Myanmar

Myanmar verkündet Amnestie für fast 25.000 Häftlinge

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die prekären und unhygienischen Zustände in Myanmars überfüllten Gefängnissen – nun werden Tausende entlassen.

In Myanmar hat Präsident Win Myint hat eine Amnestie für fast 25.000 Gefangene verkündet. Die Anordnung erfolge aus Anlass des neuen Jahres, für den Frieden, die Freude der Bürger und wegen humanitärer Belange, zitierte die Zeitung „Myanmar Times“ am Freitag eine Mitteilung des Präsidentenbüros. Unter den Amnestierten sind 87 Ausländer. 

Wie viele politische Gefangene unter die Amnestie fallen, blieb unklar. Die Gefangenenhilfsorganisation AAPP schätzt ihre Zahl auf 615. Zum buddhistischen Neujahrstag, der in diesem Jahr auf den Freitag fiel, werden in Myanmar traditionell Gefangene amnestiert. Allerdings waren es noch nie so viele wie jetzt. 

Medizinische Versorgung unzureichend

Nach Angaben von AAPP waren vor der Amnestie in dem südostasiatischen Land insgesamt 92.000 Häftlinge in 46 Gefängnisse und 50 Arbeitslager eingesperrt, die aber nur für 66.000 Menschen ausgelegt sind. Die medizinische Versorgung gilt als völlig unzureichend.

Menschenrechtsorganisationen hatten die prekären und unhygienischen Zustände in den überfüllten Anstalten beklagt. Das sei vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie fatal, erklärte "Human Rights Watch" und forderte Freilassungen. Bis Freitag bestätigten die Behörden 85 Corona-Infektionen und vier Todesfälle.

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