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Putsch von Junta

Proteste in Myanmar: Dutzende Tote – Gewalt eskaliert an Gedenktag

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Bei Protesten gegen die Militärjunta in Myanmar geht das Regime immer gewaltsamer vor. Der Armee-Gedenktag soll der „blutigste Tag“ seit dem Putsch gewesen sein.

Naypyidaw – In Myanmar ist die Gewalt etwa acht Wochen nach dem Putsch in einem neuen Ausmaß eskaliert. Bei Protesten gegen die Militärjunta im ganzen Land sind am heutigen Samstag (27.03.2021) wohl dutzende Menschen von Sicherheitskräften getötet worden. Das berichtet die örtliche Organisation für politische Gefangene (AAPP). Angaben der Vereinten Nationen zufolge seien unter den Opfern auch Kinder gewesen. Aus Anlass einer Militärparade zum „Tag der Armee“ in der Hauptstadt hatte die Protestbewegung zu neuen Demonstrationen aufgerufen.

„Tag des Terrors“: Dutzende Tote bei Protesten in Myanmar

Das Nachrichtenportal „Myanmar Now“ berichtet über mindestens 114 Tote in 44 Städten. Die Zeitung „The Irrawaddy“ spricht von 59 Toten. Sowohl die Vertretung der Vereinten Nationen im südostasiatischen Land als auch die Europäische Union zeigten sich entsetzt. Für die UN sei der 27. März der „blutigste Tag“ seit dem Staatsstreich gewesen. „Die Gewalt ist völlig inakzeptabel und muss sofort aufhören“, heißt es in einer Erklärung. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Demonstration gegen die Militärjunta in Mandalay, Myanmar

Ähnliche Kritik kam von der EU, die vom „Tag des Terrors und der Schande“ sprach: Die Tötung unbewaffneter Zivilisten, einschließlich Kinder, sei nicht zu rechtfertigen. Die Gewalt müsse sofort beendet und die Demokratie wiederhergestellt werden. Die USA, Großbritannien sowie die EU haben bereits neue Sanktionen gegen Verantwortliche in Myanmar verhängt. Seit Beginn der Proteste Anfang Februar hat die „AAPP“ 328 Tote und mehr als 3.000 Festnahmen vermeldet.

„Tag der Armee“: Vizepräsident von Russland besucht Militärparade in Myyanmar

Mit dem „Tag der Armee“ erinnert Myanmar am 27. März an den Beginn des Widerstands gegen die japanische Besatzung im Zweiten Weltkrieg. An der Veranstaltung nahmen Delegationen aus acht Ländern teil, darunter China und Russland. Laut der russischen Nachrichtenagentur „Tass“ war Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin vor Ort. Demnach wollen Russland und Myanmar ihre Beziehungen verstärken und eine militärische und militär-technische Zusammenarbeit ausbauen. Fomin nannte Myanmar einen „zuverlässigen Verbündeten und strategischen Partner in Südostasien und dem pazifischen Raum“. Myanmars Oberbefehlshaber, Min Aung Hlaing, sagte laut der britischen BBC, dass Russland ein „wahrer Freund“ sei.

Anfang Februar hatte das Militär gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige sitzt seitdem im Hausarrest und wird von der Justiz verschiedener Vergehen beschuldigt. Die Demonstrant:innen fordern eine Wiedereinsetzung von Suu Kyis ziviler Regierung.

Myanmar: Militär verteidigt Putsch

In einer Ansprache in der Hauptstadt Naypidaw verteidigte Min Aung Hlaing, Oberbefehlshaber der Streitkräfte, die Machtübernahme durch das Militär als „unvermeidlich“. Die Regierung von Suu Kyi und ihre Partei sei in „ungesetzliche Handlungen“ verwickelt gewesen. Er gab an, die Demokratie schützen zu wollen und versprach erneut, Wahlen abzuhalten, nannte jedoch kein Datum. (Lukas Rogalla mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © SH/Penta Press via www.imago-images.de

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