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Menschen, die sich in Gazas UN-Schulen gerettet hatten, gehen wieder zurück nach Hause.
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Menschen, die sich in Gazas UN-Schulen gerettet hatten, gehen wieder zurück nach Hause.

Nahost-Konflikt

Waffenruhe: Israel und Gaza sehen sich beide als Sieger

  • Inge Günther
    VonInge Günther
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Premier Netanjahu sieht die Hamas geschwächt, doch auch die feiert sich. Die Zivilbevölkerung feiert, dass keine Raketen mehr fliegen.

Pünktlich um zwei Uhr Freitagfrüh schwiegen die Waffen. Und so verheerend, wie die elf Kriegstage auch waren, die über 230 palästinensische Menschenleben kosteten – Tausende zogen jubelnd auf die nächtlichen Straßen in Gaza, teils siegestrunken, teils einfach nur froh, dass das Bombardement vorerst ein Ende hat. Mit lauten Autokorsos und Feuerwerk feierten die Mengen in Ost-Jerusalem und dem Westjordanland, dass die Islamisten der israelischen Übermacht bis zuletzt „Zähne gezeigt“ hätten.

In Tel Aviv äußerten sich viele Israelis am Tag eins der von Ägypten vermittelten Waffenruhe vor allem erleichtert über die Rückkehr zum Alltag. Für die Stadt, „die niemals schläft“, war der in den vorangegangenen Nächten wiederholt aufheulende Raketenalarm eine traumatische Erfahrung. Auch wenn die Menschen im Süden des Landes, die Dauerbeschuss ausgesetzt waren, ein Vielfaches davon hatten durchstehen müssen. Dort waren die meisten der zwölf israelischen Toten zu beklagen.

Kommentare sind eher skeptisch

Tatsächlich ist die militärische Konfrontation zwischen der Hamas und Israel auch diesmal ein Remis. „Es gibt kein Siegerbild, weder für sie noch für uns“, so die israelische Kommentatorin Sima Kadmon. Premier Benjamin Netanjahu pries die Operation „Mauerwächter“ dennoch als überaus erfolgreich – nicht zuletzt, um seinen ultrarechten Alliierten von der Fraktion „Religiöser Zionismus“ Wind aus den Segeln zu nehmen, die eine Bodenoffensive gefordert hatten.

„Wir haben der Hamas immensen Schaden zugefügt“, verkündete Netanjahu Freitagmittag im Beisein von Verteidigungsminister Benny Gantz und Generalstab. Das Tunnelsystem der Hamas sei zerstört, ihre Kommandokette weithin ausgeschaltet. Jetzt könnten die Israelis wieder in Sicherheit leben.Seitens der Opposition hagelte es indes Kritik. Labour-Chefin Merav Michaili beschuldigte Netanjahu, den Konflikt benutzt zu haben, um persönlich zu punkten.

Anti-Netanjahu-Allianz hat wenig Chancen

Sein Herausforderer Jair Lapid warf ihm vor, keine Strategie zu besitzen. Die Lage der Bevölkerung im Umkreis des Gazastreifens habe sich auch nach dieser Eskalationsrunde nicht nachhaltig verbessert. „Es ist Zeit, dass er (Netanjahu) geht.“ Lapid bleiben nur noch zehn Tage, um eine alternative Regierung zu bilden, vermutlich zu wenig, um die im Gazakrieg auseinander gebrochene Anti-Netanjahu-Allianz wieder zu einen.

Ob der informelle Waffenstillstand zu einem Abkommen führt, das die Gazablockade und die Brennpunkte in Jerusalem entschärft, wird vielfach bezweifelt. US-Präsident Joe Biden sieht zwar eine „echte Chance für Fortschritte“. Sein Außenminister Antony Blinken soll sie in nächster Zeit vor Ort ausloten. Aber die Kompromissbereitschaft ist auf beiden Seiten gering.

Beschwerde in Den Haag wegen „möglicher Kriegsverbrechen“ Israels

Den Konflikt dürfte auch den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag noch beschäftigen. Dort reichte Mohammed Shtayyeh, Premier der palästinensischen Autonomiebehörden in Ramallah, am Freitag eine neue Beschwerde gegen Israel wegen „möglicher Kriegsverbrechen“ ein. Die könnte sich aber genauso gegen die Hamas richten.

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