Antisemitismus

Geschlagen und beleidigt

Mutmaßlicher Antisemitismusfall in Burschenschaft: Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung gegen sieben Männer und eine Frau.

Die Heidelberger Burschenschaft Normannia hat sich nach einem mutmaßlich judenfeindlichen Vorfall gegen Antisemitismus ausgesprochen. Man dulde keinen Antisemitismus in den eigenen Reihen oder durch Dritte, teilte die Normannia mit. „Antisemitismus und gewalttätige Übergriffe sind mit dem burschenschaftlichen Gedanken nicht zu vereinbaren“, heißt es in einer Mitteilung des Altherrenverbands, dem die Mitglieder angehören, wenn sie das Studium abgeschlossen haben.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung gegen sieben Männer und eine Frau. Sie sollen einen 25-Jährigen mit Gürteln geschlagen, mit Münzen beworfen und antisemitisch beleidigt haben. Der junge Mann hatte als Gast eine Feier der Normannia am 29. August besucht, als der Angriff passiert sein soll. Das Opfer hatte den Angaben zufolge vor dem Angriff von seinen jüdischen Vorfahren berichtet. Der Mann erstattete Strafanzeige.

Die Burschenschaft Normannia erklärte, sie kooperiere „vollumfänglich“ mit den Behörden. Sollten sich die Vorwürfe gegen einzelne Mitglieder erhärten, will die Burschenschaft Normannia nach eigenen Angaben Konsequenzen ziehen. Die Studentengruppe, in der der Vorfall passiert sein soll, sei bereits aufgelöst worden. (dpa)

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