Libyen

Das nächste Schlachtfeld heißt Sirte

Die Regierung in Libyen lehnt eine Waffenruhe ab.

Nach Einschätzung der Vereinigten Arabischen Emirate gibt es aktuell genügend Impulse für eine sofortige Waffenruhe im libyschen Bürgerkrieg. Auch die Rückkehr zum politischen Prozess sei möglich, äußerte der emiratische Staatsminister für Auswärtiges, Anwar Gargasch, am Montag via Twitter. Die Weltgemeinschaft könne weitere Kämpfe in Libyen nicht hinnehmen, so Gargasch.

In dem Konflikt stehen die Emirate zusammen mit Russland und Ägypten auf der Seite von General Chalifa Haftar und dessen ostlibyscher Militärallianz, die 2019 eine Offensive gegen die von den UN anerkannte Regierung im westlibyschen Tripolis begonnen hatte. Die Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch wird von der Türkei unterstützt. Dank türkischer Hilfe konnten Regierungstruppen jüngst wichtige Gebiete von Haftar zurückerobern. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi kündigte am Samstag eine Initiative zu einer Waffenruhe an,

Obwohl Haftar der Initiative Al-Sisis gleich zugestimmt hat, galt es als unwahrscheinlich, dass eine Waffenruhe noch am Montag in Kraft treten würde. Al-Sarradsch, der sich nun vom Kriegsglück gesegnet sieht, lehnte die Feuerpause jedoch bereits am Sonntagabend – indirekt – ab. Dem Kommandeur der mit ihm verbündeten Milizen, die die strategisch wichtige Küstenstadt Sirte östlich von Tripolis von Haftars Truppen einnehmen wollen, sagte er: „Wir werden den von Opfergaben gepflasterten Weg weitergehen.“

Sirte – der Geburtsort des 2011 gestürzten Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi – liegt an der Mittelmeerküste auf halber Strecke zwischen Tripolis und Bengasi, den beiden größten Städten des Landes. Die mit der Sarradsch-Regierung verbündeten Kämpfer befanden sich am Montag nach Augenzeugenberichten etwa 30 Kilometer westlich von Sirte. Haftars Truppen hatten Sirte im Januar eingenommen. (dpa)

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