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Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die demokratische Abgeordnete Nancy Pelosi, verkündet die Einsetzung des Impeachment-Verfahrens gegen Donald Trump.

Donald Trump

Nach Anruf Ärger

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Die US-Demokraten leiten ein Verfahren zur Amtsenthebung von Donald Trump ein.

Mit einem triumphalen Auftritt im New Yorker Trump Tower hat er vor gut drei Jahren seine kometenhafte Karriere als Politiker begonnen. In dem mit Marmor und Gold überladenen Atrium verkündete Donald Trump seine Kandidatur für das Weiße Haus. Eine Laune der Geschichte will es, dass der US-Präsident in dem Wolkenkratzer am Dienstag auch seine bislang größte Demütigung verarbeiten muss. Gerade erst hat er vor den UN geredet und Hof für die Führer der Welt gehalten, da tritt in Washington eine Demokratin vor die Kameras und verkündet den Auftakt zum möglicherweise vierten Amtsenthebungsverfahren der USA.

Trumps erste Reaktion klingt wie der Protest eines beleidigten Kindes. „So ein wichtiger Tag bei den Vereinten Nationen, so viel Arbeit und so viel Erfolg – und die Demokraten machen es absichtlich kaputt“, twittert er. Während unten an der 5th Avenue unzählige Polizisten und schwere Trucks mit Geröll den Eingang des Hochhauses sichern und neugierige Touristen auf Abstand halten, scheint Trump am Abend in seinem Penthouse im 58. Stock vor der Glotze zu hängen. Immer wieder twittert er Videoschnipsel mit Moderatoren, die ihm Recht geben. Das Ego des Narzissten ist schwer angeschlagen. Für seine Präsidentschaft gilt das nicht unbedingt. Denn von der Einleitung einer formellen Untersuchung, wie sie Repräsentantenhaus-Sprecherin Nancy Pelosi verkündet, und der Absetzung eines Regierungschefs ist es ein sehr weiter Weg. Nicht nur vergehen bis zur entscheidenden Abstimmung im Senat wohl Wochen oder Monate. Vor allem wird diese Kongress-Kammer von den Republikanern beherrscht.

Pelosi verkündet, Trump habe die Verfassung gebrochen. „Er hat einen Betrug an seinem Amtseid begangen, an der nationalen Sicherheit und an der Unverletzlichkeit der Wahlen.“

Mit der Aufforderung an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, politisch nützliches Material zu beschaffen, habe Trump „den Rubikon überschritten. Der Präsident muss zur Verantwortung gezogen werden.“

Das hätte man freilich auch schon während der Mueller-Ermittlungen sagen können. Damals lehnte Pelosi aus Angst vor einem Eigentor ein Impeachment ab.

Was sich seither geändert hat? Der Druck auch von moderaten Abgeordneten ist gewaltig gestiegen. Und Pelosi glaubt, nun einen greifbareren Beleg für Trumps Gesetzeslosigkeit zu haben. Der konkrete Anlass liegt genau zwei Monate zurück: Am 25. Juli telefonierte Trump mit Selenskyj, um ihm zur Wahl zu gratulieren. Wie man einer Abschrift entnehmen kann, die das Weiße Haus am Mittwoch veröffentlichte, nahm das Gespräch eine bemerkenswerte Wende.

Trump stellst sich zunächst im ausdrücklichen Gegensatz zu europäischen Verbündeten („Deutschland tut praktisch nichts für Sie“) als großer Freund der Ukraine dar und fordert dann eindringlich, dass Kiew eine Untersuchung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und seines Sohnes Hunter einleitet, der im Verwaltungsrat eines ukrainischen Gaskonzerns sitzt. Eine Woche zuvor hatte Trump überraschend 400 Millionen Dollar zugesagte Hilfsgelder eingefroren. Für die Demokraten ist klar: Er hat das Geld genutzt, um eine Schmutzkampagne gegen seinen möglichen Herausforderer zu erzwingen. Das wäre ein klarer Fall von Amtsmissbrauch und Korruption.

Trump bestreitet den Zusammenhang. Tatsächlich wird das Geld in der Abschrift nicht erwähnt. Allerdings hat auch ein Geheimdienstmitarbeiter im Weißen Haus am 12. August eine Beschwerde eingelegt, weil der Präsident krumme Geschäfte mit ausländischen Regierungschefs mache. Trotz klarer rechtlicher Regeln weigert sich das Weiße Haus bislang, die Eingabe an den Geheimdienstausschuss weiterzuleiten.

Vertreter der Demokraten argumentieren, das vorgelegte Transkript nicht, um unterschwellige Drohungen und Einschüchterungen zu verstehen. Deshalb bestehen sie auf der Vorlage der kompletten Beschwerde, in der es auch noch um weitere Fälle gehen könnte. Sie erwägen sogar, den von Trump heftig diffamierten Informanten im Kongress anzuhören. Trump behauptete am Mittwoch, sein Telefonat sei „perfekt“ gewesen.

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