht gesucht“.

Israel und Gaza: Raketen für zwei Monate - Hamas hat riesiges Arsenal aufgebaut

+++ 09.40 Uhr: Berichte über eine erwartete Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas sind von beiden Seiten zurückgewiesen worden. Das israelische Fernsehen hatte berichtet, im Rahmen internationaler Vermittlungsbemühungen könnten von 06.00 Uhr Ortszeit (05.00 MESZ) am Donnerstag die Waffen schweigen.

Issat al-Rischak, ein hochrangiger Funktionär der im Gazastreifen herrschenden Hamas, teilte jedoch mit, es sei bisher noch keine Einigung erzielt oder ein Zeitpunkt für eine Waffenruhe festgelegt worden. Nach Medienberichten dementierte auch die israelische Seite den Bericht über eine bevorstehende Waffenruhe am Donnerstagmorgen.

Israel und Gaza: Genug Raketen für zwei Monate - Hamas hat riesiges Arsenal aufgebaut

Update vom Mittwoch, 19.05.2021, 06.40 Uhr: Im neu angefachten Konflikt mit Israel kann die radikalislamische Hamas auf ein noch größeres Arsenal an Raketen und anderer Waffen zurückgreifen als in früheren Gewalteskalationen. Der militanten Palästinenserorganisation stehen unter anderem durch Unterstützung aus dem Iran deutlich mehr Raketen und Raketen mit einer größeren Reichweite zur Verfügung. Nach eigenen Angaben verfügt die Hamas über genug Raketen, um zwei Monate lang durchzuhalten.

Israel und Gaza: UN-Experten sehen starke Anzeichen für Kriegsverbrechen auf beiden Seiten

+++ 22.40 Uhr: Mehrere UN-Menschenrechtsexpert:innen berichten, im Nahost-Konflikt gebe es derzeit starke Anzeichen für Kriegsverbrechen vonseiten bewaffneter Palästinenser wie auch Israelis. Den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag fordern die Expert:innen in einer Stellungnahme vom Dienstag (18.05.2021) auf, das Verhalten beider Konfliktparteien zu untersuchen, berichtet die dpa.

Israel werfen sie vor, Raketen und Granaten in dicht besiedelte Gebiete im Gazastreifen zu feuern. Diese „willkürlichen und überschießenden Angriffe“ auf Zivilisten „verletzten wahrscheinlich das Kriegsrecht und stellen ein Kriegsverbrechen dar“, erklären die fünf Expert:innen. Als Kriegsverbrechen einzustufen seien auch die Angriffe bewaffneter palästinensischer Gruppen, da sie „absichtlich oder rücksichtslos“ Raketen auf israelische Stadtgebiete abfeuerten.

Israel und Gaza: Schießerei an israelischem Kontrollpunkt bei Ramallah - Ein Toter

+++ 17.50 Uhr: An einem israelischen Kontrollpunkt nahe Ramallah im besetzten Westjordanland haben sich militante Palästinenser und israelische Soldaten ein Feuergefecht geliefert. Dabei wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Ramallah ein Mensch getötet und mehrere Dutzend weitere durch Schüsse verletzt. Nach Angaben der israelischen Armee wurden auch zwei Soldaten verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Nach Darstellung der Armee hatten bewaffnete Palästinenser das Feuer auf Soldaten und einen Kommandeur an dem Posten eröffnet.

Israel: Erneut Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen

+++ 14.15 Uhr: Bei neuen massiven Raketenangriffen militanter Palästinenser auf israelische Ortschaften sind am Dienstag nach Angaben von Rettungskräften mindestens zwei Menschen getötet worden.

Mehrere weitere erlitten den Angaben zufolge schwere Verletzungen. Nach Polizeiangaben wurde bei dem Angriff im Grenzgebiet zum Gazastreifen ein Wohnhaus getroffen, in dem ausländische Arbeiter lebten. 

„Tag des Zorns“ im Nahost-Konflikt: Hamas feuern Raketen – Israel antwortet

+++ 09.45 Uhr: Angesichts der anhaltenden Gewalt im Nahostkonflikt verstärkt die internationale Gemeinschaft ihre diplomatischen Anstrengungen zur Beruhigung der Lage. Der UN-Sicherheitsrat hält am Dienstag (18.05.2021) erneut eine Dringlichkeitssitzung zum Konflikt zwischen Israel und den militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen ab.

