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Katja Kipping (rechts) und Bernd Riexinger.

Linkspartei

Nachfolge gesucht

  • Markus Decker
    VonMarkus Decker
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Die Linke braucht ein Führungsduo, weil Katja Kipping und Bernd Riexinger nicht noch einmal kandidieren werden. Die besten Chancen auf ihre Nachfolge haben zwei Frauen aus Hessen und Thüringen.

Katja Kipping und Bernd Riexinger machten keineswegs einen gedrückten Eindruck, als sie am Montag in Berlin vor Journalisten wiederholten, was sie bereits am Freitag schriftlich bekannt gemacht hatten: dass sie beim Erfurter Parteitag Ende Oktober, Anfang November nicht noch einmal kandidieren.

Kipping sagte, die Linke habe „sich aus sich heraus weiterentwickelt“ und sei heute eine „anerkannte politische Kraft“ mit der Chance, bei Wahlen dauerhaft zweistellige Wahlergebnisse einzufahren. Die 42-Jährige, die für einen grundlegenden Politikwechsel plädierte, nannte die zurückliegenden acht Jahre eine „schöne Zeit“.

Riexinger erklärte, er sei nicht amtsmüde. Der 64-Jährige strahlte das auch aus, er redete ausgiebig. Gleichwohl sei dies der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören, fügte Riexinger hinzu und betonte, seit Existenz der Linken müssten alle anderen Parteien über soziale Gerechtigkeit reden. Im Übrigen habe die Linke einen „Riesenzulauf von jungen Leuten“ und sei gut aufgestellt. Dabei hätten Kipping und er es vermocht, einen geordneten Übergang herbeizuführen, so der Schwabe. „Das ist in unserer Partei auch nicht ganz selbstverständlich.“

Die Parteisatzung begrenzt die Amtszeit von Vorsitzenden auf acht Jahren. Diese Zeit ist rum. Nach einer halben Stunde war die Pressekonferenz vorüber. Sollte der kommende Parteitag nicht wegen der Corona-Pandemie wie schon im Juni ausfallen, blieben dem seit dem Göttinger Parteitag 2012 amtierenden Duo noch knapp zwei Monate Zeit zur Übergabe. Offen ist, wie es weitergeht.

Die besten Chancen auf die Nachfolge werden der Fraktionsvorsitzenden im hessischen Landtag, Janine Wissler, 39, und der thüringischen Partei- und Fraktionsvorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow, 42, eingeräumt. Beiden gelten über Flügelgrenzen hinweg als fähig. Von Wissler heißt es in Reformerkreisen aber, sie sei am Ende zu fundamentalistisch, um der gewünschten rot-rot-grünen Koalition auf Bundesebene den Weg zu ebnen.

Hennig-Wellsow ist in Thüringen seit Jahren tragende Säule eines solchen Bündnisses und wird dort auch weiterhin gebraucht.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, hätte dem Vernehmen nach ebenfalls gute Chancen – wenn er denn kandidieren würde. Er ist ein enger Vertrauter des Fraktionschefs Dietmar Bartsch. Korte will allerdings wohl eher nicht. Ebenso gehandelt wird der ehemalige Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn. Der Reformerflügel – organisiert im Forum Demokratischer Sozialismus (FDS) – wünscht die Kandidatur des 45-Jährigen, der wie Korte aus Sachsen-Anhalt kommt. Lediglich Außenseiterchancen werden Ali Al-Dailami eingeräumt. Er ist Sohn politischer Flüchtlinge aus dem Jemen, im hessischen Gießen zu Hause und stellvertretender Parteivorsitzender.

Als Kipping und Riexinger in der Pressekonferenz nach etwaigen Nachfolgern gefragt wurden, antwortete Kipping, man werde jetzt „nicht mit einer feudalen Geste“ Namen nennen. Riexinger zählte ein paar Fähigkeiten auf, die man in dem Amt benötige: einen klaren Kompass, Integrationsfähigkeit, Toleranz und „einen ungebrochenen Optimismus“.

Die ehemalige Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht, die sich mit den Parteichefs in einem Dauerclinch befunden hatte, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unterdessen: „Ich hoffe, dass die Partei eine neue Spitze findet, mit der wir wieder mehr Menschen erreichen können – und dass dann Partei- und Fraktionsspitze wieder an einem Strang ziehen.“

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