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Laut einer Umfrage liegt François Fillon, der als Favorit ins Präsidentschaftsrennen gestartet war, mit nur noch 19 oder 20 Prozent in der Wählergunst auf Platz drei.
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Laut einer Umfrage liegt François Fillon, der als Favorit ins Präsidentschaftsrennen gestartet war, mit nur noch 19 oder 20 Prozent in der Wählergunst auf Platz drei.

Frankreich

Nachfolger für Fillon gesucht

  • Axel Veiel
    VonAxel Veiel
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Das Risiko, dass der sicher geglaubte Wahlsieg in Gefahr ist, hat aus Sicht der französischen Konservativen bedrohliche Ausmaße angenommen. Manch einer sucht Ersatz für den skandalumwitterten Kandidaten.

Frankreichs konservative Republikaner stehen nicht mehr geschlossen hinter ihrem Präsidentschaftskandidaten François Fillon, der im Skandalsumpf versinkt. Sie halten nach Alternativen Ausschau. Der Bürgermeister von Bordeaux, Alain Juppé, der Fillon bei den Vorwahlen unterlegen war, hat wissen lassen, er stehe nicht als Ersatzkandidat für Fillon, dem eine Scheinbeschäftigung von Frau und Kindern vorgeworfen wird, zur Verfügung. Bleiben Ex-Finanzminister François Baroin, der Nicolas Sarkozy nahesteht, oder auch Xavier Bertrand, Präsident der nordfranzösischen Region Hauts-de-France. Sie könnten den Karren aus dem Dreck ziehen, versichern Republikaner im Schutz der Anonymität.

Das Risiko, dass der sicher geglaubte Wahlsieg in Gefahr ist, hat aus Sicht der Konservativen bedrohliche Ausmaße angenommen. Laut einer Umfrage, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, liegt Fillon, der als Favorit ins Präsidentschaftsrennen gestartet war, mit nur noch 19 oder 20 Prozent in der Wählergunst auf Platz drei. Der parteilose Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und Marine Le Pen, Chefin des rechtspopulistischen Front National, würden demnach die Stichwahl unter sich ausmachen.

Unterdessen hat sich der Druck auf Fillon durch weitere Enthüllungen weiter erhöht. Laut dem Satireblatt „Canard Enchaîné“ war die Scheinarbeit, die Fillon seiner Frau Penelope auf Parlamentskosten verschafft haben soll, noch lukrativer als bisher angenommen.

Scheinarbeit auch bei Le Pen

Das Blatt beziffert ihre Vergütung nun mit 831 000 Euro brutto. Fillons Kinder Marie und Charles sollen 84 000 Euro brutto erhalten haben.

Mit dem Mut der Verzweiflung appellierte Fillon an seine Parteifreunde, „noch 15 Tage bis zum Abschluss der Ermittlungen durchzuhalten“. Diese dürften der Bitte vorerst Folge leisten. Denn es käme einem Offenbarungseid gleich, den Sieger der republikanischen Vorwahlen durch einen Politiker ohne demokratische Legitimation zu ersetzen. Die Sympathisanten der Rechten und der politischen Mitte erneut an die Urnen zu bitten, das ist in den knapp drei Monaten bis zu den Präsidentschaftswahlen nicht zu leisten.

Tröstlich ist für die Konservativen, dass die Rechtspopulistin Marine Le Pen ihrerseits eine Scheinarbeitsaffäre am Hals hat. Sie soll zwei persönliche Assistentinnen auf Kosten des Europaparlaments beschäftigt zu haben.

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