Am Dienstagmorgen stiegen Flammen und schwarzer Rauch über einem Gebäude in Gaza auf, das von einem israelischen Kampfjet getroffen worden war, wie ein AFP-Journalist berichtete. Der Konflikt hatte in den vergangenen Tagen auch auf das Westjordanland übergegriffen. Bei Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee wurden dort seitdem 20 Menschen getötet. Die Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief zu einem „Tag des Zorns“ und zu einem Generalstreik auf.

Hamas feuert Raketen ab - Israelisches Militär antwortet, gefährdet aber auch Zivilisten

+++ 06.45 Uhr: Im eskalierten Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen ist eine Waffenruhe weiter nicht in Sicht. Die Hamas feuert mit Raketen auf Israel, während das israelische Militär mit massiven Angriffen auf militärische Ziele im Gazastreifen antwortet, bei denen aber auch Zivilisten in Gefahr geraten. Heute beraten die Außenminister der EU-Staaten in einer Videoschalte über die Lage in Nahost.

Das Gesundheitsministerium in Gaza beklagte, dass bei einem der Angriffe in Rimal ein medizinisches Labor schwer beschädigt worden sei. Der Gesundheitsdienst könne deshalb keine Corona-Tests und -Impfungen mehr durchführen. Verschärft werde die Pandemielage noch dadurch, dass mehr als 40 000 Menschen vor den Luftangriffen Schutz in völlig überfüllten Zivilschutzbunkern suchten.

Militante Palästinenser in dem Küstengebiet beschossen die südlichen israelischen Städte Beerscheva, Aschkelon und Aschdod. Acht Israelis erlitten leichte Verletzungen, wie der Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte.

 

Nahost-Konflikt: Joe Biden unterstützt Waffenruhe

Update vom Dienstag, 18.5.2021, 0.30 Uhr: Im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern im Gaza-Streifen hat sich Joe Biden für eine Waffenruhe ausgesprochen. Der US-Präsident habe in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Montag seine Unterstützung für einen Waffenstillstand zum Ausdruck gebracht, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Biden habe mit Netanjahu auch über dahingehende Bemühungen der USA gemeinsam mit Ägypten und anderen Partnern diskutiert.

Nahost-Konflikt eskaliert: Joe Biden signalisiert Unterstützung für Waffenruhe

Laut Angaben der israelischen Armee seien derweil sechs Raketen aus dem Libanon in Richtung Israel abgefeuert worden, jedoch bereits auf libanesischem Boden gefallen. Als Reaktion habe das israelische Militär mit Artillerie auf die Angreifer gefeuert. Die Armee machte keine Angaben dazu, welche Gruppierung für den Raketenbeschuss verantwortlich war. Israelischen Medien zufolge wurden Einwohner der Grenzstadt Misgav angewiesen, in ihren Häusern zu bleiben. Die Bevölkerung dort berichtet demnach auch von Explosionen. Bei einer Protestkundgebung hatten sich zuvor hunderte Anhänger der Hisbollah und andere Demonstrant:innen in der libanesischen Hauptstadt Beirut mit Palästina solidarisiert.

Nahost-Konflikt: Kommandeur des Islamischen Dschihad getötet

Erstmeldung vom Montag, 17.5.2021: Gaza - Der gewalttätige militärische Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern im Gaza-Streifen geht in die zweite Woche und fordert weitere Todesopfer. Laut Angaben des israelischen Militärs sollen die Hamas und der Islamische Dschihad seit Beginn der neuerlichen Eskalation bereits 3150 Raketen aus dem Gaza-Streifen heraus in Richtung Israel abgefeuert haben.

Sollten die Beschüsse in einer ähnlichen Frequenz aufrechterhalten werden, könnten die Zahl von 4481 Raketen, die während des Gaza-Krieges 2014 innerhalb von 51 Tagen abgefeuert worden waren, schon in den nächsten Tagen erreicht werden. 460 der Raketen seien noch im Gaza-Streifen niedergegangen und hätten die Grenze zu Israel nicht passiert, von den übrigen 2690 habe das israelische Raketenabwehsystem „Iron Dome“ rund 90 Prozent abgefangen.

