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Andreas H. (mit Mütze), der mutmaßliche Rädelsführer der rechten Terrorgruppe „Oldschool Society“, bei  seiner Festnahme in Augsburg.
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Andreas H. (mit Mütze), der mutmaßliche Rädelsführer der rechten Terrorgruppe „Oldschool Society“, bei seiner Festnahme in Augsburg.

„Oldschool Society“

Mutmaßliche Rechtsterroristen in U-Haft

  • Ursula Knapp
    VonUrsula Knapp
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Die rechtsextreme „Oldschool Society“ wurde seit Monaten überwacht. Die Ermittler schlugen zu, als Anschläge drohten - unter anderem gegen Flüchtlinge und Salafisten.

Der Verdacht, dass in Deutschland eine neue rechte Terrororganisation gegründet wurde, hat sich erhärtet. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe hat gegen vier mutmaßliche Mitglieder der „Oldschool Society“ (OSS) Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeordnet.

Bereits am Mittwoch war gegen den in Augsburg festgenommenen Andreas H. (56), der als mutmaßlicher Anführer der Gruppe gilt, sowie gegen den 47-jährigen Olof O. aus Bochum Untersuchungshaft verhängt worden. Seit Donnerstagnachmittag sind nun auch der mutmaßliche „Vizepräsident“ Markus W. und die ebenfalls in Sachsen festgenommene 22-jährige Denise G. inhaftiert.

Auf die Gründung einer terroristischen Vereinigung steht nach Paragraf 129 a Strafgesetzbuch eine Höchststrafe von zehn Jahren. Fünf weitere Personen – darunter zwei aus Rheinland-Pfalz – werden ebenfalls beschuldigt, mit der Terrororganisation in Verbindung zu stehen; sie wurden bislang aber nicht festgenommen.

Hinweise auf Kontakte zwischen den OSS-Mitgliedern und dem früheren Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gibt es bisher nicht. Bei Journalisten-Recherchen wurde allerdings entdeckt, dass auf der inzwischen abgeschalteten Facebook-Seite des OSS auch einmal ein rosaroter Panther auftaucht. Der rosarote Panther wurde in den Bekennervideos des NSU als Leitmotiv verwendet. Laut der Zeitung „Die Welt“ soll ein Führungskader der OSS früher NPD-Mitglied gewesen sein.

Die OSS, die sich laut Bundesanwaltschaft spätestens im November 2014 gegründet hatte, wurde offenbar von Anfang an vom Verfassungsschutz und den Ermittlungsbehörden beobachtet. Dass die vier dringend tatverdächtigen OSS-Mitglieder trotz monatelanger Beobachtung erst am Mittwoch verhaftet wurden, ist ermittlungstaktisch zu erklären. Durch langfristige Beobachtung und Telefonüberwachung tragen die Ermittler möglichst viel Beweismaterial zusammen. So war es auch im Jahr 2007 bei der islamistisch-terroristischen Sauerland-Gruppe, die monatelang beobachtet worden war. Die Verhaftungen erfolgten, als ein Sprengstoffanschlag geplant wurde.

Im jetzigen Fall des OSS erfolgten die Zugriffe, als Sprengkörper beschafft wurden. Der Chef des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes bestätigte das der „Westdeutschen Allgemeinen“. Burkhard Freier sagte der Zeitung: „Nach unseren Ermittlungen bestand die große Gefahr, dass die Mitglieder der Gruppe ihre Ziele umsetzen würden.“ Die Gruppenmitglieder hätten „Gewaltfantasien“ gehabt und man sei in Sorge gewesen „dass sie völlig durchdrehen“. Die Wucht der Sprengkörper hätte wohl ausgereicht, um Menschen schwer zu verletzen oder auch ein Auto erheblich zu beschädigen. Laut Bundesanwaltschaft sollten damit Salafisten angegriffen, aber auch Asylbewerberheime und Moscheen beschädigt werden.

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