Israel reagiert mit gezielten Angriffen und Tötungen auf Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen

Israel reagiert weiterhin mit gezielten Angriffen auf militärische Ziele im dicht besiedelten Gaza-Streifen und soll die Drohung gezielter Tötungen zumindest im Fall von Hasem Abu Harbid, Leiter des nördlichen Kommandos des Islamischen Dschihad, bereits in die Tat umgesetzt haben. Der Kommandeur, der nach Lesart des israelischen Militärs für mehrere Anschläge auf israelische Streitkräfte und Zivilist:innen sowie für Raketenangriffe auf Israel verantwortlich gewesen sein soll, sei in der Nacht zu Montag (17. Mai 2021) exekutiert worden.

Darüber hinaus soll das israelische Militär laut journalistischen Berichten aus dem Gaza-Streifen dutzende Bomben über dem Palästinensergebiet abgeworfen haben. Israel spricht von „Terrorzielen“ der Hamas, die bombardiert worden seien, nachdem die Hamas die Städte Aschkelon und Beerscheba in Israel mit Raketen beschossen haben soll. Darunter befänden sich laut Augenzeug:innen Straßen, Häuser, Trainingslager und Gebäude der Hamas sowie eine Stromtrasse, die große Teile des südlichen Gazastreifens versorgt. Diese sei stark beschädigt worden.

Der US-amerikanische Nachrichtensender CNN vermeldet „Szenen des Grauens“, die sich in Gaza abgespielt haben sollen, als unter anderem das Haus des Hamas-Anführers Yahya Sinwar im Stadtteil Khan Yunis im südlichen Gazastreifen bombardiert worden und vollständig zerstört worden sei. Sinwar jedoch sei unverletzt geblieben. Laut Angaben palästinensischer Medizin- und Zivilschutzteams seien am Sonntagmorgen fünf Kinder aus den Trümmern zerstörter Häuser geborgen worden.

Gaza meldet 198 Todesopfer seit Beginn der Eskalation im Nahost-Konflikt, Israel 74

Inzwischen sollen laut übereinstimmenden Medienberichten rund 42.000 Menschen aus ihren Häusern im Gaza-Streifen geflohen sein, viele davon fänden provisorisch in rund 50 von der UN betriebenen Schulen eingerichteten Notunterkünften Unterschlupf. Unter ihnen sollen sich auch 2500 Menschen befinden, die in Folge der israelischen Militärschläge obdachlos geworden waren. Das Gesundheitsministerium in Gaza meldet seit Beginn der Eskalation 198 Menschen Todesopfer der israelischen Luftschläge, darunter 58 Kinder. Zusätzlich seien 1300 Menschen verletzt worden. Israel meldet bisher 74 Tote, dabei soll es sich nahezu ausschließlich um Streitkräfte des Militärs handeln.

Unterdessen verhallen die weltweiten Aufrufe zur Deeskalation der Gewalt ungehört. Während sich der Iran mit „uneingeschränkter Unterstützung“ hinter die Menschen im Gaza-Streifen stellt, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Israel laut offiziellen Angaben der Bundesregierung in einem Gespräch mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Solidarität der Bundesregierung versichert: „Die Bundeskanzlerin verurteilte die fortgesetzten Raketenangriffe von Gaza auf Israel erneut scharf und sicherte dem Ministerpräsidenten die Solidarität der Bundesregierung zu.“

USA verhindert UN-Erklärung, US-Außenminister Blinken fordert einen Waffenstillstand im Nahost-Konflikt

Antony Blinken, US-Außenminister unter Präsident Joe Biden, appelliert an Israel, sich seiner „besonderen Verantwortung als Demokratie“ bewusst zu werden und „insbesondere Kinder“ zu schützen. Dennoch verhindern die USA per Veto weiter eine gemeinsame Erklärung des UN-Sicherheitsrates. Die USA wollen stattdessen versuchen, „die derzeitige Spirale der Gewalt“ mittels „intensiver Diplomatie“ zu beenden.

Man sei dazu bereit, Unterstützung zu leisten, sollten beide in die kriegerischen Auseinandersetzungen verstrickten Parteien einen Waffenstillstand anstreben. Auch Joe Biden hatte sich bereits zu Wort gemeldet, nachdem es im Gaza-Streifen zu einer Bombardierung eines Hochhauses gekommen war, indem internationale Medien untergebracht waren. (Mirko Schmid, Lukas Rogalla, Tobias Utz)

Rubriklistenbild: © Ahmad Gharabli/AFP

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